Josh zog sein Handy aus seiner Hosentasche und machte eine entschuldigende Geste in Richtung Jalen, als er aufstand und sich einige Schritte von dem Haus entfernte.
Erst dann nahm er den Anruf an.
„Maya? Was ist los?"
„Du wirst es kaum glauben, Josh, aber sie haben Ryan gefunden!" Mayas Stimme klang freudig aufgeregt.
Josh konnte sie förmlich vor sich sehen, wie sie mit geröteten Wangen und unauslöschbarem Grinsen auf und ab lief.
„Ryan", war alles, was er sagte.
Dass sie ihn gefunden hatten - wer auch immer sie waren - mochte ja gut sein, aber in welchem Zustand?
Völlig betrunken, mit dem Diebesgut seines letzten Einbruchs in der Hand?
„Ja, stell dir vor, er ist gar nicht so weit weg. Er ist in Plainview, wo auch immer das liegt. Die Polizei hat Landon erkannt, von den Fotos, die Sheriff Chidlow ihnen geschickt hatte."
„Plainview ist etwa eine Stunde von hier", murmelte Josh abwesend.
„Liegt das auf dem Weg? Dann kannst du ihn ja abholen. Der Police Officer, mit dem ich gesprochen habe, hat nämlich gesagt, dass ihn sein Erziehungsberechtigter abholen soll."
Josh verdrehte die Augen. „Nein, liegt nicht wirklich auf dem Weg. Ich komme hier nicht weg, Mae. Kann nicht Sheriff Chidlow oder einer der Deputys Ryan mitnehmen, wenn sie Landon abholen?"
„Sie holen ihn nicht ab. Sheriff Chidlow hat Samuel vorhin angerufen und gesagt, dass Landon entlastet wurde. Sie haben wohl einen anderen, den sie für den Mord an Lisa, Luka und Owen noch heute festnehmen und verhören wollen."
„Weißt du, wen?" Josh runzelte die Stirn.
Warum mischte sich der Sheriff in seine Ermittlungen ein, ohne ihm Bescheid zu sagen?
Denn der Mord an Luka McLucas war immerhin sein Fall!
„Nein, keine Ahnung."
„Ich hab kein Auto und hier fährt kein Bus. Tut mir leid, aber ich kann Ryan wirklich nicht abholen."
„Komm schon, Josh. Hat Alec nicht ein Auto? Ich meine, irgendwie bist du ja nach Amarillo gekommen."
Josh stöhnte auf. „Vielleicht kann ich mir Jalens Auto leihen..."
„Wer auch immer Jalen ist, aber bitte hol Ryan ab. Stell dir vor, sie würden ihn in eine Zelle stecken, wenn du nicht kommst."
Seine Schwester klang ungewohnt ängstlich.
Sie machte sich eindeutig mehr Sorgen als Josh, der sich unwillkürlich fragte, ob eine oder zwei Nächte im Gefängnis Ryan wirklich schaden würden.
„Ist ja gut, Mae." Josh fuhr sich durch die Haare. „Ich frage ihn und wenn es nicht geht, rufe ich dich nochmal an. Dann müsstest du einen der O'Ryans, Dr. Jones oder die McKinleys fragen, ob sie dich fahren können, damit du ihn abholen kannst."
Bei der Vorstellung von seinem kleinen Bruder im Gefängnis knirschte Josh wütend mit den Zähnen.
Der Junge baute aber auch immer wieder Mist!
„Okay. Danke, Josh."
Josh seufzte. „Kein Problem, Mae."
Dass er zehn Minuten später in Jalens Wagen saß und Richtung Plainview fuhr, hatte er hauptsächlich Neelas Überredungskünsten zu verdanken.
* * * * *
Unauffällig versuchte Mark, Neelas Haarspange aus seiner Hosentasche zu fingern, die er seit ihrem Flugzeugabsturz bei sich trug.
Seine Hände, die mit Handschellen hinter dem Stuhl gefesselt waren, verbogen sich schmerzhaft, doch er spürte die Spange bereits an seinen Fingerspitzen.
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It All Comes Back Again
أدب المراهقينDie plötzliche Ermordung von Sheriff McLucas versetzt ganz Brendshire in Aufruhr. Um in seinem Todesfall zu ermitteln, werden drei Geheimagenten in das kleine, amerikanische Dorf geschickt. Einer von ihnen ist Mark O'Ryan, dessen Familie zu den best...
