„Also, Mr O'Ryan, erklären Sie mir bitte noch einmal, wie sie zu der Schussverletzung an ihrem Arm gekommen sind."
Mark verdrehte die Augen.
Der Sheriff kam bereits zum dritten Mal auf diese Frage zurück, seit er Mark in den Verhörraum des Gefängnisses in Whitingham gebracht hatte.
„Das habe ich ihnen doch bereits gesagt, Sheriff. Ich bin auf Hokkaido in eine Schießerei zwischen der Mafia und einem Geheimdienst gekommen. Sie können meinen Chef anrufen, der wird ihnen bestätigen, dass ich wegen dieser Verletzung früher meinen Urlaub genommen habe", erklärte Mark erneut.
„Wo arbeiten Sie noch einmal, sagten Sie?"
„Bei einer Sicherheitsfirma. Wir stellen Personenschutz." Was jedoch nur ein kleiner Teil der Tätigkeiten war, die ISASP ausführte.
„Und Sie waren wo genau?"
„In Otaru, auf Hokkaido. Rufen Sie doch einfach meinen Chef an, der wird es Ihnen bestätigen." Mark rieb sich sein verstauchtes Handgelenk.
Immerhin war David Sheppard nicht mit nach Whitingham gekommen.
Denn obwohl Mark sich sicher war, dem Mann in Kampfkünsten überlegen zu sein, brauchte er dazu doch seine Arme, die wieder einmal hinter seinem Rücken mit Handschellen gefesselt worden waren.
„Ich habe das bereits zur Kenntnis genommen und werde Mr... wie hieß er noch gleich?"
„Ian Jacobs."
„... Mr Jacobs bald anrufen."
Mark verdrehte die Augen. „Was für ein Motiv hätte ich denn Ihrer Meinung nach, Luka McLucas und Owen Cunningham zu töten?"
„Und Lisa Sheppard."
„Ach, die habe ich auch umgebracht?", erwiderte Mark zynisch.
Ihm wurde also nicht nur einer, sondern gleich drei Morde angehängt!
„An Ihrer Stelle würde ich nicht frech werden, Mr O'Ryan. Ich kann das auch."
James Chidlow zeigte ohne mit der Wimper zu zucken auf Marks von Davids Schlägen gerötete Wange.
„Was für ein Sheriff!", höhnte Mark wütend und konnte sich gerade noch zurückhalten, vor dem Sheriff auszuspucken.
Er konnte sich nicht vorstellen, dass er diesen Mann einmal respektiert hatte.
„Also, Ihre Motive, Mr O'Ryan", fuhr James fort, als hätte er die Drohung der körperlichen Gewalt nie ausgesprochen.
„Bei Owens Mord das Geld? Bei Lisa Eifersucht, die unerwiderte Liebe?"
Mark schnaubte.
„Bei Luka Rache?"
„Ich hätte keinen Grund gehabt, mich an Luka zu rächen."
„Jeder hat Grund, sich an jedem zu rächen. Außerdem haben Sie zu dem Zeitpunkt, als Luka ermordet wurde, kein Alibi."
Bevor Mark James verbessern konnte, fuhr der fort.
„Und als Owen ermordet wurde, waren sie ohne Zeugen Zuhause."
„Ach, Sie waren wohl noch nie alleine Zuhause?", erwiderte Mark wütend, doch der Sheriff ging nicht darauf ein.
„Außerdem haben Sie die Feier Ihres Bruders verlassen, etwa zu der Zeit, als Luka von dem Ort, an dem er ermordet wurde, in den Stall der McLucas gebracht wurde."
Mark runzelte die Stirn. „Ja, ich gebe zu, dass ich das Haus verlassen habe, aber ich war nicht alleine."
„Ach nein?" James hob eine Augenbraue. Es störte Mark, dass der Sheriff begann, um seinen Stuhl herumzulaufen.
„Nein. Fragen Sie Harper Bradley, sie wird Ihnen das bestätigen." Hoffentlich.
„Was haben Sie denn mit Miss Bradley gemacht?"
DU LIEST GERADE
It All Comes Back Again
Teen FictionDie plötzliche Ermordung von Sheriff McLucas versetzt ganz Brendshire in Aufruhr. Um in seinem Todesfall zu ermitteln, werden drei Geheimagenten in das kleine, amerikanische Dorf geschickt. Einer von ihnen ist Mark O'Ryan, dessen Familie zu den best...
