„Ryan! Was wolltest du auf dem alten Grundstück der McLucas'?" Josh fixierte seinen Bruder mit seinen Blicken.
Es war ihm etwas unangenehm, im Haus der O'Ryans seinen Bruder zu befragen, aber bei sich zuhause waren noch Neela, Harper, Alec und Harvey und das hier wollte er unter vier Augen mit seinem Bruder klären.
„Keine Ahnung. Einfach ein bisschen abhängen mit den Jungs." Sein Bruder legte trotzig den Kopf schief und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Welche Jungs?"
„Ein paar Jungs aus Brendshire eben."
„Ich brauche aber ihre Namen, Ryan!"
„Schön für dich." Bisher hatte sein Bruder sich nicht als sonderlich kooperativ erwiesen. Das einzige, was er gesagt hatte, war, dass er Landon nicht verletzt hatte. Aber Josh wusste nicht, wie viel er Ryan glauben konnte.
„Okay, Ryan, hör mir zu. Es gibt zwei Möglichkeiten. Die erste: du erzählst mir die Wahrheit und wenn du unschuldig bist, werde ich dafür sorgen, dass du bei Sheriff Chidlows Ermittlungen außen vor gelassen wirst. Die zweite: Du machst so weiter und wanderst hinter Gitter. Ich kenne mich nicht mit dem texanischen Rechtssystem aus, aber wusstest du, dass dies der Bundesstaat der Vereinigten Staaten ist, in dem die meisten Todesstrafen verhängt werden?"
Ryan biss sich auf die Lippe.
„Ryan, sie würden bestimmt auch nicht zögern, dich ans Messer zu liefern, wenn sie damit sich selbst retten könnten."
Sein Bruder verdrehte die Augen. „Okay, ist ja gut. Also, der eine Typ heißt Shawn, mit dem habe ich mich schon ein paar Mal getroffen, der ist eigentlich ganz okay. Die anderen weiß ich nicht, wie sie hießen. Ach, doch, einen haben sie Dan genannt, schien mit Shawn zusammen der Drahtzieher zu sein."
„Shawn Cunningham und Dan Bradley?"
„Gut möglich."
„Ja oder Nein?"
„Ja." Genervt verdrehte Ryan die Augen.
„Okay. Weiter? Was habt ihr gemacht?"
„Wir waren betrunken." Ryan blickte Josh nicht an. „Also, die anderen vier. Ich noch nicht, sie meinten ich kriege erst was, wenn ich die Aufnahmeprüfung bestehen würde."
„Die darin bestand Landon O'Ryan zu verprügeln? Fünf gegen einen? Wirklich, Ryan? Ich hätte echt etwas mehr Anstand von dir erwartet!"
Ryan senkte den Blick. „Landon O'Ryan?", fragte er schließlich. „Ich dachte er heißt Landon Gray?"
„Er lebt bei den O'Ryans, er gehört zu ihnen. Ich weiß echt nicht, was ihn alle Gray nennen! Aber mach weiter. Sie waren also betrunken", soufflierte Josh.
Ryan nickte wiederstrebend. „Wir haben uns bei einer dieser Brücken versteckt, wo er rüber musste. Shawns Schwester sollte wohl Kendra auf dem Marktplatz in ein Gespräch verwickeln, damit er alleine losreitet. Als er kam, haben sie ihn zum Absteigen gezwungen. Ich wusste vorher echt nicht, worum es ging, Josh. Wirklich."
„Okay."
„Ich-... ich hatte den ersten Schlag. Dan und ein anderer haben ihn festgehalten."
Josh stöhnte auf. Das wurde ja immer besser. Doch Ryans Stimme klang erstaunlich schuldbewusst, also ließ er seinen kleinen Bruder erst einmal weiter reden.
„Als er sich zusammengekrümmt hat, habe ich seinen Blick gesehen. So voller Enttäuschung... Ich weiß nicht, irgendwie... konnte ich mich mit ihm ein wenig identifizieren. Immer der Außenseiter, selbst in der eigenen Familie."
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It All Comes Back Again
Teen FictionDie plötzliche Ermordung von Sheriff McLucas versetzt ganz Brendshire in Aufruhr. Um in seinem Todesfall zu ermitteln, werden drei Geheimagenten in das kleine, amerikanische Dorf geschickt. Einer von ihnen ist Mark O'Ryan, dessen Familie zu den best...
