40. Kapitel

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Mark zog sich den Hut noch etwas tiefer ins Gesicht, als er auf die beiden wartenden Männer zu ging. Unsicheren Schrittes, jedoch etwas beschwingter, als er es bei Jason gesehen hatte. Sam und Chase begrüßten ihn schon von weitem.

„Wer hätte das gedacht? Jason Brinkley hat seinen ersten dreifachen Mord auf dem Gewissen. Glückwunsch, buddy."

Der Mann schlug Mark auf die Schulter. Er stank unangenehm nach Alkohol.

Jason Brinkley.
Es musste sich um Bennett Brinkleys Bruder handeln, den Mark überwältigt hatte, als der auf ihn schießen wollte.

„Und, wie fühlt es sich an, zu uns zu gehören?", lallte der andere der beiden.

Mark blickte auf. Er sah sein Gegenüber erstarren, als der erkannte, dass er nicht Jason Brinkley war.

„Oh, sehr gut, danke der Nachfrage. Wobei, nein, eigentlich nicht wirklich."

Blitzschnell zog Mark seine Pistole und schoss dem Mann ins rechte Knie. Der sackte zusammen.

Bevor Mark sich dem anderen zuwenden konnte, spürte er eine Klinge an seinem Hals und der Mann hinter ihm flüsterte mit erstaunlich nüchterner Stimme in sein Ohr: „Netter Versuch, O'Ryan, aber nicht mit mir. Dafür wirst du bezahlen."

Ohne Vorwarnung ließ der Griff um seinen Hals nach, der Mann fiel mit einem Stöhnen zu Boden. Mark fuhr herum. Hinter ihm stand Neela, mit einer Pistole in ihren noch erhobenen Händen. Sie hatte seinen Angreifer mit der Rückseite der Waffe bewusstlos geschlagen.

„Danke." Er blickte sie überrascht an.

Neela schenkte ihm wortlos ein knappes, freudloses Lächeln und begann in ihrem Rucksack zu wühlen, den sie tatsächlich mitgenommen hatte. Sie dachte aber auch wirklich an alles, stellte Mark fest, als Neela einige dünne aber stabil wirkende Schnüre aus ihrem Rucksack holte. Er nahm ihr einige ab und jeder von ihnen fesselte damit einen der beiden Männer.

„Lassen wir sie hier?"

Neela blickte ihn überrascht an.

„Was?", fragte Mark misstrauisch.

„Nichts. Ich war nur überrascht, dass du mich fragst, was wir machen." Neela zuckte die Achseln.

„Komm schon, so selten ist das aber nicht!" Mark verschränkte die Arme vor der Brust.

„Mark, du bist ein Kontrollfreak", stellte Neela klar.

Er hob entschuldigend die Hände. „Ist ja gut. Also, was machen wir mit ihnen?"

„Wir können sie nicht mitnehmen, sonst wissen sie, wo wir hinwollen. Und wo lassen wir sie, wenn wir weiterfliegen und Steve ins Krankenhaus geht?"

„Dann sage ich ISASP Bescheid, dass sie sie hier abholen sollen."

„Wir könnten sie auch einfach so hier lassen. Was haben sie schon getan? Und was können sie uns tun? Wir sind in..." Sie blickte auf ihre Uhr. „...64 Minuten sowieso wieder hier weg und bis dahin werden sie von niemandem gefunden werden."

Mark blickte sie bewundernd an. Es faszinierte ihn, zu entdecken, wie viele verschiedene Seiten Neela hatte – und dass sie bei alldem, was sie beinahe perfekt konnte, so absolut gar nicht eingebildet war.
Und dass sie so unglaublich mitfühlend war, auch wenn sie das nur selten zeigte.

Aber immerhin wollte sie nicht, dass Sam und Chase von ISASP gefangen wurden... „Ist okay." Er lächelte und genoss es, dass sie zurücklächelte, wenn auch nur kurz. Halt!, ermahnte er sich selbst. Denk so etwas nicht. Sie ist deine beste Freundin, Mann, mehr nicht!

It All Comes Back Again Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt