44. Kapitel

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„Braucht ihr Frauen eigentlich immer so lange, wenn ihr einkaufen geht?"

Neela musste lächeln, als sie Mark vor ihrer Umkleidekabine jammern hörte. Sie waren erst seit anderthalb Stunden unterwegs.

Für Mark hatten sie schnell Ersatzkleidung gefunden, vor allem, weil er nicht sonderlich anspruchsvoll gewesen war.

Neela hingegen hatte in der letzten Stunde schon einiges anprobiert, was ihr dann immer wieder doch nicht gefallen hatte.

Sie zog das Top wieder aus, das sie gerade anprobiert hatte. Es war ihr zu groß.

Neela warf es über die Tür ihrer Umkleidekabine, die sie von Mark trennte. Sofort zog er es auf der anderen Seite herunter.

„Rosa?", hörte Neela ihn kritisch fragen. Sie verdrehte belustigt die Augen, während sie in ein paar Hotpants schlüpfte.

„Warum kaufst du nicht gleich ein Hello-Kitty-Kleidchen?"

Neela musste lachen. „Hör auf rumzumeckern, ich nehme es ja nicht."

„Glück für dich. Sonst müsste ich mich leider von dir trennen. Ich meine - du und rosa?!"

Sie hörte ihn gelangweilt vor ihrer Kabine auf und ab laufen. „Sag mal, Monkey." Obwohl sie ihn nicht sehen konnte, wusste sie, dass Mark gerade grinste. „Starren dich die Leute zufällig schon komisch an?"

„Woher weißt du das?", fragte Mark gespielt unschuldig und Neela ging darauf ein.

„Na ja, es wäre gut möglich, dass nicht alle Italiener es normal finden, dass Männer wie du vor den Frauenumkleiden hin und her laufen und alles kommentieren, was sie anziehen."

„Hm. Aber anscheinend finden sie es attraktiv. Ich wurde schon von zwei Frauen angequatscht, ob ich auf meine Freundin warte - für mich haben sie es sogar noch einmal auf Englisch wiederholt."

Wahrscheinlich hatten sie viel mehr testen wollen, ob Mark noch Single war, dachte Neela und verdrehte die Augen. Natürlich hatte Mark das nicht mitbekommen. Dieser Mann war einfach der flirtresistenteste Mann, den sie kannte!

„Und, was hast du geantwortet?", wollte sie nun doch wissen.

„Ich hab ja gesagt. Dann sind sie alle abgehauen."

Neela lächelte unwillkürlich. „Okay. Ich bin fertig." Mit einem Berg Kleidung über dem Arm kam sie aus der Umkleide. Mark runzelte die Stirn, machte jedoch keine Anstalten, ihr etwas abzunehmen. Typisch!

„Das willst du alles kaufen? Du weißt, dass wir nur ein Auto haben, oder?"

Tatsächlich hatte Mark für die nächsten drei Tage ein Auto gemietet und Neela hatte ihn überreden können, zu den Einkaufsläden zu fahren, die ein gutes Stück von ihrem Hotel entfernt lagen.

Sie knuffte ihn in die Seite. „Sehr witzig. Ich war eben schon lange nicht mehr shoppen."

„Merkt man", konterte Mark trocken und deutete auf das rosafarbene Top, das er wieder zurückgehängt hatte.

„Hey! Es kaufen halt nicht alle Leute immer nur die gleichen Sachen. Und keine Sorge wegen des Autos, notfalls trägst du einfach den Rest. Ist ja nicht so weit."

„Ah", machte Mark nur, blieb jedoch nicht lange still. „Und wer soll das alles bezahlen?"

„Du?" Neela lächelte ihn unschuldig an. „Ich hab mein Geld nicht mit."

„Das würde ich jetzt auch sagen." Mark zog sein Portemonnaie aus seiner Hosentasche, als sie zur Kasse gingen. Die Verkäuferin lächelte sie freundlich an. Bestimmt wusste sie schon, dass Mark derjenige war, der, alle Kleidungsstücke kommentierend, vor der Kabine seiner „Freundin" gewartet hatte.

It All Comes Back Again Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt