Zwei Tage später
„Hey, Faulpelz." Grinsend ließ sich Mark auf Joshs Bett fallen und schnipste einen Krümel von der Decke.
Er lächelte schief und stellte die leere Schüssel, die Josh in den Händen hielt, auf dessen Nachttisch.
„Sie wollen mich allen Ernstes noch eine ganze Woche hierbehalten!", beschwerte Josh sich.
„Das ist ja unverfroren", erwiderte Mark ironisch. „Wenn du zweimal fast gestorben wärst, weil du eine Blausäurevergiftung infolge eines Gebäudebrandes hattest, aber so...", stichelte er.
Josh verdrehte belustigt die Augen. „Es geht mir wirklich schon viel besser. Rede doch noch einmal mit Henry, ja?"
„Auf jeden Fall nicht." Mark wuschelte seinem Partner durch die Haare, dem man noch immer ansah, was er hinter sich hatte. „Oh Mann, Josh, du brauchst echt dringend eine Rasur, sonst siehst du bald aus, wie ein Waldschrat", stöhnte er.
„Hey! Nachdem du aus dem Wald zurückgekommen bist, sahst du auch nicht allzu gepflegt aus", konterte Josh.
Mark lachte. „Okay, du hast gewonnen. Übrigens, ich fliege morgen wieder zurück. Ian will dich auch auf den Campus verlegen lassen."
Auch Jalen befand sich bereits im ISASP-Krankenhaus und zum Glück ging es ihm schon deutlich besser.
„Du kannst nicht ohne mich arbeiten." Hoffnungsvoll blickte Josh ihn an.
Mark lehnte sich gegen das Fußende des Bettes. „Doch, eigentlich sogar recht gut. Immerhin war es Alec, der Neela und mich vor den Trevinos gerettet hat, während du hier auf der faulen Haut lagst."
„Wenigstens Alec. Du brauchst wirklich jemanden, der erst denkt und dann handelt an deiner Seite. Aber ich bezweifle, dass Alec dich so gut aus der Patsche ziehen kann, wie ich. Ich habe mehr Übung im Umgang mit dir."
„Nicht frech werden, Agent Tucker." Mark grinste Josh an. „Außerdem hat Ian schon den nächsten Fall für Alec und mich." Provozierend blickte er Josh an.
Sein Freund runzelte die Stirn.
„Das machst du jetzt aber nicht dauernd, oder?"
„Was? Mit Alec arbeiten? Doch, ich glaube schon. Du liegst mir zu oft im Krankenhaus."
„Pass auf, was du sagst, Partner", warnte Josh ihn belustigt und gab ihm eine Kopfnuss. „Immerhin bist du derjenige, der sich ständig anschießen lässt."
Mark lachte. Sein Blick fiel auf das Buch, das auf Joshs Nachttisch stand. Er griff danach.
„Sag bloß, du liest", neckte er.
Josh versuchte, ihm das Buch aus der Hand zu nehmen, doch Mark hatte bereits gesehen, worum es sich handelte.
„Du liest in der Bibel?", fragte er überrascht.
Josh griff nach dem Buch und legte es zurück auf seinen Nachttisch. „Kendra hat sie mir gestern vorbeigebracht", gestand er.
„Ach ja?" Das war typisch für seine Schwester. „Hast du gelesen?", fragte Mark interessiert.
Josh wand sich. „Nur das Lukas-Evangelium", murmelte er.
Mark blickte seinen Partner perplex an. Das hätte er nicht gedacht. Josh war Atheist gewesen, seit er ihn kannte.
„Wieso?", hakte er neugierig nach.
Josh seufzte und stopfte sich das Kissen in seinem Rücken zurecht. „Ich habe gebetet, Mark. Als ich da oben von dem Feuer eingeschlossen war, habe ich gebetet, dass, wenn Gott wirklich existiert, er mich retten soll." Josh biss sich auf die Lippe. „Weißt du, Kendra meinte, der Feuerwehrmann, der mich da rausgeholt hat, hat gesagt, ich hätte nicht überleben dürfen. Niemand kann sich erklären, wieso der Boden eingestürzt ist oder wieso das Feuer nicht auf die Wand übergesprungen ist und mich nicht erreicht hat. Oder wie ich so lange dem Rauch ausgesetzt sein konnte und trotzdem wieder aufgewacht bin. Das ist ein Wunder, Mark. Ich glaube, das war dein Gott."
In Joshs Augen schimmerten Tränen.
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It All Comes Back Again
Teen FictionDie plötzliche Ermordung von Sheriff McLucas versetzt ganz Brendshire in Aufruhr. Um in seinem Todesfall zu ermitteln, werden drei Geheimagenten in das kleine, amerikanische Dorf geschickt. Einer von ihnen ist Mark O'Ryan, dessen Familie zu den best...
