Jimin POV
Den Weg vom Campus nachhause hatten wir schweigend zurückgelegt. Es war jedoch kein unangenehmes Schweigen gewesen, wir beide waren lediglich in unsere Gedanken vertieft und genossen die Stille, die sich in der Dunkelheit, die uns umgab, ausgebreitet hatte. Ich hatte Hoseoks Hand ergriffen und er hatte es zugelassen, hatte den Druck, den ich ausübte sogar erwidert und seine filigranen Finger mit den meinen noch fester verhakt.
So waren wir eine ganze Weile durch die Nacht spaziert. Da kein Bus mehr gefahren war, hatten wir den Weg komplett zu Fuß zurücklegen müssen.
Als wir dann endlich seine Wohnung erreicht hatten, löste er sich aus meinem Griff, um die Tür aufzuschließen. Er zog sich seinen Mantel aus, hängte ihn an der Garderobe auf und löste seinen Schal, den er mehrfach um seinen Hals gewickelt hatte. Ich musterte ihn von hinten und merkte, wie sich ein Grinsen auf meine Züge schlich. Es wurde Zeit, mit ihm zu reden. Ich wollte endlich erfahren, was ihn so beschäftigte, was sein Problem gewesen war und vor Allem, was sich heute Abend verändert hatte, dass er nun wieder meine Nähe suchte. Natürlich freute ich mich darüber, dass er mir nicht mehr die kalte Schulter zeigte, doch irgend etwas war nicht in Ordnung und ich wollte dringend wissen, was es war, das ihn zu so einem Verhalten getrieben hat.
Ich näherte mich ihm und kuschelte mich von hinten an ihn, legte meine Arme um seinen Oberkörper und mein Kinn auf seiner Schulter ab. Ich atmete seinen Geruch ein und nahm zur Kenntnis, dass er heute anders roch, als sonst. Zu seinem Eigengeruch hatte sich eine dezente Parfümnote gesellt, ein frischer, nicht zu schwerer Duft, der durchaus eine anziehende Wirkung auf mich hatte.
»Hyung«, flüsterte ich in sein Ohr und stellte zufrieden fest, dass sich auf seinem Nacken eine Gänsehaut ausbreitete. Er quittierte das nur mit einem Schweigen und ließ seinen Blick zu Boden gleiten.
»Hat dir der Abend gefallen?«, fragte ich ihn und begann zeitgleich aus der Umarmung heraus seinen Bauch zu streicheln.
Er hauchte ein nervöses "Ja" in die Stille hinein und machte mich damit zufrieden genug, zumindest für den Moment. Ich ließ meine Hände an seiner Seite entlang fahren und näherte mich seiner Hüfte. Es tat gut, ihn wieder zu berühren.
»Das freut mich doch zu hören, das hatte ich gehofft.« Mein Griff um seine Hüfte wurde etwas fester und er belohnte diese Tat mit einem genießerischen Seufzen. Ich mochte es, wie diese wunderbaren Töne aus seiner Kehle drangen, doch ich hatte noch ein anderes Ziel, ich wollte, dass er endlich mit mir redete. Allerdings konnte ich nicht leugnen, dass ich das, was sich gerade zwischen uns abspielte, auch genoss. Deshalb vergrub ich meine Nase wenige Sekunden später in seinem Haarschopf und atmete den Geruch seines Shampoos ein, bevor ich ihm einen Kuss auf den Nacken drückte und mich langsam in Richtung seines Halses vorarbeitete. Direkt neben seiner Halsschlagader hinterließ ich eine rötliche Markierung, sie war klein, doch immer noch gut genug sichtbar.
»Kannst du mir nun verraten, was dich seit gestern so bedrückt?«, lenkte ich das Gespräch dann in die von mir gewünschte Richtung und ließ ihn erneut meine Lippen spüren. Er unterdrückte ein lusterfülltes Stöhnen und wirkte bereits jetzt, als fehlte ihm die Luft, zum Atmen.
»Was meinst du?«, entkam es ihm dann in einem tonlosen Hauchen.
Wie unschuldig er sich doch gab, obwohl er ganz genau wusste, worauf ich damit hinaus wollte. Ich löste mich für einen kurzen Moment von ihm, um ihn mit einem kritischen Blick zu mustern. Kurz darauf lehnte mich much wieder gegen ihn, um eine weitere, kleine Markierung auf seiner Haut zu hinterlassen.
»Das weißt du ganz genau«, brummte ich gegen seine weiche Haut und musste mir ein Grinsen verkneifen.
Er legte seine Hände auf meinen Unterarmen ab, versuchte mich damit davon abzuhalten, meine Hände weiter über seinen Körper zu bewegen, doch zugleich wirkte er nicht wirklich so, als wollte er mich tatsächlich davon abhalten, ihn weiter zu berühren, seine Bemühungen wirkten bestenfalls halbherzig.
»Ich weiß es nicht«, sagte er stattdessen. Wem wollte er hier eigentlich etwas vormachen? Dachte er wirklich, ich würde ihm das glauben?
Quälend langsam ließ ich meine rechte Hand weiter nach oben wandern. Sein Griff hatte sich derweil vollständig gelöst, er hatte mich nicht wirklich davon abhalten wollen, seinen Körper zu berühren.
»Oh doch, du weißt es ganz genau.« Zärtlich strich ich über seine Brust und registrierte seinen beschleunigten Herzschlag mit einem zufriedenen Lächeln. »Komm, erzähl es mir.« Unterdessen glitt ich mit meiner anderen Hand unter sein Oberteil und genoss es, seine weiche Haut unter meinen Fingerkuppen zu spüren. Er ließ mich unkontrollierter werden, ich musste aufpassen. Ich wollte nicht, dass mir meine Libido zu sehr im Weg stand und dieses Gespräch hier behinderte. »Ich möchte wissen, warum du gestern so abweisend zu mir warst.«
Stattdessen schwieg er - nach wie vor gab er mir keine Antwort darauf. Dann wandte er auch noch seinen Blick ab. Ich konnte es kaum ertragen zu sehen, wie er diesem Gespräch hier gerade versuchte, zu entfliehen.
»Wovor hast du Angst?« Diese Frage stellte ich mir wirklich, denn vor irgend etwas fürchtete er sich ganz offensichtlich. Er biss sich als Reaktion auf meine Frage lediglich auf die Unterlippe. »Ich habe keine Angst«, murmelte er und wandte den Blick ab.
Das konnte er wem anders erzählen, nicht mir. Forschend zog ich meine Augenbraue hoch und musterte ihn weiter eingehend. »Was ist dann dein Problem?« Wie von selbst bewegte sich meine Hand auf seiner Haut und legte sich vorsichtig auf seine Schulter. Ich wartete derweil weiter seine Antwort ab. »Bin ich das Problem?« Auf meine letzte Frage hin entwich ihm ein empörter Laut. »Nein! Du hast nichts falsch gemacht, bitte denk sowas nicht.«
»Wenn ich nichts falsch gemacht habe, warum hast du dich dann bewusst von mir distanziert?« Ich legte den Kopf leicht schräg und strich ihm ein paar Strähnen aus der Stirn. »Warum tust du es jetzt wieder, indem du meiner Frage weiterhin ausweichst?«
In seinen Augen lag etwas aufgeregtes, etwas aufgebrachtes. Ich glaubte ihm, dass er mich nicht wirklich von sich stoßen wollte, doch er hatte es eben getan und dafür musste es eine Erklärung geben. Er wusste, warum er so gehandelt hatte, doch aus Gründen, die ich nicht verstand, bevorzugte er, mir seine Beweggründe vorzuenthalten.
»Es war nicht meine Intention, dich von mir zu stoßen. Bitte glaub mir das.«
»Aber du hast es getan und ich frage mich, warum. Fühlst du dich von mir bedrängt? Mache ich etwas, was dir nicht gefällt? Bitte sag es mir.« Erneut senkte er den Blick. Ein resigniertes Seufzen entkam ihm. »Nein, du machst wirklich nichts falsch. Es liegt nicht an dir. Ich fürchte, ich bin das Problem.« So langsam war ich mit meinem Latein am Ende. Ich wollte doch nur eine einfache Erklärung für sein Verhalten haben, warum war es für ihn so schwer, mir diese zu geben? War das Thema wirklich derart kompliziert? "Das verstehe ich nicht, Hoseok. Wie meinst du das? Warum hältst du dich selbst für das Problem? Mir fällt es schwer, das zu glauben.«
Unschlüssig biss er sich einmal mehr auf seine Unterlippe, vor ihm schien wirklich eine unfassbar große Hürde zu liegen, die er zu überwinden hatte. »Ich weiß wirklich nicht, wie ich es dir sagen soll. Du... Du wirst es nicht verstehen.«
Ich atmete tief ein und aus. Ihm war nicht bewusst, dass er mich mit so einer Aussage verletzte, doch der Schmerz in meiner Brust war nur schwer zu ignorieren. Wie wenig empathisch nahm er mich wahr, dass er mein Verständnis zu seiner Situation anzweifelte? Für einen kurzen Moment war ich, so kindisch es auch sein mochte, versucht, das Thema fallen zu lassen - ich war unsicher, ob ich an diesem Abend realistisch noch etwas erreichen könnte. Allerdings war mir zugleich bewusst, dass das Thema mir gleich morgen wieder auf die Füße fallen würde, weshalb ich mich bemühte, dieses Gefühl der Frustration zu ignorieren, um das Gespräch nun doch fortzusetzen. Ich hatte immer noch Fragen und ich wollte Antworten auf diese bekommen.
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Hayran KurguPark Jimin, ein scheinbar normaler Student mit überdurchschnittlich guten Leistungen. Obwohl sein Leben von Erfolgserlebnissen erfüllt sein sollte, fehlt dem jungen Studenten ein Ziel im Leben und die Motivation etwas zu erreichen. Als er sich einem...
