Paddy fühlte sich noch total durch den Wind als er aufwachte. Er musste sich erst einmal orientieren um zu wissen wo er war. "Scheiße." dachte er und stand auf. Es war bereits mittags und er hörte jemanden in der Küche poltern. Jetzt erst merkte er das er gar nicht in seinem Zimmer war sondern bei seinen Nachbarn. Langsam ging er hinunter, dem Geräusch und Geruch nach. "Meinst du wir sollten Patrick vielleicht doch da zu bringen in die Psychiatrie zu gehen für eine Weile? Er kann uns erzählen was er will, für mich sah es nach einem Suizid Versuch aus und ich mache mir echt Sorgen Lilo." hörte Paddy den älteren Mann sagen. Bloß nicht in die Psychiatrie, dann lieber wieder Therapie, dachte der junge Mann. "Harald, Lilo, ich weiß das ihr euch Sorgen macht, aber tut mir das nicht an. Ich mache wieder Therapie aber ich will nie wieder auf eine geschlossene." brachte er über die Lippen. Es war damals so schrecklich und das wollte er nicht wieder erleben, vollgedröhnt mit den ganzen Medikamenten. "Hey, guten Morgen. Es tut uns leid, aber wir machen uns wirklich Sorgen. Aber gut, anderes Thema: Was möchtest du essen? Fährst du heute zu Tia ins Krankenhaus? Ich glaube sie braucht dich im Moment." sagte Lilo und schüttelte kaum merklich den Kopf in Richtung ihres Mannes der das natürlich verstand. Thema Therapie oder Psychiatrie wurde erstmal verschoben. Da es Zeit fürs Mittagessen war, entschied sich der junge Mann natürlich fürs warme essen. Es gab Reibekuchen mit selbst gemachten Apfelmus. Lilo war eine Spitzenköchin.Bevor sie in Rente gegangen war, arbeitete sie als Köchin in einem der Bayrischen Restaurants. Paddy zeigte mit dem Daumen nach oben als sie fragte wie es ihm schmecken würde. "Danke für alles. Ich hab bei euch echt was gut zu machen. Ich werde mich jetzt fertig machen und tatsächlich zu Tia fahren. " meinte er lächelnd, aber es erreichte seine Augen nicht. Diese waren noch komplett leer. Das Ehepaar verabschiedete ihn und er ging dann rüber. Balu wollte nicht mit und das war in Ordnung. Schnell sprang er unter die Duschen, ignorierte die Tabletten Packung auf dem Boden und genoss den warmen Strahl des Wassers. Als er fertig war,stylte er seine Haare etwas, zog sich um und verließ das Haus.
Er fuhr nicht zum Krankenhaus, denn er hatte einen wirklich kurzfristigen Termin bei seiner alten Therapeutin bekommen. Normalerweise ging so ein Termin nur eine Stunde, aber es war so viel, so dass daraus zwei Stunden wurden. Paddy hatte wirklich Glück das sie so lange Zeit für ihn hatte und danach ging es ihm deutlich besser. Sie machten einen neuen Termin aus. Dann fuhr er wirklich zum Krankenhaus. An der Intensivstation klingelte er und nach kurzer Zeit kam eine der Krankenschwestern zu ihm raus. Er erklärte zu wem er wollte und da die Station bescheid wusste,ließ man ihn rein. Leise ging er durch den Gang, überall hörte man das piepsen der Apparate. Nun stand er vor der Tür zu Tias Zimmer, er atmete tief durch und betrat das Zimmer. Sie war immer noch an den ganzen Apparaten aber sie sah schon besser aus. Er setzte sich an Bett, hielt ihre Hand und sprach einfach. Über total belanglose Sachen, das essen von Lilo, dem Wetter, von Balu und den anderen Tieren. Die Herzfrequenz änderte sich plötzlich als er einen leichten Druck in seiner Hand spürte. Tias Augen fingen an zu flattern, sie wollte wach werden. Erschrocken drückte er die Alarm Klingel und kurz darauf kam eine der Schwester, diese wiederum rief den Arzt an, dass er bitte sofort kommen möge. Paddy wurde aus dem Zimmer geschoben mit der Aussage das ein paar Test gemacht werden müssten. Verwirrt stand er im Flur und wartete auf die Rückmeldung. Vom Gefühl her dauerte es ewig, doch es waren vielleicht fünfzehn Minuten vergangen als der Arzt aus dem Zimmer kam. "Gehen Sie ruhig rein. Ihre Freundin wird langsam wach. Wir hatten die Narkose letzte Nacht reduziert, da das künstliche Koma auch Risiken birgt. Keine Sorgen, es heilt alles." sagte der Arzt beruhigend. Vorsichtig schaute er durch die offene Tür auf das Bett. "Wir sind zusammen gesprungen." hörte er ein flüstern. Tia wurde wach und registrierte ihn. Lächelnd ging er zu seiner Freundin rüber,setzte sich an ihr Bett und hielt wieder ihre Hand, aber vorher gab er ihr einen sanften Kuss auf die Stirn. Das Atmen fiel ihr noch etwas schwer, aber sie hatte Sauerstoff Maske bekommen nach dem man den Schlauch von der künstlichen Beatmung gezogen hatte da sie wieder eigenständig atmen konnte. Den Satz, den sie gesagt hatte,machte ihn stutzig. "Warum wolltest du einschlafen und nie mehr aufwachen?" fragte sie plötzlich und ließ Paddy aus allen Wolken fallen. "Ich...ach man,ich weiß es nicht. Mir ist das gestern alles zu viel geworden. Die letzten Tage waren einfach nicht so toll. Ich möchte das du gesund wirst, ok? Und ich hab heute wieder mit der Therapie angefangen bevor Lilo und Harald mich in die geschlossene sperren lassen würden." meinte er. Sie versuchten sich etwas zu unterhalten aber sie schlief immer wieder kurz ein.
Es war bereits Abend als Paddy das Krankenhaus verließ. Er wusste das es jetzt bergauf gehen würde mit ihr, aber was war mit ihm? Was wollte er? Das war die Frage, die er sich immer wieder gestellt hatte in den letzten Tagen.
Als er zu Hause war wollte er eigentlich aufräumen und putzen, aber es war alles blitzeblank sauber. "Hallo Paddy, ich hoffe es war ok, dass ich hier etwas aufgeräumt habe und mit Mutti geputzt hab. Essen steht im Kühlschrank. Liebe Grüße Janina ...P.S. mach nicht wieder so eine Scheisse!" kopfschüttelnd las er den Zettel und freute sich auf das Essen. Lilo hatte ihm tatsächlich noch mal eine Portion Reibekuchen gemacht. Paddy ließ es sich schmecken, wählte die Nummer der Nachbarn. "Patrick, schön das du anrufst. Bitte nicht böse sein, wir wollten nur helfen." schoss Lilo direkt los, was Harald mit einem lachen quittierte. Paddy konnte nicht anders als mit lachen. "Lilo, Lilo, STOOOP! Alles gut. Punkt eins: Ich bin nicht böse, ganz im Gegenteil. Punkt zwei: Deine Reibekuchen waren wieder eine Wucht und Punkt 3: Tia ist aufgewacht, atmet selbstständig , bekommt aber noch eine Sauerstoff Maske. Die Therapie Sitzung war auch gut. Ich hab nur ein Problem. Ich möchte für ein paar Tage weg." Den letzten Satz sagte er leise.
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Love is your security
FanficTia arbeitet im Sicherheitsdienst und bekommt die Chance für einen Tag im Bereich des Personenschutzes zu arbeiten. Was alles auf sie zukommen würde, wusste sie noch nicht. ____________________________________ Mal schauen wohin uns die Reise führt...