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Vielleicht bin ich das auch

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Harry dirigiert mich in mein Wohnzimmer, seine Lippen dabei unentwegt auf meinen. Er raubt mir mit diesem Kuss den Atem, lässt das Kribbeln in meinem Bauch stärker werden und als ich das Sofa unter mir spüre, entweicht mir ein erregtes Seufzen, ehe ich unsere Lippen voneinander löse und ihn außer Atem ansehe.
"Was zum-", beginne ich, werde aber von seinen Lippen unterbrochen, die mich erneut in einen Kuss verwickeln.
"Deine Blicke heute", murmelt er, wandert zu meinem Hals und lässt mich leise stöhnen. "Ich konnte genau sehen, was in deinem hübschen Köpfchen los ist". Harrys Lippen wandern weiter, küssen meinen Kiefer entlang, während seine Hände sich unter mein T-Shirt schieben. "Ich konnte den ganzen Tag an nichts anderes denken".
Plötzlich verlassen mich seine Lippen, er sieht mich an, der Blick feurig und heiß.
"Ich musste einfach herkommen".
Benebelt von seinen Fingern, die über meinen Bauch tanzen, nicke ich.
Schmunzelnd lässt er seinen Zeigefinger über meinen Bauchnabel fahren, streichelt tiefer und harkt ihn letztendlich im Bund meiner Hose ein. Sein Schmunzeln wird breiter, die Flammen in seinen Augen dunkler.
"Und jetzt will ich, dass wir genau das machen, was du dir vorgestellt hast".

Wenig später ist mein Wohnzimmer gefüllt mit lauten Stöhnen. Die Luft ist heiß, der Sauerstoff fast verbraucht.
Harry drückt seinen Hintern gegen mich, stöhnt ungeniert, während meine linke Hand sich in seinen Locken festkrallt.
Er kniet auf dem Sofa, die Brust gegen die Rückenlehne gedrückt, die Finger fest in den beigen Stoff gekrallt. Ich stehe hinter ihm, meine rechte Hand auf seiner Hüfte, während meine linke Hand immer wieder leicht an seinen Haaren zieht. Mittlerweile weiß ich, dass er es liebt, wenn ich hin und wieder an seinen Haaren ziehe.
Er ist bereits einmal gekommen. Vielleicht habe ich es mit dem Vorspiel etwas übertrieben, doch so wie er aussieht, wie er wimmert und wie hart er schon wieder ist, wird er auch noch ein zweites Mal kommen.
"Officer". Sein Stöhnen ist dunkel und rau. Ich bewege mich härter, meine Finger krallen sich stärker in seine Hüfte, als plötzlich ein heiserer Laut die Kehle des Lockenkopfes verlässt. Grinsend wiederhole ich meine Bewegung und erneut wimmert der Lockenkopf, lässt seinen Kopf nach hinten gegen meine Schulter fallen und öffnet mühsam seine Augen. Meine Lippen finden den Weg auf seinen Hals, den er mir in dieser Pose anbietet wie einen Präsentierteller. Erneut treffe ich die gewisse Stelle, während ich an dieser einen, bestimmten Stelle an seinem Hals sauge. Nicht stark, aber es reicht aus, dass Harrys Augen flattern und seine Beine beginnen zu zittern.
Seine Muskeln zucken unkontrolliert, sein Stöhnen wird immer leiser und immer wieder hält er die Luft an, nur damit er sie nach wenigen Sekunden in einem heißen Schwall wieder ausatmen kann. Er kämpft bereits und ich beschließe, dass es an der Zeit ist ihn zu erlösen.
Meine Hand verlässt seine Hüfte, schiebt sich auf seinen Bauch und umfasst mit festem Druck seine steinharte Erektion. Ein letztes Mal nehme ich an Tempo auf, bewege meine Hand im gleichen Takt mit festem Druck, als es um mich herum auf einmal verdammt eng wird und Harry zitternd nach vorne klappt. Ich kann mich nicht mehr zurückhalten, genieße dieses Gefühl und lasse es zu. Mit einem letzten Stoß überrollt es mich, meine Stirn prallt gegen seinen Rücken, die Atmung flach, der Körper schweißbedeckt.

Erschöpft lasse ich mich neben ihn auf das Sofa fallen, atme tief ein und bekomme nur nebenbei mit, wie Harry das Kondom von mir entfernt und im Badezimmer verschwindet.
Als er wiederkommt, schmiegt er sich neben mich, sein Arm schlingt sich um meinen Oberkörper und sein Kopf lehnt sich gegen meine Brust.
"Ich habe dein Sofa dreckig gemacht", haucht er, seine Stimme leise und erschöpft. Lächelnd ziehe ich ihn enger an mich, hauche einen Kuss auf seine verschwitzte Stirn und greife nach der Wolldecke hinter mir.
"Du darfst hier alles dreckig machen, Sun".

Wir machen ein kleines Nickerchen und als ich wieder wach werde, liegt Harry nicht mehr neben mir auf dem Sofa. Geräusche aus der Küche veranlassen mich dazu, aufzustehen. Meine Knochen knacken, als ich mich bücke und meine Boxershorts überstreife.
In der Küche werde ich fündig und beobachte einen Moment den hübschen Lockenkopf dabei, noch immer nackt nebenbei bemerkt, wie er etwas auf meiner Arbeitsplatte macht. Seine Haare sind zu einem Dutt zusammengebunden, ein dunkler Fleck zeichnet sich auf seinem linken Schulterblatt ab.
Oops.
Vielleicht habe ich doch nicht nur leicht an seiner Haut geknabbert.
"Hi".
Erschrocken zucke ich zusammen und hebe meinen Blick, begegne leuchtend, grünen Augen, die mich über die Schulter hinweg ansehen. "Ausgeschlafen?". "Hmm".

Ich komme ihm näher, stelle mich hinter ihn und schlinge meine Arme um ihn. Mein Kinn bette ich auf seiner Schulter und schaue auf die Arbeitsplatte, auf der ich ein Holzbrett mit Käse, Salami und Oliven erkennen kann.
"Was machst du da?", möchte ich wissen, schmiege mich noch enger an ihn und versuche krampfhaft zu ignorieren, dass Harry noch immer nackt ist.
"Ich habe hunger".
Wie auf das Kommando, beginnt mein Magen zu knurrten, weshalb der Lockenkopf vor mir leise kichert. Es klingt wie Musik in meinen Ohren und wieder einmal kribbelt es in meinem Bauch. Unweigerlich erscheinen Mays Worte in meinem Kopf. Aber wenn ich es ihm sage, würde sich dann nicht etwas ändern? Vielleicht wäre dieses Unbeschwerte weg. Dieses neckische, was ich so liebe? Das, was uns ausmacht?
"Ich schwöre dir, Officer, wenn du schon wieder dreckige Gedanken hast, sperre ich mich im Badezimmer ein. Gönn' mir eine Pause".
Fragend neige ich meinen Kopf, löse mich etwas von Harry und drehe ihn in meinen Armen um. Sein Blick ist frech, aber wachsam und seine Hände legen sich sofort auf meine Brust.
Würde sich wirklich etwas ändern?
Vielleicht wird es ja aber auch noch besser. Wobei, noch besser? Geht das?
"Louis?".
Mein Blick hebt sich, Unsicherheit spiegelt sich in den Augen des Lockenkopfes ab, welche er allerdings mit einem Lächeln versucht zu vertuschen. "Wo bist du mit deinen Gedanken?", möchte er wissen, vorsichtig, nicht wissend, ob ich ihn gleich zurück ins Bett zerre, oder etwas vollkommen Sinnfreies von mir gebe. Nicht ganz unbegründet, denn immerhin habe ich ihm erst neulich nach dem Sex gesagt, dass ich nur grüne Gummibären esse. Woher dieser Gedankengang kam und warum ich diesen laut ausgesprochen habe, weiß ich nicht. Aber zu meiner Verteidigung - ich hatte kein Blut im Kopf. Es war an einer anderen Stelle und hat mein logisches Denken ziemlich eingeschränkt.

Nachdenklich betrachte ich das hübsche Gesicht vor mir, betrachte die kleinen Fältchen an seinen Augen und die wundervollen Gesichtszüge. Mein Herz klopft stärker, auch Harry scheint es zu merken, denn er sieht auf seine Hand, die nahe bei meinem Herzen liegt. Ein zaghaftes Lächeln erscheint auf seinen Lippen, seine Grübchen erscheinen und vielleicht werde ich deswegen gleich ohnmächtig.
Eigentlich kann ich mir eine Zeit, ohne diesen hübschen Mann, nicht mehr vorstellen.
"Harry?". Meine Stimme ist leise, fast ein Flüstern. Er hebt seinen Blick, seine Augen verlassen seine Hand und begegnen stattdessen meinen. Wir können es zumindest versuchen, oder? Vielleicht ändert sich ja wirklich nichts.
"Es könnte sein, dass ich weitaus mehr, als einen Crush auf dich habe", gestehe ich, das Wummern in meiner Brust deutlich stärker. Ein Lächeln erscheint auf seinen vollen Lippen. "Es könnte sein?".
Beklommen nicke ich, lege meine Hand auf seine Wange und sauge diesen liebevollen Blick in mir auf.
"Nun", haucht er leise, drückt sich enger an mich, sein Blick unentwegt auf meinen Augen. "Es könnte sein, dass auch ich weitaus mehr fühle".
Mein Herz wird gleich den Geist aufgeben, da bin ich mir sicher. Und mein Bauch dreht durch. Die Schmetterlinge waren noch nie so aktiv, wie in diesem Moment, da bin ich mir sicher.
"Ja", gestehe ich, lasse meinen Blick kurz zu seinen Lippen gleiten, dann zurück zu seinen Augen. "Vielleicht bin ich verliebt". Er nickt, seine Lippen verziehen sich zu einem zufriedenen Grinsen. "Vielleicht bin ich das auch".

Der Kunsthändler Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt