Als ich meine Augen wieder öffne, erblicke ich Liam, der mich besorgt mustert. Ich blinzele einige Male, damit meine Sicht wieder klar wird und merke schnell, dass ich mich in einem Krankenwagen befinde. "Oh, Gott sei Dank, du bist wach". Liam beugt sich zu mir, als eine weitere Person erscheint. Ein etwas älterer Sanitäter sieht mich an, holt eine kleine Lampe heraus und leuchtet mir direkt in die Augen.
"Fuck!". Schnell schirme ich meine Augen ab, schließe diese und versuche den stechenden Schmerz in meinem Kopf wieder loszuwerden.
Was soll die Scheiße?
"Wir werden Sie mitnehmen müssen, Sir. Alles deutet auf eine Gehirnerschütterung hin und wir sollten dringend röntgen."
"Röntgen?". Seit wann muss man das bei einer Gehirnerschütterung bitte machen?
"Der Tritt von diesem Mistkerl war ganz schön heftig, Louis", erklärt Liam mir und mir fällt augenblicklich wieder ein, wieso ich überhaupt hier bin. Hastig richte ich mich auf, werde aber im selben Moment zurück auf die Trage gedrückt.
"Mike und Scott kümmern sich drum. Sie kamen gerade zufällig vorbei und haben sich um diese beiden Blödmänner gekümmert, während ich den RTW rufen konnte."
"Wir wollen lediglich ausschließen, dass wir innere Blutungen übersehen", mischt sich der Sanitäter ein und genervt schließe ich meine Augen.
Was für ein beschissener Scheißtag!
Im Krankenhaus werde ich erneut untersucht und regelrecht durchleuchtet. Ich werde in das CT geschoben und dann verfrachten mich die Pfleger in eines der Zimmer. Ein alter Mann ohne Zähne grinst mich an, als die Krankenschwester das Zimmer wieder verlässt, doch ich kann das Grinsen nicht erwidern. Ich will einfach nur in mein Bett und meine Ruhe haben. "Heute gibt es den roten Wackelpudding", erklingt die raue, kratzige Stimme meines Zimmergenossen und ich verkneife mir wirklich ein genervtes Stöhnen. "Den gibt es hier sonst nie"
"Das ist ja klasse". Meine Freude hält sich in Grenzen.
Als es klopft und Liam den Raum betritt, kann ich meine Erleichterung kaum verbergen. Endlich ein normaler Mensch und sicherlich kann ich gleich nach Hause. Dann werde ich mich auf mein Sofa legen, mir eine Pizza reinpfeifen und schlafen. Einfach nur schlafen.
"Hey", werde ich begrüßt und mein bester Freund setzt sich zu mir auf das Bett. Er hat eine kleine Reisetasche dabei und drückt mir mein Handy in die Hand. "Alles gut so weit?", erkundigt er sich, wobei mein Blick irritiert auf der Reisetasche hängen bleibt, was natürlich nicht unbemerkt bleibt. Liam möchte anfangen zu sprechen, als es erneut klopft und eine Frau im weißen Kittel mit einem blonden Kurzhaarschnitt den Raum betritt.
"Mister Tomlinson, Sie sind wach. Sehr schön".
Sie stellt sich an das Fußende des Bettes, sieht auf ihr Klemmbrett und lächelt dann.
"Ich bin ihre zuständige Ärztin."
Mein Blick gleitet auf ihr Namensschild und ich nicke. Dr. Iwish.
"Die gute Nachricht - Sie haben keine inneren Verletzungen. Bei dem CT sind keine inneren Blutungen zu erkennen." Liam atmet auf und ich nicke. "Allerdings", fährt sie fort und schaut erneut auf das Klemmbrett. "Haben Sie eine schöne Gehirnerschütterung und ihr Jochbein ist geprellt. Wegen des Jochbeins brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Das kann ein paar Tage weh tun, aber sonst müssen wir da nichts machen. Jedoch behalten wir Sie anlässlich der Gehirnerschütterung diese Nacht hier." "Was?!". Ich muss hier bleiben? Nein. Auf keinen Fall. Ich hasse Krankenhäuser!
"Es ist nur eine Nacht, Mister Tomlinson. Wir wollen lediglich ausschließen, dass es vielleicht doch Blutungen gibt. Sollten Sie morgen früh fit sein, können sie das Krankenhaus verlassen."
"Na toll". Liam sieht mich mitfühlend an, während die Ärztin noch kurz mit meinem Zimmergenossen spricht und dann verschwindet. "Ich werde dich morgen abholen", verspricht er mir und sieht auf seine Uhr. "Niall macht dir gerade Lasagne. Wenn du morgen nach Hause kommst, wartet eine große Auflaufform davon nur auf dich."
"Ich will aber jetzt schon Lasagne", jammere ich und atme frustriert aus.
Als Liam verschwindet, schaue ich auf mein Handy.
Zehn Anrufe von Sun und unzählige Nachrichten. Stimmt, wir waren ja eigentlich verabredet. Sicherlich steht er schon vor meiner Wohnung. Scheiße. Schnell drücke ich auf den Anrufbutton und es klingelt nur ein Mal, bis die Stimme des Lockenkopfes erklingt.
"Darling! Oh, Gott sei Dank".
Seine Stimme ist viel zu laut. Schmerzhaft verziehe ich das Gesicht und stelle die Lautstärke an meinem Handy etwas herunter. "Love, ich...Gott, ich mache mir solche Sorgen! Wie geht es dir? Hast du Schmerzen? Wie ist das überhaupt passiert?". Leise lache ich auf, was mit einem stechenden Schmerz in meiner Schläfe quittiert wird.
"Mach mal langsam". Ich höre Harry seufzen, kann ihn mir bildlich dabei vorstellen und muss lächeln. "Tut mir leid, Darling. Ich mache mir einfach schreckliche Sorgen." Ich möchte antworten, als ich innehalte. "Woher weißt du hiervon?". Immerhin war er ja nicht dabei und Liam kann es ihm nicht gesagt haben. Warum sollte er auch? Immerhin weiß er nicht, dass wir zusammen sind.
"Na, von wem wohl. May hat mich sofort angerufen. Sie hat allerdings nur gesagt, dass du ins Krankenhaus musst, da es eine Auseinandersetzung gab. Mehr wusste sie auch nicht."
Natürlich war es May. Wer auch sonst? Sie ist immerhin die Einzige im Revier, die von uns weiß und zudem ist sie mit Harry befreundet. Doch das beantwortet Harrys unausgesprochenen Fragen nicht, weshalb ich ihm eine kurze Zusammenfassung davon gebe, was vorgefallen ist und auch, dass ich heute Nacht hierbleiben muss.
"Oh, Darling". Ein schwermütiges Seufzen erklingt und am liebsten würde ich mich jetzt in seine Arme kuscheln. Er riecht immer so gut und ich wette alleine sein Geruch würde alles erträglicher machen.
"Ich würde dich so gerne besuchen", gesteht er und anhand seiner Stimmlage warte ich nur auf das Aber.
"Leider muss ich gleich noch an einer Auktion teilnehmen und anschließend muss ich zur Analyse eines seltenen Artefaktes in die Firma. Wir haben die Skulptur erst vor wenigen Minuten erhalten und es brennt uns allen in den Fingern, dieses Ding genauer unter die Lupe zu nehmen".
Meine Laune sinkt wieder.
Dann hätten wir uns heute so oder so nicht gesehen.
"Schon okay", lüge ich und gestehe mir ein, dass ich ihn gerne hier hätte. "Ich kann morgen eh wieder nach Hause".
Harry räuspert sich und sicherlich fährt er sich gerade durch seine Haare. Ich habe es genau vor mir.
"Ich schaue, dass ich es irgendwie hinbekomme, dich zu sehen, Love. Immerhin brauchst du doch einen sexy Krankenpfleger". Lachend verdrehe ich meine Augen und schiele zu meinem Zimmergenossen, der allerdings seine viel zu großen Kopfhörer trägt und auf seinen Fernseher am Bett starrt.
"Ist mein sexy Krankenpfleger dann auch nackt?". Der Lockenkopf kichert, mein Herz schlägt schneller.
"Der Krankenpfleger macht alles, was Sie wollen, Officer."
Oh Fuck.
"Alles?".
"Alles!".
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Der Kunsthändler
FanfictionDie Polizei ist schon eine lange Zeit auf der Suche nach dem Kunstdieb "Picasso". Leider kann er jedes Mal aufs Neue unbemerkt vom Tatort verschwinden und hinterlässt eine exakte Kopie der Gemälde, die er an sich nimmt. Kunsthändler und Experte Har...
