Einstimmig beschließen wir, dass es nun endlich Zeit ist, ins Bett zu gehen.
Zwar ist es mittlerweile kurz vor Mittag, aber May und ich kommen noch immer von der Nachtschicht und auch Harry hat die Nacht noch nicht geschlafen.
Inwieweit Zayn Schlaf bekommen hat, weiß ich nicht, aber der interessiert mich im Moment am wenigsten.
Während May und Zayn ins Gästezimmer verschwinden, gehen Harry und ich nacheinander ins Badezimmer und kuscheln uns anschließend in sein warmes, großes Bett.
Doch so müde ich auch bin, an Schlaf kann ich nicht denken.
"Was ist, wenn sie die Gemälde finden und die Polizisten, die euch heute kontrolliert haben, sich an euch erinnern?", gebe ich meine Gedanken preis und sehe unsicher zu meinem Freund, der aufgrund seiner Verletzung nicht wirklich bequem zu liegen scheint.
"Sie haben die Gemälde nicht gesehen."
Verwundert ziehe ich meine Stirn in Falten, während Harry sanft lächelt und mich enger an sich zieht.
"Wir haben drei Gemälde von Zayn dazu gelegt. Welche, die er einfach aus einer Laune heraus gemalt hat. Niemand kennt diese Gemälde und man kann sie bei aller Liebe nicht mit Picasso in Verbindung bringen. Und genau diese Gemälde lagen oben."
Unsicher nicke ich. "Und wenn euch doch jemand gesehen hat?"
Schnell waren sie sicherlich nicht. Immerhin kann Harry nicht richtig laufen und humpelt.
"Uns hat niemand gesehen, Love." - "Sicher?" - "Mehr als sicher."
Stumm nicke ich erneut und hoffe einfach mal, dass er recht haben wird.
"Gut, ähm... da ist noch etwas..."
Neugierig sieht mein Freund mich an und ich merke, wie ich unsicher meine Lippe zwischen meine Zähne ziehe, ehe ich die Bombe platzen lasse.
"Du wirst heute Abend Liam und Niall kennenlernen müssen."
"Heute?"
"Naja... als wir zum letzten Einsatzort gefahren sind und du mir vorher nicht geschrieben hast, wollte ich irgendwie Zeit schinden", verteidige ich mich und merke selbst, wie unpassend mein Verhalten am Einsatzort war. "Irgendwie musste ich Liam aufhalten und da habe ich ihn halt vorgeschlagen, dass wir uns heute Abend treffen können, damit ihr euch endlich kennenlernt."
Begeistert sieht mein Freund nicht gerade aus. Ein leises Seufzen kommt aus seinem Mund, bevor sich seine Hand auf meine Wange legt und er mir in die Augen sieht.
"Und meine Verletzung? Liam ist nicht dumm."
"Wir müssen uns eine Ausrede einfallen lassen, falls er Fragen stellt. Aber wenn wir Glück haben, wird er auch einfach nicht darauf reagieren." - "Ich weiß nicht..."
"Es ist nicht so, als wenn du irgendeine Wahl hast, Harry. Theoretisch hast du mich in diese Sache mit reingezogen, auch wenn ich natürlich eine andere Wahl gehabt hätte. Aber wenn ich die andere Option gewählt hätte, lägen wir jetzt nicht hier im Bett."
Er seufzt, haucht mir einen Kuss auf die Stirn und nickt dann.
"Gut, dann lerne ich deine Freunde heute kennen."
Am Abend gehen Harry und ich in meine Wohnung.
Ich habe Liam und Niall dorthin bestellt, denn wenn ich ehrlich bin, möchte ich noch nicht, dass Liam das Haus von Harry sieht. Die Picasso-Sache ist noch viel zu präsent und wenn Liam eins und eins zusammenzählt, sind Harry und ich am Arsch.
Dass mein Lockenkopf nervös ist, kann er nicht verbergen. Immer wieder sieht er prüfend in den Spiegel und ich bin mir nicht sicher, ob die Nervosität davon kommt, dass Liam als mein Kollege hier erscheint, oder aber weil er meinen besten Freund kennenlernt. Sowas ist immerhin ein enorm großer Schritt.
Bisher haben Liam und Niall auch nur einmal jemanden kennengelernt, mit dem ich zusammen war. Ich muss mir bei sowas immer sicher sein, wobei das mit meinem Ex-Freund wirklich ein Griff ins Klo war.
Aber woher soll man das vorher auch wissen?
Kann ja keiner ahnen, dass Mister Perfekt nach sechs Monaten sein wahres Gesicht zeigt und sich herausstellt, dass der Gute mit einer Frau verheiratet ist und drei Kinder hat.
Von wegen Montagearbeit am Wochenende.
Pah!
Er hat schön zwei Leben gleichzeitig geführt.
Unter der Woche hat er hier gelebt, an meiner Seite und am Wochenende hat er einen auf fröhlichen Familien-Daddy gemacht, während ich ihn dafür bedauert habe, dass er jedes Wochenende arbeiten muss.
Schön dumm von mir.
Aber gut.
Als Harry erneut einen Blick in den Spiegel wagt, stelle ich mich hinter ihn und lege meine Arme um seinen Oberkörper. Ein Kuss auf seinen Hals folgt und ich begegne einem unsicher, lächelnden Spiegelbild meines Freundes.
"Alles wird gut. Liam kennt dich doch bereits."
"Genau das ist es ja. Was ist, wenn er mich nicht mag?"
"Er wird dich mögen. Wie kann man nicht? Du bist der charmanteste Mensch auf diesem Planeten."
Die Wangen meines Freundes färben sich rot und erneut huscht ein sanftes Lächeln über seine Lippen, als ich ihn umdrehe und ihm direkt in die Augen sehe.
"Du bist wundervoll, Sun und er wird dich mögen. Und über Niall brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Solange ich glücklich mit dir bin, wird dich der Ire auch lieben. "
"Okay."
Lächelnd hauche ich ihm einen Kuss auf die Lippen und sorge mit meinem Handeln für eine Ladung Schmetterlinge in meinem Bauch. Wenn er es jetzt auch noch tatsächlich schafft, mit seinem dummen Hobby aufzuhören, bin ich der glücklichste Mensch der Welt. Doch so weit möchte ich noch nicht gehen. Erstmal schauen, wie sich die kommenden Wochen entwickeln.
Das Klingeln an meiner Haustür unterbricht unseren Kuss und als wir uns lösen, sieht mein Freund mich doch wieder leicht panisch an.
"Ich verschwinde nochmal schnell ins Bad."
Nickend grinse ich, küsse ihn erneut und mache mich dann auf den Weg zu meiner Tür.
Liam wird gleich aus allen Wolken fallen, da bin ich mir sicher.
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Der Kunsthändler
FanficDie Polizei ist schon eine lange Zeit auf der Suche nach dem Kunstdieb "Picasso". Leider kann er jedes Mal aufs Neue unbemerkt vom Tatort verschwinden und hinterlässt eine exakte Kopie der Gemälde, die er an sich nimmt. Kunsthändler und Experte Har...
