45. Training

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Leo

Die ersten Sonnenstrahlen des Sonnenaufgangs blendeten mich in mein Gesicht. Nörgelnd öffnete ich meine Augen, die ich danach gleich wieder zukniff. Die Decke über meinen Kopf gezogen, drehte ich mich auf die andere Seite um und sah in das schlafende Gesicht meines Gefährten.

Verträumt musterte ich sein beinahe perfektes Gesicht. Eine einzige Strähne störte mich in seinem Gesicht so dermaßen, dass ich nicht anders konnte, als sie sanft hinter sein Ohr zu streichen. Meine Hand jedoch zog ich nicht zurück, sondern legte sie behutsam auf seine Wange.

Meinen Daumen bewegte ich sachte auf dieser und horchte nach Liams leisen Atem. Nachdem einige Minuten vergangen waren, entschied ich mich doch dafür aufzustehen. Also hievte ich mich aus meinem Bett und schliff mich ins Badezimmer.

Meinen Bademantel hatte ich noch immer an und nackig war ich auch darunter. Zum Glück hatte mich gestern nur Liam gesehen, was mir trotz seines Komplimentes etwas unangenehm war. Liam hingegen schien die Tatsache, dass ihn jemand hätte sehen können, komplett egal zu sein.

Wenn ich so darüber nachdachte, müsste er noch immer nackt sein... Schnell schüttelte ich diesen Gedanken aus meinem Kopf, obwohl ich es schon ziemlich interessant fand. Grinsend über mein eigenen Gedanken, blickte ich in den Spiegel des Badezimmers, indem ich mich gerade befand.

Was ich dort sah, ließ mich erstarren und kurz danach erschrocken aufschreien. Keine paar Sekunden später hörte ich etwas aus unserem Schlafzimmer poltern.

Liam

Noch im Halbschlaf bemerkte ich den Blick meines Gefährten auf mir. Ich war froh darüber ihm so nah zu sein, er war das erste Wesen, was mir nach dem Schlüpfen Geborgenheit schenkte. Ich fragte mich aber, warum er so unsicher war. Er sagte gestern er fände seinen Körper zu schmal und seine Narbe....er hatte Angst sie zu zeigen, aber weshalb?

Es gab viele Krieger in dieser Zeit die Narben an sich trugen. Der einzige Unterschied war nur, dass diese ihre Narben mit Anmut und Stolz trugen. Leo wollte sie am liebsten vor jedermann verstecken. Als würden wir ihn dafür demütigen oder verachten. Innerlich musste ich seufzen und bekam leicht mit, wie mir eine Strähne aus dem Gesicht, hinter mein Ohr gestrichen wurde.

Aber anstatt die Hand wieder wegzuziehen, legte er sie auf meine Wange. Sein Daumen strich behutsam über meine Wange, wodurch sie leicht anfing zu kribbeln. Krampfhaft musste ich mein Schnurren unterdrücken, denn sonst wäre diese wunderbare Geste vielleicht beendet.

Ich liebte Leos Berührungen einfach so sehr. Sie brachten mich regelrecht aus dem Verstand. Plötzlich jedoch hörte er auf mich zu streicheln und stand auf. Etwas enttäuscht war ich schon, aber ich war trotzdem froh darüber, dass Leo sich nun näher an mich heran wagte.

Nun doch zufrieden wollte ich wieder in ein Traum schlummern, doch da vernahm ich plötzlich Leos Schrei. Sofort riss ich meine Augen auf, aber fiel leider, da ich zu nah an der Kante lag, hinunter. Ohne zu zögern rappelte ich mich auf und sprintete in unser Badezimmer.

Was ich nun vor mir sah war so unfassbar, dass ich nicht anders konnte, als mit offenen Mund dazustehen. Ich näherte mich meinem Gefährten ein paar Schritte und blieb vor ihm stehen.
,, Wie? Seit wann? ", fragte ich Leo ungläubig. Dieser zuckte nur mit den Schultern und betrachtete seine langen weißen Haare in seiner Hand.

Ich war mir sicher, dass er gestern und auch zuvor keine langen Haare hatte! Aber wenn ich ehrlich war, dann war er jetzt einfach zu schön für diese Welt. Seine langen weißen Haare, die bis zu seinen Oberschenkeln reichten und diese großen grünen Augen, wie sie mich ansahen.

Dragon's eyes (bxbxb)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt