Ich hatte das Gefühl, dass die Tage auf Velurien langsamer vergingen, aber das lag sicherlich nur an meinem schweren Herzen. Oder daran, dass ich keine Ablenkung hatte und mich auf meine Genesung konzentrieren musste. Als ich langsam wieder auf die Beine kam, führte mich Elaria in dem wunderschönen Schloss herum und zeigte mir die atemberaubenden Gärten. Sie versprach mir mehr von ihnen zu zeigen, wenn ich wieder richtig gesund wäre. Ich lernte, dass die Inseln von Velurien von Elben bewohnt wurden und für ihre heilenden Kräfte bekannt waren. Elaria erzählte mir, dass sie und alle Elben in ihrem Volk besondere heilende Fähigkeiten besaßen. Das war auch der Grund, warum die Crew mich genau hier hinbrachte. Es war meine einzige Überlebenschance. Nur gut, dass ich auf dem Weg dorthin nicht bereits verblutet war.
Die große Bibliothek mit ihren riesigen spitz zulaufenden Fenstern und den Regalen, die bis unter die Decke reichten, hatte es mir besonders angetan. Hier konnte ich mich mit Büchern ablenken und weiterhin dabei meinen Körper schonen. Ich verschlang mehrere Bücher in kürzester Zeit. Alle rund um das Thema Medizin und Gesundheit. Auf der Treasure hatten sie alle Posten gut verteilt und besetzt, nur an ärztlicher Expertise mangelte es ihnen, was ich schmerzlich zu spüren bekommen hatte und ich fragte mich mal wieder, ob sie nie krank waren oder medizinische Hilfe benötigten.
Ich freundete mich immer mehr mit Elaria an und sie half mir auf andere Gedanken zu kommen, sodass ich nicht jede Minute an die Acht denken musste. Aber wenn ich ehrlich zu mir war, vermisste ich sie schmerzlich. Ich hätte sogar die Stille mit Wooyoungs schnippischen Kommentaren getauscht, auch wenn ich ihm das nie erzählen würde.
Nach einer knappen Woche meines Aufenthalts, lernte ich Thalion kennen, Elarias besten Freund und wir verstanden uns auf Anhieb so gut, dass wir nach dem ersten gemeinsamen Abendessen zu dritt einige Flaschen leerten. Es war ein feuchtfröhlicher Abend, der mich für einen Moment vergessen ließ. Durch die Anwesenheit der beiden fühlte ich mich weniger einsam. An diesem Abend schlief ich das erste Mal glücklich, wenn auch etwas betrunken, mit Elaria in meinem Bett gekuschelt ein.
Als ich meine Augen öffnete, war das Licht des Morgens bereits in das Zimmer gedrungen und tauchte alles in ein sanftes, goldenes Leuchten. Elaria war bereits auf den Beinen und stand neben meinem Bett. Sie hielt einen Stapel fein gewebter Kleidung in den Händen. Ihre langen, weißen Haare fielen wie ein Wasserfall über ihre Schultern und ihr Lächeln war warm und beruhigend.
„Guten Morgen," begrüßte sie mich. „Ich habe dir etwas eigene Kleidung von unseren Schneidern anfertigen lassen. Ich dachte, es wäre angenehm, hin und wieder etwas Frisches anzuziehen." Sie schmunzelte.
Ich setzte mich vorsichtig auf, meine Glieder fühlten sich wieder stärker an und der Gedanke, endlich wieder eine Auswahl an eigener Kleidung zu besitzen war verlockend. „Danke, Elaria. Das ist sehr aufmerksam von dir."
Etwas unbeholfen stand sie mit dem Stapel im Raum. Sie wusste nicht so recht, ob es sich lohnen würde, die Kleidung im Schrank aufzuhängen. Auch sie hatte bereits durch einige Nachkontrollen festgestellt, dass mein Körper wieder zur alten Stärke gefunden hatte und über meinen weiteren Verbleib hatten wir tatsächlich noch nie gesprochen.
Ich schlug die Decke zurück und lief ihr entgegen, um ihr die Entscheidung und die Kleidung abzunehmen und sie in den Schrank zu räumen. „Ich weiß sowieso nicht wohin ich gehen soll, ich habe schließlich kein Zuhause." Und bei diesen Worten fiel sie mir von hinten um den Hals und umarmte mich fest. Sie überragte mich dabei um einen Kopf und legte ihr Kinn an meinem Scheitel ab. Ich musste grinsen und wackelte mit meinem Körper, um wieder mehr Platz zu bekommen und die wundervollen Kleider auf Kleiderbügel zu ziehen. Nachdem sie ihre Umarmung gelöst hatte, half sie mir stillschweigend dabei. „Ich habe noch etwas vergessen, Moment." Dann verließ sie das Zimmer und kam mit einem silbrig schimmernden Beutel zurück, mit dem sie sich auf das Bett fallen ließ. „Komm her." Etwas verdutzt schaute ich sie an, ließ mich dann aber neben ihr auf das Bett fallen. „Was hast du da?"
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Aurora - You are my light (Ateez x reader)
FanfictionDas Leben von Prinzessin Aurora ist schlimmer als die Hölle. Schuld daran ist der König ihres Königreiches, mit dem sie zwangsverheiratet wurde. Ihr Leben ändert sich von der einen auf die andere Sekunde, als sie von acht maskierten Piraten entführt...
