Das erste, was ich wahrnahm, war das leise Atmen von Hongjoong. Das zweite war die wohlige Wärme, die von seinem Körper neben mir ausging. Langsam öffnete ich die Augen, blinzelte gegen das gedämpfte Morgenlicht, das durch die halb geschlossenen Vorhänge fiel, und drehte den Kopf.
Hongjoong lag auf dem Rücken, die Decke locker bis zu seiner Hüfte hinuntergerutscht, sodass sein definierter Oberkörper freigelegt war. Ich hielt den Atem an. Seine Gesichtszüge, sonst scharf und voller Autorität, wirkten jetzt unglaublich weich. Seine dunklen Augen waren geschlossen, und die angespannte Stirn, die ihm sonst diese Aura von ständiger Kontrolle verlieh, war glatt. Er wirkte fast ... verletzlich.
Ich konnte nicht aufhören, ihn anzustarren. So still und entspannt, wie er jetzt dalag, war es schwer zu glauben, dass dies derselbe Mann war, der seine Crew und die Treasure so unerschütterlich durch jeden Sturm führte, oder der, der in der letzten Nacht meine Welt zum Beben gebracht hatte. Jeder Gedanke daran ließ mein Herz schneller schlagen, und ein verlangendes Ziehen breitete sich unmittelbar tief in meinem Unterleib aus, als hätte er mich gestern nicht bereits mehrfach zum Höhepunkt gebracht. Es war mehr als nur die Erinnerung an die körperliche Nähe – es war die Art, wie er mich angesehen hatte, als wäre ich sein Ein und Alles.
Moment. Ein und Alles? Das stimmte doch nicht, versuchte mir mein immer noch träges Hirn zu verklickern. Seonghwa. Ich hatte gestern Nacht nicht einen Gedanken an ihn verschwendet. Oder daran, dass er und Hongjoong eine Beziehung hatten. Oder zumindest so etwas in der Art. Hatte ich etwas zerstört? Bedeutete das, dass Hongjoong fremdgegangen war? Und dann noch ausgerechnet bei Seonghwa? Hieß es nicht eigentlich sie beide oder keiner? Oder hatte ich sie falsch verstanden? Meine Gedanken rasten, und mir wurde übel bei dem Gedanken, Seonghwas Gefühle verletzt zu haben.
Ich wusste nicht, wie lange ich Hongjoong gedankenverloren beobachtet hatte, doch irgendwann regte er sich. Seine Hand griff nach der Decke, seine Augenlider flatterten leicht, bevor sie sich langsam öffneten. Ein verschlafenes Lächeln erschien auf seinen Lippen, als er meinen Blick einfing.
„Was geht in deinem hübschen kleinen Kopf schon wieder vor sich, hm?" Seine Stimme war rau vom Schlaf, tief und samtig, wie ein Sturm, der sich ankündigte.
Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen. „Ich habe dich nur beobachtet," gab ich ehrlich zu. „Du siehst ... anders aus, wenn du schläfst."
Seine Augenbraue hob sich leicht. „Anders? Erklär dich, Prinzessin."
Ich setzte mich auf und ließ die Decke, die meinen Oberkörper bedeckte, achtlos zur Seite gleiten. Seine Augen wanderten schamlos über meine nackte Haut, und ich musste die Hitze in meinen Wangen ignorieren. „Sanfter," sagte ich schließlich. „Fast so, als wärst du tief in dir ein anderer Mensch."
Er grinste, schob sich auf die Ellbogen und musterte mich mit einem Blick, der mich gleichzeitig nervös und aufgeregt machte. „Tja, enttäuscht, dass ich nicht immer der unerschütterliche Captain bin?"
„Vielleicht ein bisschen," neckte ich ihn, und mein Blick fiel auf seine wunderschönen Lippen. „Aber ich mag diesen Teil von dir auch."
Seine Antwort war ein warmes Lächeln, in dem ich am liebsten versunken wäre.
Ich zog die Decke wieder höher und klammerte mich daran, als könnte sie mir die Stärke verleihen, die ich jetzt brauchte. Mein Kopf war ein einziges Chaos aus Fragen, und ich wusste, dass ich sie nicht einfach verdrängen konnte.
„Was bedrückt dich?" Hongjoong machte mir den Einstieg leichter, als er mich mit freundlichen Augen anlächelte und genau wusste, dass ich etwas auf dem Herzen hatte. Entweder war es wirklich so, dass mir jeglicher Gedanke wie ein Untertitel im Gesicht stand, oder die Crew hatte geheime magische Fähigkeiten, um in meinen Kopf zu schauen.
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Aurora - You are my light (Ateez x reader)
FanfictionDas Leben von Prinzessin Aurora ist schlimmer als die Hölle. Schuld daran ist der König ihres Königreiches, mit dem sie zwangsverheiratet wurde. Ihr Leben ändert sich von der einen auf die andere Sekunde, als sie von acht maskierten Piraten entführt...
