Die Stille nach dem Tumult, den der Vogel ausgelöst hatte, war fast schlimmer als der Moment selbst.
Yeosang war da draußen. Vielleicht.
Aber nicht bei uns. Nicht hier. Nicht in seinem Körper.
Die salzige Luft schnitt mir in die Lungen wie ein Messer, als ich mich schwerfällig gegen das Holzgeländer der Treasure stützte. Das Meer war ruhig. Zu ruhig. Als hätte es vergessen, dass es jemandem das Leben genommen hatte.
„Was ist, wenn er nicht zurückkommt?" Meine Stimme war kaum mehr als ein Hauch. „Was, wenn... das alles war? Ein einziger Flügelschlag am Horizont und jetzt... nichts mehr?"
Seonghwa trat neben mich. Sein Blick ging übers Wasser, als könnte er mit seiner Magie tiefer sehen als jeder andere. Vielleicht konnte er das.
„Er war erschöpft, Aurora. Manche Gestaltwandler verlieren ihre menschliche Form, wenn sie an ihre Grenzen stoßen", sagte er. „Es ist eine Art Schutzmechanismus. Der Körper flieht, wenn der Geist nicht mehr kann. Vielleicht... vielleicht hat Yeosangs Magie ihn gerettet, indem sie ihn verwandelt hat."
„Das klingt, als würdest du dich schon mit dem Schlimmsten abfinden."
Ich drehte mich zu ihnen. Zu allen.
„Ihr wart zu siebt. Ihr habt Kräfte, die Berge verschieben könnten. Und trotzdem ist er weg."
„Aurora...", hob Yunho an, aber ich ließ ihn nicht ausreden.
„Ihr wart nicht da! Ihr habt nicht gesehen, wie er gefallen ist! Ihr habt nicht gespürt, was ich gespürt habe! Dieses... Zerreißen." Meine Stimme brach. „Und jetzt steht ihr hier und redet, als wäre das... irgendwie zu akzeptieren."
Die Stille, die daraufhin folgte, war unerträglich.
Dann trat Seonghwa einen Schritt näher. Seine Augen waren dunkel, ruhig, aber nicht kalt.
„Wir haben alles getan, was wir konnten. Wir haben die Treasure tagelang gestoppt. Haben nach ihm gesucht. Unter Einsatz von allem, was wir hatten. Und wir haben nichts gefunden."
„Nichts", wiederholte Mingi. Leiser als zuvor.
Ich wollte es glauben. Ich wollte es wirklich. Aber mein Herz pochte gegen diese Hoffnungslosigkeit an, als müsste es die Welt selbst zum Umdenken zwingen.
Da hörten wir Schritte. Und dann seine Stimme.
„Sag das nochmal."
San war aufgetaucht, mit Jongho dicht hinter ihm.
Sein Blick brannte. Nicht vor Wut, nicht nur. Da war Schmerz. Und Zorn. Und etwas, das aussah wie Enttäuschung.
„Sag nochmal, dass wir nichts getan haben", presste er hervor.
„Dass wir gewartet hätten. Dass wir aufgegeben hätten."
Ich öffnete den Mund, aber er ließ mich nicht.
„Ich war dort, Aurora. Ich bin ins Wasser gesprungen, immer und immer wieder, als jeder andere gesagt hat, ich soll es lassen. Ich habe versucht, ihn zu finden. Seine Wärme. Irgendeinen verdammten Rest von ihm. Jongho ist bald draufgegangen, so intensiv wie er Yeosangs Aura versucht hat aufzuspüren." Seine Stimme bebte.
„Wir haben nicht gewartet. Wir haben gehofft. Geflucht. Gebetet. Und uns selbst dafür gehasst, dass wir ihn nicht gefunden haben."
Jongho legte ihm eine Hand auf die Schulter, aber San riss sich los.
„Du bist nicht die Einzige, der er etwas bedeutet. Und du kennst ihn am kürzesten von uns allen. Du kennst ihn seit wann... ein paar Wochen? Vielleicht Monaten. Ich kenne ihn mein halbes Leben. Er ist meine Familie."
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Aurora - You are my light (Ateez x reader)
FanfictionDas Leben von Prinzessin Aurora ist schlimmer als die Hölle. Schuld daran ist der König ihres Königreiches, mit dem sie zwangsverheiratet wurde. Ihr Leben ändert sich von der einen auf die andere Sekunde, als sie von acht maskierten Piraten entführt...
