Ich hätte wissen müssen, dass mit San zu trainieren in etwa so war, als würde man versuchen, mit einem Sturm tanzen zu lernen. Elegant, kraftvoll, gefährlich. Und absolut unbarmherzig.
„Willst du mich umbringen?!" schnappte ich, während ich keuchend auf dem Rücken lag, meine Schulter im Splitterholz des Decks, mein Atem irgendwo zwischen Schmerz und Frustration.
„Wenn ich dich umbringen wollte, wärst du bereits Fischfutter. Ich bringe dir gerade bei nicht zu sterben!"
San stand über mir, das Hemd schon halb durchgeschwitzt, ein Lächeln auf den Lippen, das eindeutig nicht pädagogischer Natur war.
„Ich will, dass du kämpfst, auch wenn dein Körper schreit, aufzuhören."
„Mein Körper schreit gerade viel mehr nach Gnade."
„Dann sag ihm, er soll die Klappe halten."
Ich stöhnte und rollte mich auf die Seite. Er hatte recht. Natürlich. Aber das machte es nicht besser.
„Dann noch mal", sagte ich und stemmte mich mit den Händen hoch. „Aber diesmal versuch ich, dich vorher zu treffen."
„Viel Glück." Er streckte mir die Hand entgegen. „Aber sei dir sicher, dass du mit den Konsequenzen leben kannst."
Ich ignorierte seine Warnung. Griff zu. Und kaum war ich auf den Beinen, drehte er mich auch schon wieder – zack – auf den Bauch, mein Arm wurde fixiert, mein Rücken spannte sich gegen seinen Körper.
„Du verlässt dich zu sehr auf deine Beine", murmelte er dicht an meinem Ohr.
„Sirenen ziehen dich im schlimmsten Fall auch unter Wasser. Du wirst nicht stehen können. Denk mit den Händen. Mit dem Rumpf. Mit deinem Willen."
Ich keuchte. Nicht nur vom Griff. Auch von der Nähe.
„Dann... zeig mir, wie man gegen Unterwasser-Schlampen kämpft."
Er lachte, ein dunkles, raues Lachen – und ließ mich los.
„Mit Vergnügen."
Dann – ohne weitere Warnung – hob er mich vom Boden hoch und bewegte sich, mit mir in seinen Armen, auf die Reling zu.
„Was hast du vor?", fragte ich panisch. „Du wirst doch wohl nicht etwa—" Und im nächsten Moment warf er mich über Bord.
„SAN?!"
Ich schrie auf, als ich mit einem Platschen ins kalte Wasser krachte. Salzig, eiskalt, erschütternd.
Als ich auftauchte, sah ich ihn schon springen. Geschmeidig wie ein Raubtier, das sich in sein Element warf.
Ich hustete und spuckte Salzwasser aus. Kaum hatte ich meine Haare aus dem gesicht gestrichen, war San auch schon wieder bei mir. Seine Hand packte meine Hüfte, zog mich unter Wasser. Ich trat um mich, wirbelte, versuchte mich zu befreien – aber sein Griff war stark. Seine Bewegungen präzise. Wie die einer Sirene. Nur viel heißer.
Wir tauchten wieder auf. Ich japste nach Luft. Er grinste.
„Nochmal."
„Bist du irre?!"
„Nein. Ich bin gründlich."
Ich hatte gerade Luft geschnappt, nachdem San mich das dritte Mal unter Wasser gezogen hatte und ich versucht hatte, mich aus seinem unbarmherzigen Griff zu befreien, als plötzlich etwas Unerwartetes passierte.
Eine kleine, scheinbar harmlose Welle baute sich direkt hinter ihm auf – völlig untypisch für das ruhige Fahrwasser um die Treasure herum – und klatschte ihm mit voller Wucht an den Hinterkopf.
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Aurora - You are my light (Ateez x reader)
FanfictionDas Leben von Prinzessin Aurora ist schlimmer als die Hölle. Schuld daran ist der König ihres Königreiches, mit dem sie zwangsverheiratet wurde. Ihr Leben ändert sich von der einen auf die andere Sekunde, als sie von acht maskierten Piraten entführt...
