ELF

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AURORA

Als ich in der Küche niemanden entdeckte und auch noch nicht hungrig genug für das Frühstück war, wollte ich gerade den Raum wieder verlassen, um an Deck zu gehen und dort vielleicht den Captain anzutreffen. Möglicherweise würde er mir in einem Vier Augen Gespräch ein paar weitere Informationen enthüllen. Jede noch so unwichtig klingende Kleinigkeit könnte schließlich Aufschluss darüber geben, wo sie mich hinbrachten. 

Doch ich kam nicht weit, denn ein sichtlich müder Yeosang kam im selben Moment durch den Türrahmen in die Küche und wir stießen ineinander. Als seine Augen meine fanden, wurde sein Blick plötzlich aufmerksam. Er nahm seine Hände an meine Schultern und brachte wieder einige Zentimeter zwischen unsere Körper, um sich dann mit einer leichten Verbeugung bei mir für den Zusammenstoß zu entschuldigen. 

„Ach ist schon in Ordnung, ich habe ja auch nicht richtig hingeschaut", entgegnete ich ihm höflich und spürte mein Herz schon wieder deutlich schneller schlagen als es sollte. Ich musterte ihn eingehend wie er etwas unbeholfen vor mir stand. „Du siehst müde aus, warst du etwa die ganze Nacht wach?"

Er nickte. „Ich bin an Bord dafür zuständig Ausschau nach feindlichen Schiffen oder Hindernissen zu halten. Heute hatte ich Nachtwache. Wenn du willst, nehme ich dich mal mit zu meinem Ausguck." Er lächelte mich verlegen an. 

Ich zog die Augenbrauen skeptisch hoch. „Du meinst, den ganzen Hauptmast hinauf bis zur Spitze?" Ich schüttelte mich bei dem Gedanken vor solchen Höhen. 

„Glaub mir, wenn du erst einmal dort oben bist, wird es sich lohnen. Das Gefühl von Freiheit ist dort grenzenlos, es würde dir gefallen." Freiheit. Als hätte er es gewusst, traf er bei mir damit genau ins Schwarze. 

„Ich überlege es mir," ich lächelte ihn an und mein Blick rutschte zu seinem schwarzen Hemd, auf dem ich etwas Blaues ausmachen konnte. Behutsam pflückte ich es mit meinen Fingern von dem edlen Stoff und erkannte eine kleine leuchtend blaue Feder, die ich in die Luft hielt, um sie zu begutachten. „Wo hast du die denn her? Die ist ja wunderschön!" 

Yeosangs Augen weiteten sich für einen kurzen Moment. „Ehm... die muss wohl von einem Vogel sein," stammelte er. Ach was du nicht sagst, du Schlaumeier. 

Ich betrachtete ihn prüfend. „Habt ihr etwa ganz wie die klassischen Piraten, die ihr nicht seid, einen Papagei?" Meine Stimme überschlug sich fast vor Aufregung, denn ich hatte noch nie einen echten gesehen. 

„Sowas in der Art." Yeosang bediente sich mittlerweile an dem bereitgestellten Frühstück und packte sich einige Sachen auf einen Teller. Ich schaute ihn erwartungsvoll an, in der Hoffnung er würde noch mehr sagen. Doch er blieb stumm. 

„Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag an Bord der Treasure, Prinzessin. Ich ziehe mich zum Schlafen zurück," und mit einer eleganten Verbeugung und mit seinem Frühstück bepackt, verließ er die Küche. Er war sicherlich aus vornehmem Hause, zumindest schien er mir eine gute Erziehung genossen zu haben und ich freute mich mal wieder über einen freundlichen Kontakt mit einem von ihnen. 

Ich ließ mir das Gespräch mit Yeosang erneut durch den Kopf gehen und spürte ein wohliges Kribbeln in meinem Bauch. Er schien nicht abgeneigt davon zu sein, Zeit mit mir zu verbringen, sonst hätte er mich sicherlich nicht zu seinem Ausguck eingeladen. Auch wenn ich für das Erste damit zufrieden war, Zeit mit ihm auf Meeresspiegelhöhe zu verbringen, ließ mich sein Angebot lächeln.

Durch die Begegnung mit ihm, machte ich mich freudig gestimmt auf den Weg an Deck. Als ich es betrat, ließ mich der Anblick kurz innehalten und nach wie vor staunen. Ich war schon oft auf Booten auf dem Meer gewesen, doch noch nie auf einem Schiff dieser Art. 

Aurora - You are my light (Ateez x reader)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt