Der warme Spätsommerwind strich sanft über das Deck der Treasure, und die See lag so ruhig vor uns, dass sie fast friedlich wirkte. Das goldene Sonnenlicht spiegelte sich in den Wellen, und ich fühlte mich für einen Moment fast geborgen – wären da nicht die ständigen Erinnerungen an den Todesdämon, der San befallen hatte, die bevorstehenden Aufgaben in Dune und die Durchfahrt durch die Sirenenschlucht. Ich wusste, dass es bald noch ernster werden würde, und dafür musste ich nach dem Training mit Jongho jetzt nochmal jegliche Konzentration in mir bündeln, um von Yunho zu lernen.
Yunho stand neben mir und musterte skeptisch meinen Hals. „Das sieht übel aus", murmelte er und berührte vorsichtig die blauen Flecken von Sans Würgegriff. Ich zuckte bei seiner unerwarteten Berührung zusammen, hielt dann aber still. Es hatte eh keinen Sinn, die roten Striemen an meinem Hals zu verstecken. Jeder hier an Bord wusste Bescheid. Yunhos Stimme klang besorgt, aber wie immer steckte darin auch dieser leichte, beruhigende Tonfall.
„Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht", entgegnete ich schnell und wich seinem prüfenden Blick aus.
„Aha, na klar", sagte er, dann bemerkte er, was wirklich fehlte. „Aber weißt du, was schlimm ist? Dass du ohne deine Kette hier rumläufst."
Oh. Die Kette. Mein Hals fühlte sich plötzlich leichter an, und mir wurde heiß und kalt zugleich. „Oh... ähm, ich habe sie wohl... nach der Schlacht abgelegt und vergessen, wieder anzuziehen." Mein Versuch, das beiläufig klingen zu lassen, ging völlig daneben, und Yunho sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Vergessen?" Er schüttelte den Kopf, als hätte ich gerade gesagt, ich hätte das Ruder verloren. „Aurora, du weißt, wie wichtig sie ist. Ohne die Kette kannst du keine Magie anwenden. Was wäre, wenn wir heute angegriffen worden wären? Oder du sie hättest brauchen können?"
„Ich weiß, ich weiß!" Ich hob entschuldigend die Hände. „Ich hole sie sofort."
Mit schnellen Schritten lief ich in meine Kajüte und schnappte mir die Kette von meinem Nachttisch, wo ich sie nach der Schlacht und der Versorgung von San achtlos abgelegt hatte. Durch den Traum, in dem mir der Dämon in Sans Gestalt erschienen war, hatte ich am nächsten Morgen keinen klaren Gedanken fassen können und sie dort liegen lassen.
Jetzt funkelte der blaue Aquamarin wie das Meer, als ich das goldene Schmuckstück um meinen Hals legte. Sofort durchströmte mich das beruhigende Gewicht, und ich fühlte mich auf eine unerklärliche Art und Weise etwas sicherer.
Als ich zurück auf das Deck trat, stand Yunho noch immer an Ort und Stelle, die Arme verschränkt, aber mit einem amüsierten Glitzern in den Augen. „Na, fühlst du dich jetzt wieder wie eine mächtige Lichtmagierin?"
„Ja, sehr witzig", grummelte ich, doch ein Lächeln konnte ich mir nicht verkneifen.
Yunho musterte mich kurz, dann wurde sein Tonfall ernster. „Gut, dann können wir weitermachen. Heute wird es nämlich ernst."
Ich spürte, wie mein Herz einen Moment schneller schlug. „Was genau hast du vor?"
„Wir müssen deine Magie verstärken", erklärte er. „Wenn wir durch die Sirenenschlucht fahren, wird der Gesang uns außer Gefecht setzen. Keiner der Männer wird in der Lage sein, seine Magie zu nutzen. Das bedeutet, du bist unsere einzige Hoffnung. Und wenn du das schaffen willst, müssen wir jetzt dringend üben."
Diese Worte hatte ich bereits einige Male gehört, und jedes Mal sorgten sie aufs Neue für einen Knoten in meinem Bauch.
„Keine Drucksituation, oder?" Ich zog die Augenbrauen hoch und versuchte, den Ernst der Situation mit Humor zu überdecken.
„Nur ein kleines bisschen." Yunho grinste und trat näher. „Also... Hand aufs Herz. Wörtlich."
„Ähm... was?" Ich blinzelte verwirrt, doch Yunho deutete auf seine Brust.
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Aurora - You are my light (Ateez x reader)
FanfictionDas Leben von Prinzessin Aurora ist schlimmer als die Hölle. Schuld daran ist der König ihres Königreiches, mit dem sie zwangsverheiratet wurde. Ihr Leben ändert sich von der einen auf die andere Sekunde, als sie von acht maskierten Piraten entführt...
