Ich hatte wirklich gehofft, es würde niemandem auffallen. Ich hatte frisch geduscht, meine Haare gebändigt, mir sogar ein hübsches Kleid übergeworfen, das lang genug war, um das verräterische Ziehen in meinen Schenkeln zu kaschieren – zumindest für mein Gefühl.
Aber nichts – gar nichts – konnte verbergen, wie vorsichtig ich ging. Wie wund ich war. Wie vollständig ausgefüllt ich mich noch immer fühlte.
Jeder Schritt war eine stille Mahnung an die Nacht, die ich mit San verbracht hatte. Und obwohl ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen, konnte ich spüren, wie mein Körper leise schrie: Ich gehöre nicht zum Frühstück. Ich gehöre zurück in dieses verdammte Bett.
Als ich den Speisesaal betrat, war der große Tisch bereits voll. Alle, außer Hongjoong, saßen verstreut an der Tafel. Wooyoung, wie immer in seiner chaotisch-glänzenden Küchen-Ehre, hatte dampfende Schalen mit Doenjang-jjigae verteilt – diese würzige, leicht zu scharfe Suppe mit Tofu und Kimchi, die mir normalerweise den Magen wärmt. Heute allerdings ... lag mir schon alles andere im Bauch.
„Guten Morgen, Prinzessin." Mingi grinste, als ich mich langsam zu ihm setzte. Zu langsam.
Jongho schob mir eine Schale hin. „Iss was. Du siehst aus, als hättest du die Nacht durchtrainiert."
Ich erstarrte innerlich. Mingi grinste. Yunho warf Jongho einen vielsagenden Blick zu.
„Was denn?", fragte Jongho unschuldig. „Ich mein ja nur—"
Dann öffnete sich die Tür. Und alles wurde schlimmer.
San trat ein – und ich hasste, wie gut er aussah. Die feuchten Haare, das offene Hemd, dieser Blick, der mich sofort fand. Und wie seine Finger fast beiläufig über meine Schulter strichen, als er sich neben mich setzte.
Zu beiläufig. Zu vertraut.
Ich spürte, wie mehrere Köpfe sich drehten, und Blicke ausgetauscht wurden, also starrte ich konzentriert in meine Suppe, als könnte ich zwischen dem schwimmenden Gemüse in die Zukunft sehen.
„Sag mal ...", begann Wooyoung und wedelte mit seinem Löffel in der Luft, als hätte er gerade eine Verschwörung aufgedeckt. „Habt ihr's etwa ...?"
Er stellte seine Schüssel demonstrativ ab. Sein Blick ging prüfend zu mir. Dann zu San. Dann wieder zu mir.
„Na toll", seufzte er theatralisch. „Sie haben's getan."
„Was getan?", fragte Yunho mit diesem Tonfall, der vorgab, überrascht zu sein, aber bereits alles wusste.
„Sie haben's getrieben. Aurora und San. Der San. Der unnahbare, unantastbare, zu-elegant-für-uns-San."
San schnaufte. „Du redest, als wär ich ein Einhorn."
„Du bist schlimmer", mischte sich nun Yeosang ein, ohne aufzusehen. „Ein Einhorn würde weniger Lärm machen beim Kommen."
Ich verschluckte mich an der heißen Suppe. Mingi prustete.
Wooyoung klopfte mir großzügig auf den Rücken, als er hinter mir vorbeilief, um Mingi noch mehr Suppe nachzufüllen. „Komm, Prinzessin. Keine falsche Scham. Wenn du bei mir so laut warst wie bei ihm, wundert's mich nicht, dass Jongho denkt, du hättest die Nacht trainiert."
„Ich hasse euch." Ich hielt den Löffel schützend vor mich.
„Ach was", grinste Yunho, „du liebst uns."
„Wirklich wichtig ist nur", fuhr Wooyoung fort, „ob San besser war als ich."
San warf ihm einen Blick zu, der jemanden weniger Dreisten wahrscheinlich getötet hätte.
„Sie hat's nicht verbalisiert, aber ich denke, ihre Beine sprechen Bände."
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Aurora - You are my light (Ateez x reader)
FanfictionDas Leben von Prinzessin Aurora ist schlimmer als die Hölle. Schuld daran ist der König ihres Königreiches, mit dem sie zwangsverheiratet wurde. Ihr Leben ändert sich von der einen auf die andere Sekunde, als sie von acht maskierten Piraten entführt...
