Den Rest des Tages passierte nach dem aufregenden und ereignisreichen Start zu meinem Glück nichts mehr. Leider war ich immer noch nicht schlau aus dem Kuss geworden und was San damit zu bezwecken versuchte. Ich hielt es für das Sinnvollste ihm nach wie vor aus dem Weg zu gehen und so eine Situation nicht mehr zuzulassen. Bis zum Abend lenkte ich mich mit dem Lesen eines Buches über Mythologie ab.
Es klappte erstaunlich gut, denn als ich durch mein Magenknurren zum ersten Mal seit Stunden von meinem Buch aufschaute, konnte ich durch die Fenster meines Zimmers den Abend anbrechen sehen. Ich legte das Buch auf die ausgebaute Fensterbank, auf der ich schon seit Stunden saß, und streckte meinen vom langen Sitzen steif gewordenen Körper. Kurze Zeit später machte ich mich auf den Weg zur Küche.
Wie Seonghwa mir am Morgen verkündet hatte, wartete er dort bereits auf mein Erscheinen. Als er mich im Türrahmen der Küche entdeckte, musterte er mich eindringlich mit einem fragenden Blick. Ich nickte ihm zur Bestätigung auf seine nichtgestellte Frage zu, ob es mir besser ginge. Aus dem angrenzenden Speisesaal konnte ich Stimmen und Gelächter wahrnehmen. Wooyoung stand an der Küchenzeile und bereitete das Abendessen zu und obwohl er mein Eintreten bemerkt hatte, ignorierte er mich. Na herzlichen Dank auch, was auch immer ich dir getan habe.
„Schön, dass du da bist, Aurora. Das Essen ist gleich fertig, lass uns zu den anderen gehen, wir trinken schonmal was", und damit zeigte er mit zwei gut gefüllten Weinkelchen in Richtung des Speisesaals. Oh nein. Auf ein gemeinsames Get-together, bei dem mich die Hälfte am liebsten über Bord schmeißen würde, konnte ich wirklich gut verzichten. Seonghwa erkannte mein Zögern und trat näher auf mich zu.
„Na komm, sie beißen schon nicht." Er schaute mich aufmunternd an.
„Da wäre ich mir nicht so sicher", sagte ich noch immer nicht überzeugt und in Gedanken driftete ich zu dem Kuss ab. Wooyoung, der mich immer noch keines Blickes würdigte und eine Zwiebel mit seinem Küchenmesser malträtierte, lachte daraufhin verächtlich auf. Und wäre an dem Tag nicht bereits so viel passiert, hätte meine innere Rebellin den Kampf mit ihm vielleicht aufgenommen. Zum Wohlbefinden aller ignorierte ich ihn aber und folgte Seonghwa zögerlich in den Speisesaal.
Vielleicht war das eine gute Gelegenheit, etwas mehr über diese Acht herausfinden zu können. Bei ein paar Gläsern über dem Durst hatten sich schon so einige Zungen gelockert. Solange dabei die von San in seinem Mund blieb, würde ich mich auf dieses Unterfangen einlassen.
Die sechs Männer saßen ausgelassen an einer von vier hölzernen Tafeln im Speisesaal zusammen, welcher Platz für das Vierfache dieser Crew bot. Die Bänke waren mit Tierfell ausgelegt und auf dem Tisch standen einige Kerzenständer, in denen kleine Flammen loderten. Ein Kamin in der Ecke spendete der Runde gemütliches Licht. Ich wunderte mich über so viele Feuerquellen an Bord, denn das Schiff bestand, wie jedes andere auch, überwiegend aus Holz, welches leicht entflammbar war. Doch ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie dieses wertvolle Schiff wie die Treasure eines war, einer solchen Gefahr aussetzen würden und blieb ratlos darüber zurück.
Als die Sechs Seonghwas und meine Anwesenheit bemerkten, erhoben sich ihre Köpfe und ich konnte so ziemlich jede Emotion, die es gab, in ihren Blicken erkennen. Von einem schüchtern lächelnden Yeosang zu einem wütend funkelnden Mingi war alles vertreten. Nur San ignorierte mich. Soll mir bloß recht sein. Ich lächelte so freundlich wie es mir eben möglich war in die Runde und deutete eine leichte Verbeugung an wie ich es bei einigen von ihnen schon wahrgenommen hatte, dann ließ ich mich auf dem freien Platz neben Yeosang nieder und Seonghwa nahm dankenswerterweise zu meiner Linken Platz.
Der Captain saß vor Kopf und auf der Bank mir gegenüber der Reihe nach Yunho und Jongho. Der freie Platz neben Jongho war wohl für Wooyoung bestimmt, der noch in der Küche stand. Am anderen Kopfende saß San und auf meiner Bank glücklicherweise ganz außen Mingi, der rechts neben Yeosang saß. Somit musste ich mit ihm schonmal keinen direkten Blickkontakt halten. Sowohl Seonghwas als auch Yeosangs Präsenz ließen mich in der Runde wohler fühlen, wenn auch mein kleines Herz wieder aufgeregt schlug, als Yeosang mich verlegen anlächelte. Fuck, wie konnte ein Mensch nur so gottesgleich aussehen?
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Aurora - You are my light (Ateez x reader)
Fiksi PenggemarDas Leben von Prinzessin Aurora ist schlimmer als die Hölle. Schuld daran ist der König ihres Königreiches, mit dem sie zwangsverheiratet wurde. Ihr Leben ändert sich von der einen auf die andere Sekunde, als sie von acht maskierten Piraten entführt...
