EINUNDDREIßIG

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- Dingdong. Schaut mal, wer da schon wieder mit einem neuen Kapitel vor der Tür steht 🛎. Ich scheine gerade einen Flow zu haben. Aber jetzt erstmal: Viel Spaß beim Lesen, wir hören uns dann im Anschluss :) -


Die Dunkelheit der Nacht hatte sich bereits über die Treasure gelegt, als ich nach einem wohlverdienten Bad und Abendessen das Achterdeck ansteuerte. Ich war völlig erschöpft. Meine Knochen schmerzten und mein Kopf pochte von der Anstrengung des Trainings. Als ich das Deck betrat, schlug der Ozean unaufhörlich gegen die Rumpfseiten der Treasure, und der Wind hatte zugenommen. Hongjoong stand am Steuerrad, flackernd umleuchtet von einigen Öllampen die auf dem Deck die Reling zierten und für genau die richtige Menge an Licht sorgten. Die Treasure war in einen schummrigen Glanz gehüllt. Es war gerade so hell, dass man sich auf dem Deck orientieren konnte, doch für feindliche Schiffe im dichten Nebel, den die Wellen aufschlugen, nur schwer zu erkennen war. 

Ohne Hongjoongs Rang zu kennen, wirkte seine Gestalt und Anmut mal wieder mühelos ehrfürchtig, nur indem er auf dem erhöhten Achterdeck am Steuerrad stand und die Treasure sicher durch jede Unebenheit führte.

„Du bist spät, Aurora," sagte Hongjoong, ohne seinen Blick von der See abzuwenden. „Komm her und nimm den Platz am Steuerrad ein. Wir haben keine Zeit zu verlieren."

Seine Stimme war schneidend und befahl Respekt. Na das kann ja was werden, dachte ich, als ich neben ihn trat und meine Hände auf den kalten, hölzernen Griff des Steuerrads legte. Der Druck, den diese Aufgabe auf mich ausübte, war nicht nur physisch, sondern auch emotional.

„Was ist das Wichtigste, worauf ich achten muss?" fragte ich, während ich versuchte, die Anspannung zu unterdrücken, die sich in mir aufbaute. In Hongjoongs Gegenwart hatte ich große Angst, Fehler zu machen. Ich wusste nicht, ob es an seiner starken Präsenz lag oder daran, dass er stets so selbstbewusst und fehlerfrei auftrat. Es schien, als bröckele seine Fassade niemals, oder als würde er sie zumindest niemandem zeigen. Ich fragte mich oft, was er in seinem Leben bereits alles durchgemacht hatte, dass er mit so jungen Jahren schon solch eine undurchdringliche Mauer um sich errichtet hatte. Lag es daran, dass er der Captain war und sich Respekt verschaffen musste? Oder hatte er als Pirat schon die schrecklichsten Orte von Utopia gesehen und kannte die Dunkelheit und Gefahren, die in dieser Welt lauerten?

Hongjoong zeigte sich nie verwundbar und ließ niemanden an sein Innerstes heran. Vielleicht tat er das, um seine eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen und alles für seine Crew, seine Familie, zu tun. Ich war froh, dass er Seonghwa an seiner Seite hatte, mit dem er wenigstens seine Emotionen und tiefsten Gedanken teilen konnte. Seonghwa war derjenige, der auf Hongjoong achtete, auch wenn ich bezweifelte, dass Hongjoong jemals darum gebeten hatte. Aber nachdem ich gesehen hatte, wie selbstlos der Captain immer im Namen der Crew handelte und alles für sie tat, war ich dankbar, dass Seonghwa sich ab und zu um sein Wohlbefinden kümmerte.

Hongjoong wandte sich mir zu, sein Blick war ernst. „Das Steuerrad ist nicht nur ein Werkzeug, es ist der Schlüssel zum Überleben. Du musst nicht nur das Schiff führen, sondern auch die gesamte Crew sicher durch die Sirenenschlucht bringen. Wir verlassen uns auf dich."

Seine direkte Art ließ keinen Raum für Diskussionen. „Ich bin froh, dass du mir den Druck von den Schultern nimmst. Das macht alles wesentlich leichter für mich," sagte ich sarkastisch, während meine Augen stets den Ozean im Blick hielten.

„Das wird keine Kaffeefahrt, Aurora. Ich erwarte etwas mehr Konzentration."

Ich nickte, obwohl ich innerlich kämpfte, nicht von seiner Präsenz überwältigt zu werden. „Verstanden, Captain. Sorry." Ich versuchte all meine Professionalität aufzubringen, die ich am königlichen Hause von Seraphil gelernt hatte. Ganz nach dem Motto: Nett lächeln und winken.

Aurora - You are my light (Ateez x reader)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt