NEUNUNDVIERZIG

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Der nächste Morgen war alles andere als angenehm. Mein Kopf dröhnte wie ein Orkan, der durch einen leeren Raum fegte, und mein Mund fühlte sich an, als hätte ich einen Wüstensandsturm verschluckt. Langsam öffnete ich die Lider, aber das grelle Licht, das durch das Fenster schien, war mehr, als meine schmerzenden Augen ertragen konnten. Ich blinzelte, versuchte, mich zu sammeln, doch alles schien verschwommen und fremd.

Was war denn gestern nur passiert? Ich hatte Mühe, klar zu sehen, geschweige denn die Erinnerungen an gestern Abend in meinem Kopf zusammenzusetzen.

Ich setzte mich auf, zog die Decke über meine Schultern und stützte mich mit der Hand am Kopf ab. Der Raum um mich herum drehte sich, und ich versuchte, tief ein- und auszuatmen, um meinen flauen Magen zu beruhigen.

Und dann kamen nacheinander Bruchstücke meiner Erinnerungen, die durch mein träges Hirn waberten. Zaubertrank. Peinliche Anmachsprüche. Körpernähe. San.

Fuck. San.

Von allen musste es ausgerechnet San sein, dem ich mich so ungeniert an den Hals geschmissen hatte?

Ich blinzelte, als sich die Erinnerung langsam wieder in meinem Kopf zusammensetzte. Das bunte Durcheinander von Lichtern, der seltsame Stand, der Verkäufer mit seinen „magischen" Fläschchen und der verdammte Zaubertrank. Was hatte ich mir nur dabei gedacht? Wirklich, was?

Ich rieb mir die Stirn und schloss für einen Moment die Augen. Dieser Zaubertrank, dieser dämliche Zaubertrank, der die ganze Situation zwischen uns noch verkomplizierte. Ich hatte ihn mit den besten Absichten genommen, um irgendetwas zwischen uns zu verbessern, vielleicht ein bisschen Vertrauen zu gewinnen. Naiv, dumm, einfach nur dämlich. Wenn ich so darüber nachdachte, hatte ich keinerlei Ahnung, warum ich geglaubt hatte, ein Zaubertrank könnte irgendeine Lösung sein, um Sans und meine Beziehung zu stärken – und damit seine magischen Fähigkeiten wieder zurückzubringen.

Ich atmete frustriert aus.

Nach einer längeren Dusche, bei der ich hoffte, die Scham von meiner Haut schrubben zu können, und mehreren Gläsern Wasser, die ich gezwungen hinunterwürgte, fühlte ich mich zumindest halbwegs bereit, mich unter die Leute zu wagen. Mein Magen knurrte, was bedeutete, dass ich zumindest etwas essen sollte. Mit zögernden Schritten machte ich mich auf den Weg in den großen Eingangsbereich von Bangchans Anwesen.

Schon von Weitem hörte ich Stimmen und Lachen, und mein Magen zog sich zusammen. Ich wusste, dass sie mich aufziehen würden. Das war unvermeidlich. Also Augen zu und durch, dachte ich, bevor ich durch die Tür trat.

„Na, da ist ja unser kleiner Sonnenschein!", rief Mingi, als ich in den Raum trat. Die gesamte Crew war versammelt, zusammen mit ein paar von Bangchans Leuten. Alle hatten Kaffee oder Tee in der Hand, und ein verlockender Duft von frischem Brot und Rührei lag in der Luft. Meine Knie wurden weich bei dem Gedanken an Essen, aber mein Verstand war zu sehr mit der Scham beschäftigt, mich der Gruppe wirklich zu stellen.

„Wie geht's dem Kopf, Aurora?", fragte Yunho mit einem Grinsen, das viel zu amüsiert wirkte. „Noch ein bisschen benebelt? Oder erinnerst du dich schon an alles?"

„Nicht alles ... und das ist vielleicht auch besser so ...", murmelte ich und wich seinem Blick aus.

„Oh, ich erinnere dich gern", warf Wooyoung mit einem diabolischen Grinsen ein. „Du warst krank vor Liebe. Dich so mit San zu sehen war ... na ja, sagen wir ... ungewohnt. Warst kaum von ihm wegzubekommen." Er kicherte.

Ich wollte etwas erwidern, aber meine Stimme versagte. Stattdessen spürte ich, wie meine Wangen heiß wurden, und ich wünschte, ich könnte einfach wieder zurück ins Bett gehen. San stand am anderen Ende des Raumes, an die Wand gelehnt, mit verschränkten Armen. Sein Blick war schwer zu deuten. Er sah mich an, sagte aber nichts.

Aurora - You are my light (Ateez x reader)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt