FÜNFUNDFÜNFZIG

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Etwas kribbelte an meiner Nase.

Nicht schmerzhaft, nicht störend. Nur... da.
Ein kitzelnder Hauch auf meiner Haut, sanft wie eine Feder im Wind.
Ich versuchte, den Kopf zu drehen, aber mein Körper war schwer, wie in warmem Sand vergraben.
Die Geräusche waren gedämpft, als kämen sie durch eine dicke Holzwand oder durch Wasser. Stimmen, weit entfernt, und doch irgendwie vertraut.

„...und dann hat sie die Sirene einfach mit einer leuchtenden Peitsche von der Reling geprügelt. Ich schwör's."
„Du übertreibst maßlos."
„Das war keine Übertreibung, das war ein Glanzstück. Fast sexy."
„Fast?"

Ich erkannte die Stimmen.

Wooyoung.
San.
Und war das Jongho, der leise lachte?

Ich wollte etwas sagen, aber mein Mund fühlte sich an wie aus Baumwolle.
Ich räusperte mich oder versuchte es zumindest.

„Hört ihr das?", flüsterte jemand.

Plötzlich wurde es still.

Ein Stuhl kratzte über den Boden, dann Schritte. Ein sanftes Gewicht senkte sich neben mich auf die Matratze.

„Aurora?"
Die Stimme war leise, vorsichtig.
San.

Ich öffnete die Augen, nur einen Spalt. Licht stach mir entgegen, aber ich erkannte verschwommene Umrisse. Die Decke über mir. Das gedämpfte Holz der Kabine. Und das blasse Blau eines Hemdes, das über dem Bett auf der Rückenlehne hing.

„Ich glaube, sie ist wach", sagte San, diesmal hörbarer.

„Ich hab's doch gesagt!", platzte Wooyoung heraus. „Ich hab es gerochen. Es riecht wieder nach Ärger."

„Oder du nach ungewaschenem Hemd", murmelte Jongho.

Ich blinzelte.
Die Gesichter wurden klarer.
Die Drei waren um mein Bett verteilt. Jongho saß auf der Truhe am Fußende, San halb vorgebeugt an meiner Seite, Wooyoung stand mit verschränkten Armen an der Wand lehnend und sichtlich erleichtert, auch wenn er es zu verstecken versuchte.

„Wie... lange?", brachte ich heiser hervor.

„Ein paar Tage", sagte Jongho sanft. „Du warst ganz schön weggetreten."

Ich schluckte. Mein Hals war trocken, meine Lippen spröde. Aber ich fühlte mich... nicht gebrochen. Nur müde. Als hätte mein Körper lange gekämpft und sich dann endlich schlafen gelegt.

„Was ist... passiert?", flüsterte ich. „Das Schiff? Die anderen..."

„Alles steht noch", sagte San. „Dank dir."

Ich schloss kurz die Augen, ließ das Gewicht der Worte auf mich sinken.
Dank mir.
Aber wofür genau?

Und dann...
ein Zucken in der Brust.
Ein Bild.
Eine Stimme.
Ein Blick.

Yeosang.

Mein Atem stockte.

Ich riss die Augen auf, versuchte mich aufzusetzen, aber sofort legte sich eine Hand auf meine Schulter. San. Fest, aber nicht grob.

„Hey. Langsam. Du bist noch zu schwach."

„Wo ist er?", flüsterte ich. „Yeosang. Ich hab gesehen, wie er..."

Stille.
Keine plötzliche, dramatische Stille.
Eine leise, vorsichtige.

Keiner sprach sofort.
Selbst Wooyoung nicht.

Und das war Antwort genug.

Ich spürte, wie sich mein Magen zusammenzog. Übelkeit stieg in mir auf. Das Blut wich mir aus den Gliedern. Mein Herz schlug zu laut in meiner Brust.

Aurora - You are my light (Ateez x reader)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt