Nachdem ich mich gründlich vom Essensgeruch und den diversen Flüssigkeiten auf meinem Körper befreit hatte, begann ich mich für die bevorstehende Feier vorzubereiten. Ich entschied mich für eines der schönsten Gewänder, die Elaria für mich hatte anfertigen lassen und welches ich mir für diesen besonderen Abend aufgehoben hatte.
Es war ein olivgrüner Zweiteiler aus hauchzartem Material, durchzogen mit feinen Silberfäden, sodass der Stoff mit den Sternen um die Wette funkelte. Das Oberteil bestand aus einer bauchfreien Bluse mit weiten, transparenten Ärmeln, die an den Handgelenken wieder eng zusammenliefen. Der bodenlange Rock, der das Unterteil bildete, war hüfthoch geschnitten, wurde zum Saum hin zunehmend durchsichtiger und besaß einen hohen Schlitz an der Seite, der bis knapp unter die Hüfte reichte und etwas Bein zeigte. Sexy, aber elegant, dachte ich und fühlte mich wenigstens durch meine Kleidung auf den Abend vorbereitet.
Mir war etwas mulmig zumute. Nachdem ich mich nach unserer Küchenschlacht von Wooyoung verabschiedet hatte, um mich fertigzumachen, quälten mich Schuldgefühle. Ich hatte mich in dem hitzigen Moment mit ihm so hinreißen lassen, dass ich keine Sekunde an Yeosang gedacht hatte. Jetzt hingegen konnte ich an nichts anderes mehr denken. Wir waren kein Paar oder ähnliches, dennoch spürte ich immer etwas Besonderes, wenn er in meiner Nähe war. Ich hatte ihm bereits mitgeteilt, wie viel er mir bedeutete. Angesichts dessen war das keine schöne Art, ihm Wertschätzung zu zeigen.
Ich wusste auch nicht, wie ich nach dem Tag in der Küche auf Wooyoung reagieren sollte. Würde er mich weiterhin so necken wie den ganzen Tag zuvor oder mich wieder ignorieren, wie er es vor diesem Tag immer getan hatte? Wie ich Hongjoong und Seonghwa gegenübertreten sollte, war mir ebenfalls schleierhaft. Ihr Angebot schwebte immer noch unausgesprochen über uns. Seitdem hatte ich sie nicht mehr gesehen und war nun aufgeregter denn je. Dabei war doch Seonghwa immer derjenige von ihnen gewesen, der mir ein gutes und beruhigendes Gefühl gegeben hatte.
Von San brauche ich gar nicht erst anzufangen. Das Nichtgesagte zwischen uns war mittlerweile zur Gewohnheit geworden, und wir schwiegen darüber hinweg, obwohl mir klar war, dass dieses Gespräch früher oder später stattfinden musste – auch zu meinem eigenen Wohl. Aber noch war ich nicht so weit. Auch Mingis Anwesenheit heute Abend bereitete mir Bauchschmerzen. Das letzte Mal, als wir alle zusammensaßen, ging das für niemanden besonders gut aus. Und Elaria heute Abend zum letzten Mal für unbestimmte und wahrscheinlich sehr lange Zeit zu sehen, machte die ganze Situation nicht leichter. Verdammte Scheiße.
Ich trat an das geöffnete Fenster meines Zimmers und atmete die milde Sommerluft ein. Am besten hielt ich mich heute Abend vertrauensvoll an Jongho und Yunho, ihnen konnte ich wenigstens ganz unbesorgt gegenübertreten. Während mein Blick über die wunderschöne begrünte Küste von Velurien schweifte, überkamen mich schwere Zweifel.
War es wirklich die richtige Entscheidung, mit den acht Piraten mitzusegeln? Was würde diese Reise alles mit sich bringen? Würde ich hier auf Velurien bleiben, hätte ich ein schönes und einfaches Leben. Mit Elaria. Mit meinem Pferd. Ich müsste mich um nichts sorgen. Ich könnte mein Interesse an der Medizin vertiefen und vielleicht wie Elaria als Heilerin arbeiten.
Andererseits würde ich es nicht verkraften, die Jungs ziehen zu lassen, ohne es wenigstens versucht zu haben. Diese Reise ging schließlich auch um mich. Sie war vielleicht der Schlüssel zu meiner Vergangenheit, zu meinen leiblichen Eltern, zu meiner Herkunft. Es würde nicht einfach werden, das wusste ich, aber es war notwendig und ich würde diese Reise mit ihnen antreten müssen, wenn ich mich wieder vollständig und lebendig fühlen wollte.
Mein Herz sehnte sich nach Freiheit und dem Gefühl des Lebens. Ich hatte ein merkwürdiges Empfinden von Heimweh, aber nicht nach einem Ort, sondern nach einem Gefühl. Und ich wollte so gerne glauben, dass diese Acht mir dieses Gefühl geben könnten.
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Aurora - You are my light (Ateez x reader)
FanfictionDas Leben von Prinzessin Aurora ist schlimmer als die Hölle. Schuld daran ist der König ihres Königreiches, mit dem sie zwangsverheiratet wurde. Ihr Leben ändert sich von der einen auf die andere Sekunde, als sie von acht maskierten Piraten entführt...
