„Ihr verschwindet also wirklich."
Felix ließ sich theatralisch auf eine der herumstehenden Kisten plumpsen und stützte das Kinn auf die Hände. Seine blonden Strähnen fielen ihm dabei ins Gesicht, aber das hinderte ihn nicht daran, mich mit großen, vorwurfsvollen Augen anzustarren.
„Wir müssen. Ich kann ja wohl schlecht als Einzige zurückbleiben." Ich schmunzelte, während ich meine Arme vor der Brust verschränkte.
„Könntest du schon. Und dann könnten wir dich adoptieren, und du wärst unser offizielles Maskottchen," warf Han ein.
„Hey!" Ich schnalzte empört mit der Zunge. „Maskottchen?! Ich versuche mich als Ärztin auf der Treasure, nicht als irgendein Glücksbringer, den ihr euch als Dekoration aufstellen könnt."
„Ich weiß ja nicht." Hyunjins Stimme mischte sich ins Gespräch, und als ich mich umdrehte, trafen sich unsere Blicke für einen kurzen Moment. Da war immer noch diese unausgesprochene Spannung zwischen uns, diese Mischung aus zu viel und zu wenig Gesagtem. Aber das würde sich wohl vorerst nicht klären. Erst recht nicht, als ich Hongjoongs scharfen Blick von der Seite spürte, der die ganze Situation genau beäugte.
„Ihr verhaltet euch, als würden wir uns nie wiedersehen." Seonghwa trat mit verschränkten Armen neben mich und musterte die Magiergruppe mit hochgezogener Braue.
„Vielleicht brauchen wir einfach nur eine letzte Bestätigung, dass ihr Aurora nicht in irgendeinen Ozean fallen lasst," meinte Felix trocken und warf Seonghwa einen gespielt herausfordernden Blick zu.
Seonghwa schnaubte. „Eher fällt die ganze verdammte Treasure in sich zusammen, als dass ich zulasse, dass ihr etwas passiert."
Wie so oft lösten Seonghwas Worte ein angenehmes Kribbeln in mir aus, das sich augenblicklich in wohliger Wärme ausbreitete.
Ein paar letzte Umarmungen wurden ausgetauscht – Felix drückte mich länger, als nötig gewesen wäre, Han murmelte irgendwas von „Schick uns eine Brieftaube oder so", und selbst Hyunjin nickte mir noch einmal zu, bevor er sich mit den anderen zurückzog.
„Passt auf euch auf," sagte Bangchan schließlich und warf Hongjoong einen bedeutungsvollen Blick zu.
„Wir sind Piraten. Kein Versprechen, aber wir geben unser Bestes." Hongjoong grinste schief, drehte sich dann um und gab das Zeichen zum Rückweg zum Hafen.
Die Nacht war kurz gewesen. Ich hatte kaum geschlafen, und als ich endlich doch für ein paar Stunden weggetreten war, hatte das Geräusch von Schritten an Deck mich wieder geweckt.
Als ich aus meiner Kabine trat, war die Luft kühl und klar, der Himmel ein tiefes Dunkelblau, das langsam von den ersten Sonnenstrahlen durchbrochen wurde.
Die Treasure war bereits lebendig.
Seonghwa gab ruhig Anweisungen, während Mingi bereits dabei war, die Taue zu überprüfen. Yunho stand mit einer Karte in der Hand an der Reling und überflog letzte Routen, während Jongho einige Fässer zur richtigen Position rollte. Wooyoung, der – warum auch immer – schon wieder auffallend wach wirkte, pfiff leise eine Melodie vor sich hin, während er sich um die letzten Proviantkisten kümmerte.
„Guten Morgen, Aurora."
Ich zuckte leicht zusammen, als eine warme Hand plötzlich auf meiner Schulter lag. Yunho stand neben mir, seine dunklen Augen musterten mich mit Neugier und Freundlichkeit.
Ich erinnerte mich schlagartig an die Ereignisse von vorgestern – seine Hände, seine Lippen, die Wärme, die er in mir ausgelöst hatte. Mein Gesicht wurde heiß.
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Aurora - You are my light (Ateez x reader)
FanfictionDas Leben von Prinzessin Aurora ist schlimmer als die Hölle. Schuld daran ist der König ihres Königreiches, mit dem sie zwangsverheiratet wurde. Ihr Leben ändert sich von der einen auf die andere Sekunde, als sie von acht maskierten Piraten entführt...
