Hermine rannte den Flur zu Professor McGonagalls Büro entlang. In den leeren Gängen hallten ihre Schritte und die von Luna neben ihr ohrenbetäubend laut. Sie hatten Neville und Luna kurz nachdem sie aus der Dunkelheit herausgekommen waren, wieder gefunden. Die beiden hatten Lupin, Tonks und Bill Weasley zur Verstärkung mitgebracht.
Mithilfe der Karte des Rumtreibers hatten sie die Todesser auf dem Weg zum Astronomieturm gefunden und waren ihnen hinterhergelaufen. Hermine hatte sich gefragt, warum sie ausgerechnet dorthin liefen und ob Draco irgendeinen Plan damit verfolgte, doch dann hatte Lupin sie darum gebeten, Professor McGonagall Bescheid zu geben, damit sie die anderen Lehrer alarmierte. Obwohl sie lieber mit den anderen dabei geholfen hätte, die Todesser aufzuhalten, erinnerte sie sich an Dracos Erzählung, dass Professor Snape sich sehr für seinen Auftrag interessiert hatte. Sie musste dafür sorgen, dass Snape nicht in das Geschehen eingreifen konnte.
Professor McGonagall öffnete bereits nach dem ersten Klopfen. Sie war vollständig angezogen und hatte ihren Zauberstab gezogen.
„Ich habe das Mal gesehen", sagte sie, kaum dass Hermine den Mund aufgemacht hatte. „Ist jemand verletzt?"
„Wissen wir nicht", sagte Luna.
„Aber es sind Todesser im Schloss", ergänzte Hermine.
„Ich habe bereits einige Lehrer informiert. Wissen Sie, wo Remus und Nymphadora sind?" McGonagall schloss ihre Tür hinter sich.
„Sie sind vor dem Astronomieturm –"
„Gut. Sie sollten sich in Ihre Gemeinschaftsräume begeben. Am besten zusammen, auch wenn Sie nicht in einem Haus sind. Unter diesen Umständen sollten keine Schüler alleine auf den Gängen unterwegs sein." Sie sah die beiden streng an und wedelte mit der Hand. „Na los. Ich denke, der Gryffindor-Turm ist am nächsten, gehen Sie."
„Aber Professor. Wir wollen helfen", sagte Hermine.
„Unsere Freunde sind dort", erklärte Luna.
„Das ist wirklich kein Ort für junge Menschen wie Sie." McGonagall wandte sich zum Gehen.
„Warten Sie – Sie sagten, Sie hätten die anderen Lehrer informiert." Hermine krampfte ihre Hände ineinander. „Auch Professor Snape?"
„Natürlich. Er ist der Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste." Ihre Hauslehrerin sah sie verständnislos an.
„Es ist nur ... wir haben den Verdacht, dass er noch immer auf der Seite von Lord Voldemort steht", sagte Hermine und musterte ein Porträt an der Wand.
„Professor Dumbledore vertraut Severus und das tue ich auch", sagte McGonagall. „Und jetzt muss ich los. Gehen Sie in Ihren Gemeinschaftsraum. Keine Ausflüge mehr!" Damit drehte sie sich um und eilte wehenden Umhangs den Gang hinunter Richtung Astronomieturm.
„Du kannst in den Gemeinschaftsraum gehen, wenn du magst, ich sage dir das Passwort", sagte Hermine, sobald McGonagall verschwunden war. „Aber ich muss mich um Snape kümmern."
Luna legte den Kopf schräg. „Ich komme mit", sagte sie bestimmt.
Sie liefen die Treppen hinunter zu den Kerkern. Es war schon weit nach der Sperrstunde und es fühlte sich seltsam an, in diesem Bereich des Schlosses unterwegs zu sein. Als sie die Eingangshalle durchquerten, waren Hermine die vielen Augen der Porträts unheimlich.
Vor Snapes Büro war es ruhig. Sie wusste nicht genau, wo Snapes privater Bereich war, aber sie vermutete, dass er ähnlich wie bei den anderen Lehrern irgendwo in der Nähe wohnte. Aus den schmalen Fenstern am unter der Decke des Ganges fiel schummriges, grünliches Licht aus dem Großen See darüber. Hermine sah sich unbehaglich um.
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Metamorphose
FanfictionWas wäre, wenn Hermine Harrys Spekulationen über Malfoys Geheimnis im sechsten Schuljahr ernster genommen hätte? Was wäre, wenn sie Ron beweisen wollte, dass sie mehr ist als eine langweilige Streberin? Und was wäre, wenn Draco Malfoys einzige Überl...
