Hermine und Ron schwiegen sich in den nächsten Tagen an. Die Weasley Zwillinge gaben sich große Mühe, die unangenehme Spannung mit Scherzen zu durchbrechen, doch sie alle spürten die zusätzliche Schwere, die auf dem Haus lastete.
Derweil hatte der Orden einen Plan für Potters Rettung ersonnen, neben dem gleichzeitig Dracos Mutter nach Malfoy Manor zurückreisen würde. Ihre Geschichte war, dass der Orden Draco nach dem Angriff auf Dumbledore am Ende des Schuljahres in Gewahrsam genommen hatte und Narcissa ihren Sohn gesucht habe. Es war eine Variante der Wahrheit, die sich am ehesten mit Snapes möglichen Versionen der Geschichte vereinbaren ließ, und weniger Gefahr für Draco bot.
Er hatte sich noch nicht entschieden, was er nach Hermines Abreise tun wollte. Von ihr bekam er keine Antwort, wann sie mit Potter abhauen würde, aber es würde sicherlich vor Beginn des neuen Schuljahres passieren.
Er war fertig damit, in einem Versteck zu sitzen, nicht zu helfen und sich von anderen sagen zu lassen, was er tun sollte. Dumbledore hatte er vertraut und am Ende hatten sie dafür gesorgt, dass alles viel schlimmer kam als gedacht. Diesmal würde er sich seinen eigenen Plan machen und da er bei Hermines Mission nicht helfen konnte, musste er seine eigenen Verbindungen nutzen. Hermine würde damit nicht einverstanden sein, weswegen er ihr nichts davon erzählt hatte. Aber sobald sie den Fuchsbau verlassen hatte, würde er zurück nach Malfoy Manor gehen.
Am Tag von Potters Abholung war die aufgeregte Geschäftigkeit im Fuchsbau kaum auszuhalten.
„Ich verstehe, dass du ihm helfen willst, aber der Plan ist vollkommen verrückt", sagte Draco leise zu Hermine, mit der er etwas abseits im Wohnzimmer stand. In der Küche stand ein großer Kessel, aus dem Lupin Flüssigkeit in kleine Fläschchen abfüllte.
„Es ist die einzige Möglichkeit", beharrte Hermine.
Er lachte auf. „Das ist absoluter Blödsinn. Die einzige Möglichkeit ist es, unerfahrene Kinder in den Kampf mit Todessern zu schicken?"
„Deswegen sind wir ja so viele. Da ist die Wahrscheinlichkeit, getroffen zu werden, viel geringer."
„Aber sie ist immer noch hoch. Du wirst aussehen wie Potter, natürlich werden sie dich sofort angreifen."
Hermine verdrehte die Augen und sah dem Getümmel in der Küche zu.
Draco seufzte. „Dann lass mich gehen."
„Das ist zu riskant."
„Wieso? Weil ich getroffen werden könnte?"
Sie wandte sich wieder ihm zu. „Weil du erwischt werden könntest. Wenn herauskommt, dass du uns hilfst, Harry zu schützen, wird der Plan deiner Mutter nicht mehr funktionieren."
Frustriert biss er die Zähne zusammen. Sie hatte Recht. Wenn er in Gefangenschaft geriet, konnte er seine Deckung nicht mehr nutzen, um Hermine zu helfen. Trotzdem war die Gefahr für sie hoch genug.
„Wenigstens habe ich jemanden, der für mich einstehen würde. Wenn du gefangen genommen wirst ..." Er schüttelte den Kopf.
„Wenn ich gefangengenommen werde, werde ich behandelt, wie alle anderen Schlammblüter." Erschrocken zuckte Draco bei diesem Wort zusammen. „Wenn du gefangengenommen wirst, wirst du wie ein Verräter behandelt."
Sie drehte sich zu Ginny, die gerade vorbeilief und folgte ihr. Die jüngste Weasley würde nicht an der Rettungsmission teilnehmen, da sie noch nicht volljährig war. Draco wünschte sich, der Orden würde die Altersgrenze noch etwas weiter nach oben schieben.
Die insgesamt sieben Gruppen stellten sich vor dem Fuchsbau auf. Hermine würde mit Kingsley Shaklebolt auf einem Thestral reisen. Die geflügelten Pferde waren Draco unheimlich und er fragte Hermine, ob sie nicht lieber einen Besen nehmen wollte.
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Metamorphose
Fiksi PenggemarWas wäre, wenn Hermine Harrys Spekulationen über Malfoys Geheimnis im sechsten Schuljahr ernster genommen hätte? Was wäre, wenn sie Ron beweisen wollte, dass sie mehr ist als eine langweilige Streberin? Und was wäre, wenn Draco Malfoys einzige Überl...
