~Emilia
Die Agentin wurde von einem Blitz wieder in die Wirklichkeit gezerrt und jede Faser ihres Körpers wurde davon erfüllt. Sie schrie auf, das Ding in ihr knurrte beinahe und hektisch versuchte sie irgendwie seine Dunkelheit zu unterdrücken.
Warme Hände legte sich auf ihre Schultern, eine vertraute Stimme erklang, dann war die Elektrizität fort und Emilia ergab sich wieder der Dunkelheit.
Als sie das nächste Mal aufwachte, war es durch einen Tumult von außen. Langsam versuchte Emilia die Augen zu öffnen. Sie waren verklebt und geschwollen, womöglich von ihren Tränen.
Die junge Agentin blinzelte ein wenig und da krachte neben ihr eine Vase zu Boden. Vor Schreck sprang sie beinahe hoch und sah sich Legowis und Bill gegenüber, die wie bei einem Duell in der Mitte ihres Zimmers standen.
Zu benebelt, um irgendwas von dem ganzen zu verstehen, setzte sich Emilia auf und spürte dabei, wie schwach ihre Glieder waren. Ihr brach der Schweiß aus und ihre Stirn schien zu glühen.
Bill war sofort da und drückte sie sanft zurück in die Kissen.
"Ganz ruhig, Millie. Du musst dich schonen, okay?"
Ihr Cousin befühlte Emilias Kopf und drückte ihr dann einen Kuss auf die Wange, doch ihr entging der besorgte Blick nicht. Auch Bills rot geränderte Augen und die tiefen Ringe darunter waren unübersehbar.
Emilia dämmerte so eine Weile vor sich hin, bis sie hörte, wie die Tür geschlossen wurde. Legowis trat an ihr Bett und rieb sich die Augen.
"Euer Cousin ist weg, Mademoiselle. Er braucht Schlaf, genau wie Ihr."
"Ich habe lange genug geschlafen", antwortete Emilia und wich beinahe zurück bei dem Klang ihrer Stimme, die so schwach und rau war.
Legowis legte den Kopf in den Nacken und schien irgendwie mit sich zu ringen. Schließlich beugte er sich wieder herunter und sagte so leise, dass Emilia es kaum verstand:
"Es tut mir so leid, Mademoiselle. Ich hätte es besser wissen müssen."
"Was...was hättet Ihr besser wissen müssen?", fragte Emilia, doch ihre Augen fielen dabei zu. Sie fühlte sich so schwach. Fiebrig. Krank.
"Das soetwas passieren würde."
Mit diesen Worten stand Legowis auf und schloss die Tür hinter sich, ehe Emilia ihn noch etwas fragen konnte.
Mit zittrigen Händen schob sie die Bettdecke zurück und stemmte sich hoch. Kurz drehte sich alles vor ihren Augen und ein dumpfes Pochen setzte an ihrer Schläfe ein.
Mit langsamen Bewegungen schälte sich die junge Agentin aus ihrem Bett und versuchte dabei nicht ohnmächtig zu werden. Sie brauchte einen Schluck Wasser. Und am besten eine Kopfschmerztablette, wenn es sowas hier gab.
Als sie den Boden unter ihren nackten Füßen fühlte, ging ein Schauer durch ihren Körper und Emilia musste kurz durchatmen, um endlich aufstehen zu können.
Die junge Agentin stieß sich aus dem Bett und musste sich sofort danach an der Wand abstützen, um nicht zu fallen. Ihre Arme zitterten und sie fühlte sich ausgelaugt, allein durch das Aufstehen.
"Was ist los mit dir?", murmelte sie leise zu sich selbst und wie auf ein Zeichen regte sich das Etwas in ihr. Sofort versteifte sich Emilia uud hielt beinahe den Atem an. Das letzte Mal hatte dieses Etwas sie angegriffen, innerlich beinahe zerissen und sie hatte einen Schrei gehört.
Der Schrei...
Plötzlich schwang die Tür auf und wurde dabei fast aus den Angeln gehoben. Emilia japste auf und stolperte zurück, ihr Blick schoss zum Türrahmen. Bestimmt hatte der König mitbekommen, dass Legowis sie hier versteckte und nun wollte er sie einsperren.
Ode vielleicht war es auch Tyr, der zurückgekehrt war, um sich sie zu holen und dann weiter seine perfiden Spiele mit ihr zu spielen...
Doch ihre Augen fanden keine weißes Haar und Schatten an den Wänden. Sie fanden keine goldenen Rüstungen und Speere.
Alles, was Emilia fand, war dunkles Haar, grünblaue Augen und ein markantes, spitzes Kinn, welches mit Blut bespritzt war und einen Gott, den sie hatte nie wiedersehen wollen und doch schien er ihr erneut wie ihr Retter in Not.
Dann fiel ihr Blick auf seine Brust und sie presste sich eine Hand vor den Mund, um nicht zu schreien.
"Wir müssen hier weg, sofort!" Seine schroffe Stimme war leiser und heiserer geworden und er hustete, nachdem er den Satz mit Mühe beendet hatte.
Unfähig sich zu bewegen starrte Emilia auf die klaffende Wunde auf seiner Brust und dem vielen Blut. Dann wanderte ihr Blick zu seinem Gesicht. Er war so blass. So müde. So gequält.
Er sah aus, wie sie sich fühlte und vielleicht ließ diese Tatsache Emilia auf ihn zugehen. Ihre Schritte waren unsicher und bevor sie fallen konnte, fing er sie auf. Sie beide waren zu schwach und so gingen der Gott und die Agentin gemeinsam zu Boden.
Ihre verschwitzten Körper berührten sich, beide trugen die Zeichen ihrer dunklen Verbindung und Lokis Blut färbte langsam aber sicher auch Emilias Hände rot.
Wäre ein Fremder ins Zimmer gekommen, hätte er zwei erschöpfte, blutüberströmte Wracks gesehen, die sich aneinander klammerten, um nicht unterzugehen.
Hier in diesem Moment konnte der Gott nicht so tun, als stünde er über Emilia, denn sie beide lagen am Boden und sie beide brauchten den anderen, um wieder aufzustehen.
Vielleicht hatte Emilia sich getäuscht. Vielleicht hatte Loki all diese Worte zu ihr gesagt, um sich selbst zu schützen. Denn wenn sie eines wusste, dann war es das; Loki würde niemals offen zugeben, dass er Hilfe brauchte, nicht einmal mit einem Loch in der Brust.
Und doch wollte sie die Person sein, die er um ebendiese Hilfe bat. Sie wollte sein Anker sein, sein Fels in der Brandung, denn wenn sie es sich eingestand, dann war er genau das für sie gewesen.
Er hatte sie gerettet, hatte sie nie verhätschelt, sondern von ihr gefordert, weiterzumachen. Und das wollte sie ihm zurückgeben.
"Sagst du mir dieses Mal, wo es hingeht?", flüsterte Emilia ganz leise neben seinem Ohr.
Loki sah auf, offensichtlich überrascht, bevor er langsam antwortete: "An einen sicheren Ort. Ich...muss einiges mit dir besprechen."
Und dieses eine Mal reichte Emilia das. Sie wusste selbst nicht, warum.
Loki war dabei, sie von ihren weichen Kissen wegzuführen, von ihrem riesigen Zimmer, ihrem Cousin, dem Zauberer, einfach von allem, was sie nach Tyr kannte.
Und doch schmerzte ihre Brust nur bei dem Gedanken, Bill erneut zurückzulassen. Und mit aufkeimender Sorge spürte sie, wie der Stich ihr beinahe nichts ausmachte.
"Dann lass uns gehen." Emilia wusste, dass sie beide einen Heiler brauchten. Dass sie beide unmöglich aus diesem Palast entkommen konnten, ohne geschnappt zu werden. Und doch verließ sie mit Loki zusammen das Zimmer.
Denn vielleicht, so bildete sie sich ein, konnte der jeweils andere die größte Heilung sein.
Ein wahnwitziger und gefährlicher Gedanke.
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I'M STILL ALIVE!!!
Es tut mir soooo leid, dass ich so lange nix mehr geschrieben habe, leider war die letzte Woche mehr als anstrengend. Aber hey, immerhin habe ich in Deutsch ne 1- bekommen und habe auch irgendwie den Mathetest am Donnerstag überlebt. :)
Nächste Woche werden höchstwahrscheinlich auch keine neuen Kapitel kommen, denn ich bin von morgens bis abends in der Schule (hat man davon, wenn man der Theatergruppe der Schule betritt).
Deshalb gibt es hier schonmal zwei Kapis, als Vorsorge, hehe ;)
Bye bye amigos <3
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𝐒𝐡𝐨𝐰 𝐦𝐞 𝐲𝐨𝐮𝐫 𝐝𝐞𝐦𝐨𝐧𝐬 | 𝐋𝐨𝐤𝐢 𝐅𝐅
Hayran KurguLoki wird nach seinen Verbrechen wieder nach Mitgard geschickt, um dort ohne seine Magie sein restliches Leben zu verbringen und mit den Folgen seines Handelns leben zu müssen. Dabei hat der Gott des Schabernacks noch mit den Folgen der Gedankenkont...
