~Loki
Loki schlug die Augen auf und sah sich einem Monster gegenüber. Für den Bruchteil einer Sekunde dachte er, Tyr hätte sie gefunden und nun wäre alles aus. Dann bemerkte der Gott, dass es weit aus schlimmer war.
ER stand ihm gegenüber und beobachtete Loki, wie dieser langsam zu sich kam. Da spürte der Gott des Schabernacks die Ketten an seinen Hand- und Fußgelenken, die durch eine Apparatur an der Decke und dem Boden befestigt waren.
Kurz wollte Loki am liebsten anfangen zu weinen. Sie waren gerade dem einen Monster entkommen, nur damit der Gott in seinem Kopf dem nächsten gegenüber stand. Oder war das hier echt?
War er wirklich und wahrhaftig zurück auf SEINEM Schiff?
Der Gedanke erfüllte Loki mit solchem Grauen, dass er panisch versuchte, seinen Kopf zu drehen, doch dabei fühlte er die unsäglichen Schmerzen in seinem Rückgrat. Er zischte laut und wollte gerne aufschluchzen, doch dazu fehlte ihm die Kraft.
Wenn das hier nun keiner seiner vielen Albträume war, wenn Emilia nun auch in SEINEN Fängen war, wenn...
"Wem folgst du?"
ER packte den Gott an den Haaren, sodass Loki IHM direkt in die Augen sehen musste. In ihnen gab es nichts. Keine Gefühle, kein Erbarmen.
"Nur mir selbst", hörte er sich selbst sagen, dabei schrie sein Körper danach, endlich aufzugeben. Doch sein Geist war noch stark, war noch nicht gebrochen. Und deshalb wusste Loki, dass dies hier nicht die Realität war. In der Realität war er mit allem was er hatte, gebrochen worden.
Die Ketten gaben ein klirrendes Geräusch von sich und dann wurden Lokis Gliedmaßen weiter auseinander gezogen. Der Gott schrie auf und stemmte sich dagegen, was nur dazu führte, das seine Muskeln noch früher aufgaben.
Lokis Schreie waren Musik in den Ohren dieses Monsters, sein Flehen eine Partitur der Freude für IHN und jeder verzweifelte Laut ein Konzert. Früher einmal hatte der Gott das alles unterdrücken wollen, um IHM bloß keinen Grund zu geben, sich zu freuen. Nun wusste er, dass es unmöglich war.
Die Ketten rasteten ein und Lokis Körper jaulte auf, als ER dem Gott einen Schlag in den Magen verpasste. Das waren die weniger schlimmen Tage.
"Wem folgst du?"
"Wie lange wollen wir das noch spielen?"
"So lange, wie ich will."
Plötzlich entflammten die Ketten, mit denen Loki gefesselt war und die Hitze raubte ihm kurz den Atem, bevor der Schmerz explodierte. Das Feuer fraß sich durch sein Fleisch, ein erstickender Geruch erfüllte die Luft und trieb dem Gott Tränen in die Augen.
Er brauchte Frieden. Nur einen einzigen, götterverdammten Moment des Friedens!
Loki hatte die Nuance dieser Empfindung seit seinem Sturz vom Bifröst nicht mehr gefühlt. Und verflucht nochmal, er sehnte sich nach nichts mehr.
Selbst im Schlaf war es ihm nicht vergönnt, selbst da verfolgte ihn seine Vergangenheit und seine Dämonen!
"STOPP!", brüllte er, ein jämmerlicher Ruf nach Erbarmen, welches er nicht gewehrt bekommen würde. Loki kannte IHN mittlerweile gut genug.
"Wem folgst du?"
"Bitte!"
"Wem folgst du?"
"Ich flehe dich an!"
"Wem folgst du?"
"HÖR AUF!"
"Wem folgst du?"
Loki schluchzte auf und die Flammen begannen, sein Gesicht zu erreichen. Bald schon würden sie ihn vollständig verschlingen und auch wenn es wehtat, Loki wünschte sich nichts sehnlicher als das.
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𝐒𝐡𝐨𝐰 𝐦𝐞 𝐲𝐨𝐮𝐫 𝐝𝐞𝐦𝐨𝐧𝐬 | 𝐋𝐨𝐤𝐢 𝐅𝐅
FanficLoki wird nach seinen Verbrechen wieder nach Mitgard geschickt, um dort ohne seine Magie sein restliches Leben zu verbringen und mit den Folgen seines Handelns leben zu müssen. Dabei hat der Gott des Schabernacks noch mit den Folgen der Gedankenkont...
