~Emilia
Der Gott konnte einem wirklich manchmal auf die Nerven gehen. Doch dieses Mal verzieh Emilia ihm das, da ihr Körper sich so wunderbar leicht anfühlte. Dieser blonde Typ war definitiv ein begabter Heiler gewesen, denn nie hatte Emilia sich besser gefühlt. Vielleicht lag das auch daran, dass Lokis Loch in der Brust endlich geheilt worden war.
Emilia wollte es sich nicht eingestehen, doch der Anblick des Gottes hatte es sie bereuen lassen, jemals fortgelaufen zu sein.
Sie hätte bei ihm bleiben müssen. Doch dann? Wer hätte ihr garantiert, dass was auch immer nicht trotzdem passiert wäre? Moment mal, was war überhaupt passiert?
"Bevor du deine Fragen stellst", meinte Loki, als hätte er ihre Gedanken gelesen, "warte damit, bis wir angekommen sind."
"An deinem sicheren Ort?"
Loki nickte und Emilia folgte ihm stumm weiter durch den dunklen Gang, auch wenn die vielen Fragen in ihrem Kopf umherwirbelten.
Plötzlich blieb der Gott stehen und Emilia wäre fast in ihn reingelaufen. Da öffnete sich vor ihr eine Tür und der sanfte Duft von Kirschblüten flutete den Gang.
Loki zog die Tür ganz auf und Emilia fand sich im Paradies wieder.
Bunte Blumen blühten auf dem Boden, Vögel zwitscherten ihr fröhliches Lied in den Baumkronen von Weiden, Eichen und Fichten, eine warme Brise ließ die Blätter rascheln und die helle Sonne blendete die junge Agentin.
Alles sah aus wie aus einem Märchenbuch, ein Garten voller Wunder und direkt vor ihnen stand eine Bank, weiß und mit niedlichen Verzierungen geschmückt, als wäre sie einem Fantasiebuch entsprungen.
Emilia sah Loki mit offenem Mund an, doch der hatte die Augen geschlossen und genoß die Sonnenstrahlen auf seiner blassen Haut. Die Agentin musste lächeln und berührte sanft eine der Hyacinthen, dessen blaue Farbe mit dem Himmel um die Wette strahlte.
Ein sanftes Tippen an ihrer Schulter ließ Emilia aufsehen und Loki deutete auf die kleine Bank.
Es tat gut inmitten dieses Blumenmeers zu sitzen und Emilia lehnte sich zurück, sah träumend in den blauen Himmel und wollte diesen Ort am liebsten nie wieder verlassen.
"Gefällt es dir hier?", fragte Loki und pflückte eine der Dahlien, die neben ihm wuchsen. Er drehte sie in den Fingern, bevor er sie Emilia in die Hände legte.
Sie lächelte und vergaß kurz, was alles zwischen ihnen gewesen war. Kurz zählte nur dieser Moment. "Ja, es gefällt mir. Wie hast du diesen Ort gefunden?"
Loki strich sich durch die langen Haare und blinzelte gegen das Sonnenlicht. "Reiner Zufall. Diejenigen, die nur das offensichtliche erfassen, werden nie die Geheimnisse und Wunder der Welten sehen."
Emilia lachte amüsiert über seine beinahe poetischen Worte und verstummte dann, als die Erinnerungen an die vergangenen Tage zurückkehrten.
"Es ist eine schöne Abwechslung zu dem ganzen Blut und dem Schmerz."
Loki versteifte sich kaum merklich neben ihr und senkte den Kopf. "In der Tat."
"Hast du eine Ahnung, warum der König uns plötzlich geholfen hat? Ich dachte, Odin wäre...nun ja nicht gerade auf deiner Seite", versuchte Emilia es vorsichtig auszudrücken.
"Nein, das ist er nicht", antwortete Loki knapp und starrte dann geradeaus. Ein Windstoß ließ die Blätter aufwirbeln und Emilia musste niesen, als einige Pollen in ihre Richtung flogen.
"Allergisch?" Loki grinste.
"Ein bisschen", gab Emilia zurück und merkte dabei, wie schnell er seine Miene verändern konnte. Es war, als sähe man einem Magier dabei zu, wie er einen Menschen verschwinden ließ, so schnell tauschte Loki die eine Maske gegen die andere. Doch Emilia hatte genug davon.
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𝐒𝐡𝐨𝐰 𝐦𝐞 𝐲𝐨𝐮𝐫 𝐝𝐞𝐦𝐨𝐧𝐬 | 𝐋𝐨𝐤𝐢 𝐅𝐅
FanfictionLoki wird nach seinen Verbrechen wieder nach Mitgard geschickt, um dort ohne seine Magie sein restliches Leben zu verbringen und mit den Folgen seines Handelns leben zu müssen. Dabei hat der Gott des Schabernacks noch mit den Folgen der Gedankenkont...
