~Loki
Er wusste genau, wo er Emilia hinbringen würde. Er sah den Ort so klar vor sich, als wären sie schon da. Ein Wunsch, der leider nicht Realität war. Denn in der Realität wankten sie beide durch die Hallen Asgards, ohne sich wirklich auf den Beinen halten zu können.
Die junge Agentin sah schlecht aus. Ihre verschwitzte Stirn glühte förmlich und auch wenn sie so tat, man sah ihr den Schmerz an, der in ihren Gliedern steckte.
Loki hasste es. Er hasste es, sie so zu sehen, weil er wusste, dass ein Teil von ihm ihr das antat. Dass ein Teil von ihm sie umbrachte.
Aber wie hätte es anders sein sollen? Der Gott war kein Held. Er war kein Retter, sondern ein Monster, der dunkle Schatten, die Schwärze, bereit alles Licht auszulöschen.
Nur wieso war ausgerechnet sie in seine Nähe gekommen? Warum nur musste ausgerechnet sie hier sein und solche Qualen ertragen?
Emilia verdiente es nicht, sie verdiente ein glückliches, erfülltes Leben mit ihrem Cousin und ihren Freunden auf der Erde. Und Loki würde hoffentlich einen Weg finden, ihr das zu ermöglichen.
Diese Fantasie erzählte er sich immer wieder, bis er sie irgendwann glaubte. Die Wirklichkeit war zu schlimm, zu quälend.
Loki schüttelte all diese Gedanken ab. Das konnte warten. Sie mussten einen Schritt vor den anderen setzen, immer weiter, bis sie aus diesem Schloss raus waren.
Emilia holte scharf Luft, als vor ihnen ein Trupp der königlichen Garde auftauchte und Thor an ihrer Spitze in Lokis Augen blickte. Natürlich hatte er seinen Bruder nicht für immer loswerden können. Es war schon das erste Mal schwierig genug gewesen.
"Komm!" Loki zog die junge Agentin mit sich in einen Raum, der wie er wusste, nicht genutzt wurde. Dort verriegelte er die Tür und lehnte sich dagegen. Er musste atmen.
Das Blut auf seiner Brust war getrocknet, doch die klaffende Wunde brannte und zog noch immer. Er musste sich nur kurz ausruhen, kurz die Augen schließen und...
"Loki, steh auf!" Beim Klang seines Namens aus ihrem Mund öffnete er beinahe reflexartig die Augen und sah sie an. Sie zitterte und hatte sich an einen Tisch abgestützt, doch in ihren Augen brannte Entschlossenheit, auch wenn die leichte Sorge darin nicht zu übersehen war.
"Kannst...kannst du weitergehen?", fragte sie langsam und kam etwas taumelnd auf ihn zu.
Er nickte nur und riss sich zusammen, stützte sich an der Tür ab und nahm seine letzte Kraft zusammen.
"So wirst du nicht weit kommen", ertönte eine Stimme neben dem Balkon.
Lokis und Emilias Blick flog zu dem Mann, der dort in lange, weiße Gewänder gehüllt stand.
Der Gott traute seinen Augen nicht. Es musste eine Halluzination sein, ein Produkt seines müden Geistes. Denn vor ihnen konnte unmöglich der Allvater stehen, begleitet von zwei weiteren Heilern der königlichen Gefolgschaft.
Loki brauchte einen Moment, um sich zu sammeln und so fiel ihm auch keine spöttische Bemerkung ein, als Odin seinen Begleitern ein Zeichen gab.
Der eine, ein blonder Ase mit gerader Nase und hohen Wangenknochen ging zu Emilia und bedeutete ihr, sich zu setzen. Die junge Frau fiel beinahe auf den großen Sessel und erleichtert sank sie in die weichen Polster. Trotzdem war ihr Blick wachsam und huschte fragend und misstrauisch zwischen Loki und dem Allvater hin und her.
Loki stand noch immer da und erst als der zweite Heiler, groß und breitschultrig, mit sandfarbener Haut zu ihm kam, bewegte der Gott sich. Er stolperte einige Schritte zurück, bevor er zu Boden ging.
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𝐒𝐡𝐨𝐰 𝐦𝐞 𝐲𝐨𝐮𝐫 𝐝𝐞𝐦𝐨𝐧𝐬 | 𝐋𝐨𝐤𝐢 𝐅𝐅
FanfictionLoki wird nach seinen Verbrechen wieder nach Mitgard geschickt, um dort ohne seine Magie sein restliches Leben zu verbringen und mit den Folgen seines Handelns leben zu müssen. Dabei hat der Gott des Schabernacks noch mit den Folgen der Gedankenkont...
