Schicksal

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~Loki

Seine Magie fühlte sich an, wie eine belebende Quelle, wie ein Kind, welches nach langer Reise endlich nach Hause kam und wie das schönste Gefühl von Freiheit. Loki schnappte nach Luft, als das sanfte Prickeln seine Arme entlangwanderte und endlich die Schmerzen kühlte und seine Wunden heilte.

Sein Auge würde selbst die Magie nicht wiederherstellen können, doch er hatte sie wieder. Das, wonach er so lange gesucht hatte, war endlich wieder da.

Aber...

Loki sah sich um. Sein Herz stockte. Seine Hände begannen zu zittern. Tränen verschleierten seine Sicht, als er ihren leblosen Körper sah.

Nein....

Der Gott des Schabernacks stürzte zu ihr, rollte sie auf seinen Schoß und rüttelte sie, schrie sie an, drückte seine blutverschmierten Hände an ihre Brust. Vergebens. Emilia war tot.

Loki hatte seine Macht wieder, doch zu welchem Preis?

Ein guturaler Schrei löste sich aus seiner Brust und das eben wohlige Prickeln wurde zu einem grausamen Stechen auf seiner Haut.

Das konnte nicht sein, das DURFTE nicht sein!

"Herzlichen Glückwunsch. Du hast sie also doch noch umbringen können!" Tyr klatschte hinter ihm in die Hände, was einen eher schmatzenden Laut verursachte.

Loki drückte Emilias kalte Stirn an seine und wollte sie nicht loslassen. Er wollte nicht akzeptieren, dass die gerade erst gefundene Liebe ihm nun wieder entrissen worden war. Von seiner eigenen Macht.

Tyr schnalzte mit der Zunge, als würde er einen Jungen tadeln und Lokis Zorn wurde endlich wieder entfacht.

"Wollen wir das hier nun wie echte Gött..."

Bevor Tyr den Satz beenden konnte, schoss ein einzelner Energiestrahl auf ihn zu. Er loderte so brennend heiß, dass er geradewegs ein Loch in des Gottes Herz brannte.

Tyr hatte nichtmal Zeit zu begreifen, was geschah, als Loki ihm bereits den Dolch, welcher in Emilias Hand gelegen hatte in die Kehle rammte. Genug der Magie.

Loki drehte das Messer und der Wahnsinnige würgte Blut, seine Hände glitten verzweifelt an Lokis Armen entlang, krallten sich in sein Hemd, während Loki ihn mit aller seiner zurückgewonnenen, göttlichen Stärke zu Boden drückte.

Dann grinste Tyr ein letztes Mal mit blutverschmierten Zähnen.

"Wir sehen uns in Hel, alter Freund."

Lokis Magie brach aus und es war ihm egal. Es war ihm alles egal. Die Macht fraß sich durch alles hindurch, zerstörte die weiße Bank, die Blüten, die Bäume, einfach alles. Selbst die Sonne schien zu erzittern vor der geballten Kraft von Lokis Schmerz, den er in einem letzten, verzweifelten, schluchzenden Schrei hinausließ.

Als das Inferno vorbei war, war von Tyr und dem einst wunderschönen Garten nur noch Asche übrig. Nur das Fleckchen, auf dem Emilia lag, blieb unangetastet.

Loki sank zu Boden. Alle Kraft schien aus ihm gewichen zu sein, während er zu der jungen Agentin kroch und ihre Hand nahm. Sie war eiskalt.

Ihr Gesicht war zu einem sanften Lächeln verzogen und Loki wusste nicht, was er fühlen sollte. Er konnte sie einfach nur anstarren und sich selbst verfluchen. Der Dolch in seiner Hand zitterte. Es wäre so leicht.

Er wäre wieder mit ihr vereint.

Er müsste nicht ohne sie leben.

Der verdammte Schmerz in seiner Brust würde endlich aufhören!

𝐒𝐡𝐨𝐰 𝐦𝐞 𝐲𝐨𝐮𝐫 𝐝𝐞𝐦𝐨𝐧𝐬 | 𝐋𝐨𝐤𝐢 𝐅𝐅Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt