~Loki
Die junge Agentin hatte es also geschafft. Sie hatte herausgefunden, was hinter all der Qual, hinter all den letzten Tagen und Wochen steckte. Loki wusste nicht, wie er reagieren sollte.
Er wusste nicht, was er jetzt tun sollte und das ärgerte ihn, denn eigentlich wollte er nur....ja, was wollte er eigentlich?
Früher war die Frage so einfach zu beantworten gewesen. Er hatte seine Magie zurückgewollt, seine Macht, um damit Odin und alle zu zerstören, die ihn hatten leiden lassen. Er hatte jede Welt erobern wollen, nur um damit - und das gestand er sich gerade ein - die Gedanken an IHN und die Black Order zu bekämpfen.
Sie waren immer da, hockten in den Tiefen seiner Gedanken, bereit ihn wieder und wieder zu foltern, so oft, bis Lokis Geist erneut brach.
Früher hätte er die Frage in weniger als einem Augenblick beantworten können. Und jetzt?
Loki erlaubte es sich, an den Moment mit Thor zurückzudenken. Der Moment, in dem er sich zum ersten Mal seit langem ein wenig geöffnet hatte. Ohne seinen Bruder hätte er Emilia vielleicht niemals hierher gebracht, hätte niemals den Antrieb gehabt, ihr die Hinweise zu geben, mit denen sie das Rätsel gelöst hatte.
In dem Moment, in dem er sich geöffnet hatte, war ihm einiges klar geworden. Er brauchte Zeit, um Thor oder irgendjemandem von IHM zu erzählen. Aber er hatte auch die Stärke gefunden, endlich tiefer in sich hineinzublicken.
Emilia starrte geradeaus und schien in Gedanken verloren zu sein, die Loki nicht mal ansatzweise ergründen konnte. Ihre blonden Haare fielen ihr wirr in die Stirn und sie sah gleichzeitig so schön und so verloren aus. Anscheinend ging sie die letzten Tage durch, auf der Suche nach dem Was wäre wenn.
In welchen Momenten hätte sie es früher herausfinden können? Was hätte passieren müssen, damit das alles einen anderen Lauf genommen hätte? Loki kannte das zu gut.
Er hatte nächtelang darüber nachgedacht, was passiert wäre, hätte er sich damals nicht von der Brücke gestürzt, hätte er nicht losgelassen. Dann war er weiter zurückgegangen. Was wäre passiert, hätte Odin ihm früher von seiner wahren Herkunft erzählt? Was wäre, wenn er Loki in Jotunheim gelassen hätte?
All diese verlorenen Leben gingen Loki auch jetzt durch den Kopf, während er die junge Agentin ansah. Doch dieses Mal drehten sie sich nur um Emilia Christensen.
Was wäre gewesen, hätte er sie nicht mitgenommen, hätte er sie nicht reanimiert bekommen, was wäre, hätten sie sich nie wieder gefunden, was wäre, wenn Tyr nie auf sie aufmerksam geworden wäre, wenn Thor und Loki sie nicht hätten befreien können...
Der Gott des Schabernacks sah hoch und sein Blick traf den der Agentin. Und da dachte er nur noch an einen Moment, nämlich den, in dem ihre Lippen sich getroffen hatten. Dort lag das größte, was wäre wenn.
Was wäre, hätte Loki sie nie von sich gestoßen? Denn verdammt, er bereute es noch immer.
Aber was hätte es gebracht? Sie waren nicht füreinander bestimmt. Emilia würde sterben, wenn er keinen Weg fand, seine Magie aus ihrem Körper zu bekommen. Und dort lag die Wahrheit, die für ihn zu schmerzhaft war und die er ihr wohl nie würde sagen können.
Er hatte sich selbst lange Zeit belogen. Er hatte sich gesagt, dass er sie retten könnte.
Lokis Augen füllten sich urplötzlich mit Tränen und er wischte sie ernergisch weg. Emilia hatte sie trotzdem gesehen.
"Wir werden alles dafür tun, damit du deine Magie zurückbekommst", versicherte sie ihm sanft und Loki lachte freudlos auf. Emilia wich nicht zurück, sondern setzte sich neben ihn.
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𝐒𝐡𝐨𝐰 𝐦𝐞 𝐲𝐨𝐮𝐫 𝐝𝐞𝐦𝐨𝐧𝐬 | 𝐋𝐨𝐤𝐢 𝐅𝐅
FanfictionLoki wird nach seinen Verbrechen wieder nach Mitgard geschickt, um dort ohne seine Magie sein restliches Leben zu verbringen und mit den Folgen seines Handelns leben zu müssen. Dabei hat der Gott des Schabernacks noch mit den Folgen der Gedankenkont...
