Verletzlich

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~Loki

Er wusste nicht, wo er anfangen sollte, oder ob er überhaupt anfangen sollte.

Emilia gab ihm Kraft, wie sie sich an ihn schmiegte und ihr Atem im Gleichklang mit seinem ging. Aber er konnte ihr noch nicht alles erzählen. Er konnte ihr noch nicht von IHM erzählen, aber wenn er sie verlor, dann...

Vielleicht war dieser zerreißende Gedanke der, der ihn schließlich dazu brachte, Emilia von seiner Mutter zu erzählen. Er sprach leise, flüsterte fast, denn diese Worte waren nur für seine Agentin gedacht.

Emilia hörte zu, schien jedes Detail in sich einzusaugen und ihre Augen wurden weich, als er so über Frigga sprach. Er hatte seine Mutter so sehr geliebt und hätte nie gedacht, solch eine Liebe nochmal zu finden. Die Liebe zu Emilia war anders, sie brannte als eine unbändige Flamme in einem Sturm, der versuchte, sie zu löschen, doch sie brannte weiter, heiß und hell.

Die Liebe zu seiner Mutter war ein warmer Kerzenschein gewesen, ein Licht, welches ihm Geborgenheit spendete und für immer brennen würde.

"Manchmal erinnerst du mich an sie", hauchte Loki und Emilia legte den Kopf schief. Sie hatten sich zurück ins Gras fallen lassen und lagen sich nun gegenüber.

Er führte das nicht weiter aus, denn es war eine tiefere Empfindung. Manchmal, wenn er sie ansah, wirkte es so, als würde Frigga hinter ihr stehen und sie beschützen.

Leider konnte selbst seine Mutter sie dieses Mal nicht retten.

Und dann begann Loki, Emilia von den dunkelsten Stunden seines Lebens zu erzählen. Er begann einfach, denn wenn er zu lange darüber nachdachte, würde er einen Rückzieher machen.

"Du hast mir gesagt, ich solle dir meine Dämonen zeigen." Emilia nickte.

Loki atmete einmal tief durch. "An dem Tag, an dem ich auf die Erde kam, um New York zu unterwerfen, war das nicht mein Befehl, zumindest nicht mein alleiniger. Ich..."

Zweifel bildeten sich in seinem Magen und er wusste nicht, wie er weitersprechen sollte. Er konnte ihr nicht von der endlosen Folter erzählen, von den seelischen und physischen Qualen, die er erlitten hatte. ER hatte wulstige Narben hinterlassen und einige Wunden hatten sich entzündet und würden wohl nie heilen.

Der Gott des Schabernacks konnte seine Gefühle nicht ausdrücken, denn er hatte es bis jetzt nie wirklich getan.

"Das, was du wissen musst ist, dass ich nie wollte, dass all das passiert. Die Zerstörung, der Kampf....mein...meine Gier nach einem Thron...wurde...ich...ich wurde benutzt....um diesen Angriff durchzuführen."

Loki atmete schwer, als das Geständnis seine Lippen verließ. Es war nicht perfekt, es war nicht wie in all den Geschichten, in denen die Figuren immer den richtigen Weg fanden, ihre Emotionen auszudrücken. Aber es war ehrlich. Ehrlich und roh.

Emilia sah ihn lange Zeit lang an, bevor sie ihn küsste. Erst langsam und dann immer intensiver, bis er sich ganz in ihrem Geschmack verlor. Es war, als würde sie versuchen, die Dämonen damit zurückzudrängen und aus unerklärlichen Gründen funktionierte das auch in gewisser Weise.

"Ich habe nie geglaubt, dass du den Angriff einfach aus purer Bosheit und Machtgier heraus durchgeführt hast", sagte sie zwischen zwei atemlosen Küssen und Loki lachte.

Daraufhin sah sie ihn streng an und zog sich zurück. "Ich meine es ernst. Als du durch die Decke des Meeting Raums gekracht bist, habe ich keine Gefahr in dir gesehen."

"Du warst beim Angriff nicht in New York."

"Das stimmt. Aber ich habe trotzdem auf dem Weg und in all meinen Jahren als Shield Agentin genug Zerstörung gesehen und ich wusste irgendwie, dass nicht Thors Bruder allein mit seiner Armee dafür verantwortlich war."

Loki lächelte bei ihren Worten. Er wollte sie glauben, aber sie klangen zu wunderbar, zu schön. Anderseits war auch die Vorstellung, Emilia liebte ihn, zu schön, um wahr zu sein.

"Ich danke dir, dass du dich mir geöffnet hast." Sie drückte ihm einen Kuss auf die Wange und lächelte.

"Ich danke dir, dass du mir zugehört hast." Loki zog sie an sich und wollte sie gerade erneut innig küssen, als...

"Und ich danke euch beiden! Jetzt sind Magie und Besitzer endlich hier zusammen, welch eine Freude. Ich hoffe, die Frau ist dir nicht zu sehr ans Herz gewachsen, alter Freund, denn du wirst sie gleich sterben sehen."

Tyr kam mit einem eleganten Sprung vor ihnen zum Stehen und Loki wusste, dass nun die größte Schlacht seines Lebens beginnen würde.

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Hola amigos! Wie versprochen ein weiteres Kapitel diese Woche. Et voila!
Und somit nähern wir uns auch immer weiter dem Ende dieser Geschichte (*schnief* leider). Wie wird diese Schlacht wohl ausgehen? Wird Loki seine große Liebe doch noch retten können?
Bye mis amigos <3

𝐒𝐡𝐨𝐰 𝐦𝐞 𝐲𝐨𝐮𝐫 𝐝𝐞𝐦𝐨𝐧𝐬 | 𝐋𝐨𝐤𝐢 𝐅𝐅Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt