~Emilia
Das Wasser war eiskalt. Keine Kälte wie die, die Emilia damals bei der Mission in Kanada gespürt hatte, sondern eine böse Kälte. als wüsste selbst das Meer hier, welches Monster an seinem Strand wohnte.
Als die junge Agentin durch die Wasseroberfläche brach, japste sie auf, ihre Lungen saugten gierig die frische, salzige Luft hier ein. Emilia war erleichert. Sie hatte es geschafft!
Die Techniken für solch eine lange Zeit des Luftanhaltens hatte sie ebenfalls bei Shield gelernt. Es hatte ihr schon einmal das Leben gerettet, damals in Frankreich vor etlichen Jahren und heute wieder.
Aber nicht nur ihre Ausbildung, sondern auch der Gott, der sie beschützt hatte. Ohne Loki wäre sie nie wieder aus Tyrs Gefängsnis entkommen.
Etwas streifte ihr Bein und Emilia drehte sich um. Sie erwartete, dass der Gott des Schabernacks neben ihr auftauchen würde. Dann würde er ihr weitere Anweisungen geben und gemeinsam würden sie fliehen.
"Du hast gesagt, hier in der Nähe ist ein Felsen, also...." Emilia stutzte. Der Gott war nicht aufgetaucht. "Loki?"
Die junge Agentin sah sich um, doch weit und breit keine Spur des Gottes. Dann fiel ihr Blick zurück in das dunkle Wasser. Mit einem langen Atemzug tauchte sie unter und suchte hektisch nach ihm.
Nichts.
Emilia kniff die Augen zusammen und riss sie dann wieder auf, als sie die Gestalt erkannte, die immer weiter nach unten sank. Und als sie die Raubkatze erkannte, die sich dahinter durch das Wasser schob.
Loki hatte die Augen geschlossen und sein Körper fiel Tyr genau in die Arme. Emilia schwamm so schnell sie konnte und erreichte den Gott nur knapp vor dem Wahnsinnigen dahinter, der es selbst unter Wasser schaffte, zu fauchen.
Emilia packte Lokis Arm und zog daran, doch er war viel zu schwer. Sie spürte, wie sie immer weiter nach unten gezogen wurde. Da blitzten Krallen in ihrem Sichtfeld auf, kurz bevor ein brennender Schmerz durch ihr Bein fuhr.
Die junge Agentin biss sich auf die Lippe, um nicht zu schreien. Lokis Körper hing schlaff in ihren Armen.
So darf das nicht enden!
Wieder kam Tyr zu ihr, es schien fast, als würde er spielen und vielleicht brachte das Emilia dazu, den letzten Rest ihrer verbliebenen Kraft zu sammeln. Das Etwas um ihr Herz herum regte sich. Es war das erste Mal seit Tagen, dass sie die Dunkelheit wieder fühlte.
Ein Schock ging durch Lokis Körper hindurch und der Gott schlug die Augen auf. Sein Blick war benebelt und seine Lider flatterten, doch die wiedergekehrte Spannung in seinem Körper half Emilia, ihn nach oben zu ziehen.
Und nicht nur das. Ein rotes Cape schoss an ihr vorbei und rammte den Puma in die Seite. Thor schwang seinen Hammer und dreschte damit auf Tyr ein, was Emilia mit eisiger Genugtuung erfüllte. Da meldeten sich ihre Lungen und verlangten Luft.
Das Ding in ihrem Herzen streckte noch immer seine Arme nach Loki aus. Emilia spürte, wie es fast sehnsüchtig aufloderte und dem Gott so noch einen weiteren Stoß verpasste. Endlich bewegte er ebenfalls die Beine.
So kämpften sie sich immer weiter nach oben, während Emilias Lungen und ihr Oberschenkel brannten und heiße Tränen der Anstrengung in ihre Augen stiegen.
Fast geschafft!
Die Dunkelheit versuchte, um sich zu greifen, sich loszureißen. Die junge Agentin fühlte einen scharfen Schmerz und dann stolperte ihr Herz. Die verbliebene Luft war auf einmal weg.
Panisch schlug sie mit den Beinen, kämpfte gegen die Dunkelheit und das Wasser an.
Ihr Herz stolpere erneut. Ihre Lungen fingen Feuer.
Sie hätte Loki einfach loslassen können, doch irgendwas sagte ihr, wenn sie ihn jetzt fallen ließ, dann würde sie ihn verlieren. Für immer.
Und das konnte die Agentin nicht. Nicht nach allem, was er für sie getan hatte. Wenn man über so einige andere Sachen hinwegsah.
Nur noch ein kleines Stück!
Die Oberfläche war so nah. Loki bewegte seine Beine im Einklang mit ihr, doch auch er schien geschwächt und wurde nur von diesem Etwas in ihr bei Bewusstsein gehalten, das spürte Emilia nun, als das Band zwischen ihnen sich immer weiter spannte.
Emilias Herz setzte kurz aus, bevor es unruhig weiterpolterte. Weiße Punkte tanzten vor ihren Augen.
Sie streckte die Hand aus, in einem verzweifelten Versuch, wenigstens irgendwie an die Oberfläche zu gelangen.
Da rammte sie etwas von hinten und sie wurde aus dem Wasser katapultiert. Emilia hatte keine Zeit, dankend nach Luft zu schnappen, denn schon schlug das eisige Wasser wieder über ihr zusammen.
Dieses Mal schaffte sie es, sofort wieder über Wasser zu kommen und ihre Lungen seufzten auf vor Freude. Loki neben ihr hustete und würgte, während die Dunkelheit sich erschöpft aber zufrieden zurückzog. Emilias Herz schlug wieder in einem gleichmäßigen Rhythmus.
Eine Hand streifte ihren Arm und kurz darauf sah sie in Lokis ausgezerrtes Gesicht.
Sie war noch nicht dazu gekommen, ihn genauer zu betrachten, doch ihr fiel mit Schrecken auf, wie hohl seine Wangenknochen waren und wie matt und trüb seine Augen in ihre blickten.
Trotzdem war er wunderschön, wie ihm das nasse Haar in der Stirn klebte und sein schmales Gesicht einrahmte. Schnell schüttelte Emilia diese Gedanken ab. Dieser Gott war bis vor kurzem halb tot gewesen.
Wie zum Beweis hustete Loki erneut und krümmte sich zusammen. Seine Lippen waren zusammengespresst und es war klar, dass er Schmerzen hatte.
Emilia streckte langsam ihre Hand aus und strich dem Gott damit eine Haarsträhne hinters Ohr, wie er es auch bei ihr getan hatte. Er sah sie an und plötzlich war sein Blick nicht mehr trüb, sondern brannte heiß über ihr Gesicht. Ihr Atem stockte kurz, was nicht an dem kalten Wasser um sie herum lag.
Dann wandte sich Loki ebenso schnell wieder ab und sah sich suchend um. Tyr und Thor waren wieder verschwunden, doch sicher nicht für lange.
Emilia spürte, wie der Gott des Schabernacks ihre Hand ergriff und nach einem kurzen Kopfnicken los schwomm.
Sie war erstaunt, dass er trotz allem die Kraft aufbrachte, weiterzumachen. Sie selbst fühlte sich völlig ausgelaugt, während sie halb an Lokis Arm hing, wie ein nasser Waschlappen.
Der Gott war so viel stärker...Moment!
"Warum hat dieser Wahnsinnige gesagt, du wärst jetzt menschlich?", brachte Emilia über die Lippen. Es war eine Frage, die sie so dringend interessierte, weil sie für sie beide von existenzieller Bedeutung war. Außerdem war sie neugierig.
Lokis Blick verdunkelte sich und dann wurde seine Miene ausdruckslos. Sein Kiefer spannte sich an und er zog ein weniger fester als nötig an ihrer Hand.
"Willst du hier draußen ertrinken oder diese dummen Fragen lassen und von hier wegkommen?", feuerte der Gott zurück, doch seine Stimme klang heiser und nicht mehr so scharf, wie sonst. Dafür war sein Blick jedoch Warnung genug. Er würde Emilia nichts verraten.
Die junge Agentin beließ es fürs erste dabei, auch weil ihr Körper noch immer wie ein schlaffer Sack durchs Wasser gezogen wurde und sie in diesem Moment andere Probleme hatte.
Und diese Probleme zeigten sich in Form eines Schattens, der vor ihr aus dem Meer geschossen kam.
__________________________________________________________________________________________________________________________________________________
Ich lebe noch!!! Hello mis amigos, es tut mir wahnsinnig leid, dass ich euch so lange hab warten lassen, aber ich hatte leider so viel zu tun. Schule muss ja bekanntlich vor den Ferien immer besonders abfucken. Jetzt bin ich die nächsten drei Tage erstmal auf einer Fahrt, organisiert von unserer Musikfachschaft an der Schule. Und danach...mal gucken, wann ich wieder zum Schreiben komme und es tut mir auch leid, dass nach so langer Zeit nur ein Kapitel kommt, doch ich hab bis vor ein paar Minuten noch Koffer gepackt :)
Anyways, seid mir bitte nicht allzu böse <3
Bye bye amigos!
DU LIEST GERADE
𝐒𝐡𝐨𝐰 𝐦𝐞 𝐲𝐨𝐮𝐫 𝐝𝐞𝐦𝐨𝐧𝐬 | 𝐋𝐨𝐤𝐢 𝐅𝐅
FanfictionLoki wird nach seinen Verbrechen wieder nach Mitgard geschickt, um dort ohne seine Magie sein restliches Leben zu verbringen und mit den Folgen seines Handelns leben zu müssen. Dabei hat der Gott des Schabernacks noch mit den Folgen der Gedankenkont...
