Als ich die vorbeiziehenden Bäume betrachtete und der Tag der Nacht wich, fragte ich mich, ob es überhaupt Sinn machte zu fliehen. Egal wohin ich auch gehen würde, immer würden mich die Schatten meiner Vergangenheit verfolgen.
Däs Schicksal hatte ganz schönen Schwachsinn gebaut und jetzt musste ich es eben selbst in die Hand nehmen. Auch wenn das alles andere als einfach werden würde. Ich wünschte mir so sehr, das Anabelle hier wäre um mir alles zu erklären, aber das war sie nicht. Die Tränen, die ich so lange zurückgehalten hatte, waren nun allgegenwärtig und strömten wie ein Fluss über mein Gesicht.
Alles zu verlassen, mein bisheriges Leben, meine Träume, alles verschwunden. Ich wollte stark sein, aber ich konnte es einfach nicht mehr. All die Zeit, in der ich den Schmerz hinuntergeschluckt hatte und ein künstliches Lächeln aufgesetzt hatte und nun, alles verschwand in dieser Sekunde. Die mutige und starke Kara verschwand und verwandelte sich in ein Häufchen Elend.
"He - es...es wird alles wieder gut." Will zog mich näher zu sich ran und nahm mich einfach nur fest in den Arm. Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter und ließ den Tränen freien Lauf. Sanft strich er über meine Haare,es schien eine Ewigkeit vergangen zu sein,als ich mich wieder quälend langsam von ihm löste. Er sah mir direkt in die Augen, als wäre es ein Versprechen, auch wenn er es unmöglich halten konnte. Vorsichtig wischte er eine Träne weg und flüsterte so leise, das nur ich es hören konnte. "Ich liebe dich, Kara."
"Ich liebe dich auch." Und für diesen Moment war alles perfekt...doch dann war der Moment vorbei.
Ich sah das Auto direkt auf uns zukommen. "Carrie, weich aus!" Aber am Lenkrad saß nicht Carrie, sondern Tom. Will sprang fast von seinem Sitz auf und versuchte ihn zu erwürgen, aber ich konnte ihn noch zurückhalten.
"Was hast du mit meiner Schwester angestellt du verdammter Mistkerl?!"
"Ich weiß nicht wo sie ist." Er sah so aus, als würde er die Wahrheit sagen, doch wie konnte man jemanden vertrauen, der einen so lange angelogen hatte?
"Das glaub ich dir nicht, sag es mir sofort, oder ich bring dich um!"
"Du hast ja keine Ahnung. Während du mit Kara in einer anderen Welt warst, hatten wir hier unsere eigenen Schatten zu bekämpfen." Will starrte ihn verständnisslos an.
Währen die beiden stritten, sah ich mein ganzes Leben an mir vorbeiziehen. Meine Familie, meine Geschwister, alle waren gestorben und nun würde ich ihnen folgen. Will..
Will war das wichtigste in meinem Leben geworden und nun wusste ich nichnigstens war er an meiner Seite. Andererseits würde ich ihn lieber in Sicherheit wissen, als hier. Für eine Sekunde schien die Zeit schien alles still zu stehen , doch dann geschah alles auf einmal. Will schnallte mich hektisch ab und stieß mich grob aus dem Auto. Unsanft stieß ich auf den harten Asphalt auf und rollte mich mit letzter Kraft auf der Seite ab.
Ein ohrenbetäubender Knall erschütterte die Luft und der Schmerz fegte wie ein Wirbelsturm über mich hinweg. Meine Rippen brannten und mein Herz weigerte sich, das weiter zu ertragen. Meine Beine, meine Hände, alles brannte wie Höllenfeuer.
Aus dem Augenwinkel sah ich die beiden Autos in Flammen aufgehen. Ich wollte hinlaufen, schreien und ihn retten, doch ich konnte nur meine Hamd hinrecken, mehr nicht.
Zwei uniformierte Männer gingen in Richtung des Wagens und einer zeigte direkt auf mich. Ihre gedämpften Stimmen kamen mir zwischen den hohen Piepsen wie eine Ewigkeit weg vor, obwohl sie schon ganz in der Nähe waren.
Ich musste Will helfen...ich musste...
Lauf, lauf um dein Leben! Da war sie wieder, diese mysteriöse Stimme, aber diesmal hörte ich auf sie, obwohl es schmerzaufreibend war, überhaupt aufzustehen. Ich lief los und das Einzige, das mich am Leben hielt, war der Schmerz, der tief in meinem Inneren brannte.
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Deadly Touch
Fantasy'Eine einfache Berührung. Mehr braucht es nicht.' Kara ist schon ihr ganzes Leben lang auf der Flucht vor sich selbst. Seit ihre Eltern unter mysteriösen Umständen gestorben sind, lebt sie bei einer Pflegefamilie. Doch wie soll sie Freunde finden...
