May
Mit Dylan, Kleo und Stephen war irgendetwas los. Sie riefen mich am frühen Mittag an und sagten, dass ich zu ihnen auf den Weg, der zum Wald führte, stoßen sollte. Warum sie alle beisammen waren und ich dennoch nichts wusste, machte mich stutzig.
Irgendetwas ging da vor sich! Ich musste wissen, was es war.
Instinktiv griff ich nach meinem Handy und wählte Thomas' Nummer. Warum ich das tat, wusste ich nicht, doch mein Unterbewusstsein teilte mir mit, dass er bestimmt involviert war. Wäre ja auch typisch, wenn sie irgendetwas über ihn herausgefunden hatten, dass sie es zuerst checken würden, bevor sie mir Bescheid gaben.
Hatten sie herausgefunden, was gestern mit Kleo passiert war? Ich war so froh gewesen, dass Kleo so betrunken war, dass ich sie beinahe wie eine Marionette lenken konnte, wenn sie bei Bewusstein gewesen wäre, wären Thomas und Cassandra heute wohl beide sehr verletzt gewesen.
Thomas ging nicht an sein Handy, was meine Vermutung nur noch mehr bestätigte. Wieso vertrauten sie mir nicht?
Ich hatte ihnen verschwiegen, dass Thomas der Beta war ... Und dass er anders war ...
Ich hatte doch versucht, Kleo darauf anzusprechen, doch ich war einfach nicht wirklich erfolgreich gewesen. Sie war nicht bei der Sache gewesen, das hatte ich gleich am Anfang gemerkt, sie hatte mich gar nicht wirklich registriert.
Warum konnte sie sich denn nicht einfach besser mit mir vertragen? Ich bemühte mich immer, stets freundlich zu ihr zu sein und tat nichts, was ihr schaden würde. Ich wollte einfach in meinem Rudel akzeptiert sein und Kleo konnte doch auch nett sein, wenn sie wollte. Nur bei mir hatte sie wohl ein soziales Defizit ...
Schmollend schob ich das Handy wieder in meine Tasche und machte mich auf den Weg.
***
Thomas, Stephen, Dylan und Kleo standen am Waldrand und es sah aus, wie wenn sie einfach dort stehen würden und sich über irgendwelche Alltagsthemen unterhalten würden. Wenn jemand an ihnen vorbeilief, würde er niemals denken, dass da wohl irgendetwas im Busch war.
„Warum hast du mich angelogen?", fragte Kleo und ich konnte dem gelblichen Schimmer in ihren braunen Augen erkennen, als ich die Gruppe erreichte. „Dir auch einen gute Morgen", antwortete ich und versuchte somit, mein schlechtes Gewissen zu vertuschen.
Woher wusste sie denn, was wirklich passiert war? Als ich heute Morgen auf ihrer Couch aufgewacht war, kam sie mir vor, als hätte sie einen kompletten Filmriss und könnte sich an rein gar nichts erinnern. Waum war es denn jetzt doch nicht so?
„Du hast uns mehrmals angelogen. May, soviel dazu, dass, als ich dir auf dem Schulflur wegen Thomas helfen wollte, du behauptest hattest, dass du dich getäuscht hattest und mich wie Dumme hattest dastehen lassen. Du hattest den Beta längst gefunden und uns alle in dem Glauben gelassen dass du noch immer eifrig auf der Suche bist. Woher wissen wir nicht, dass ihr beide unter einer Decke steckt und du uns die ganze Zeit einfach ausspioniert hast?"
Okay, Kleo war im Moment wirklich sehr gereizt, da musste ich wirklich sehr gut aufpassen, was ich sagte oder tat. Ich senkte meinen Blick gegen den Boden und trat auf sie zu. Ja, ich wusste, dass men Verhalten falsch gewesen wr, doch was hätte ich denn tun sollen? Thomas verraten und riskieren, dass sie ihm etwas antaten? Und außerdem war Kleo ja auch nicht das größte Unschuldslamm, das es gab. Sie hatte auch schon genug falsch gemacht.
„Lasst May aus dem Spiel, sie wusste nicht, dass ich der Beta war, sie hatte wirklich die ganze Zeit nichs gewusst und war immer ehrlich zu euch. Als ihr sie in euer Rudel augenommen habt, habt ihr sie ja auch erst einmal genau inspiziert und ihren Geruch gecheckt. Selbst, wenn ihr es jetzt leugnet, ihr wisst, dass ich recht habe", verteidigte Thomas mich und trat vor, um sich vor mich zu stellen.
In diesem Moment wurde mir klar, dass er wirklich etwas Besonderes war. Er verteidigte mich vor meinen Rudelmitgliedern und dem Alpha, ohne Angst vor den Konsequenzen zu haben. Ich würde ihm helfen, Thomas war mir wichtig. Ich fühlte mich in diesem Moment, da ich wusste, dass er sich für mich einsetzte, einfach so unbeschreiblich glücklich, dass ich nicht wirklich in Worte fassen konnte. Und vor allem eines: Ich fühlte mich sicher.
„Er hat recht, May ist uns treu und ist es eigentlich im Prinzip immer gewesen, sie musste nur mit der neuen Situation erst einmal klar kommen. Sie hat Thomas geholfen, der ihre Hilfe brauchte und eigentlich ist das eine gute Tat, das wissen wir alle. Ich bezweifele nicht, dass sie in der Lage war, die Situation einzuschätzen und zu entscheiden, ob sie Thomas vetrauen konnte oder nicht."
Stephen trat vor, während er sprach und legte Thomas sanft seine Hand auf den Arm, um ihn dann zur Seite zu schieben. Dennoch konnte ich den roten Schimmer der Augen eines Alphas erkennen und wusste, dass er auch nur so ruhig bleiben würde, wenn Thomas tat, was er wollte.
„Und was hat das nun zu bedeuten?", fragte Dylan und Kleo nickte zur Bestätigung. „Lassen wir ihn jetzt, da wir ihn gefunden haben, einfach wieder laufen und tun so, als wäre nichts passiert oder was?"
Stephen ging nicht wirklich auf Dylans Frage an, obwohl ich mir sicher war, dass er sie gehört haben musste. Er war momentan zu sehr auf Thomas fokussiert.
„Eigentlich ist es nicht unser normaler Weg, doch Thomas ist auch nicht normal. Wir brauchen Betas, starke Wölfe und wir können nicht leugnen, dass Thomas beim richtigen Training stark werden kann. Wir können ihn nicht einfach sich selbst überlassen, davor brauchen wir zu sehr ein starkes Rudel. Mir egal, was ihr jetzt sagt, wir können das gerne alles gerne noch ein mal in Ruhe besprechen, doch im Moment habe ich meine Entscheidung getroffen."
Ich hatte, ehrlich gesagt, nicht wirklich alles verstanden, was Stephen gesagt, doch so weit, dass er Thomas wohl nicht auf Nimmerwiedersehen verbannen würde, hatte ich verstanden.
Thomas sah mir mit seinen braunen Augen in meine und ich konnte ein wenig Furcht in ihnen erkennen. Und das leichte Schimmern der Farbe gelb, mit dem Braunen vermischt. Im Moment musste er sich nicht verstecken, er konnte zeigen, wer er war.
„Was habt ihr denn nun mit mir vor?", fragte Thomas, wandte sich von mir ab und Stephen zu.
„Du kommst in unser Rudel. Wir können jeden Beta gebrauchen!", lautete Stephens Antwort.
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Moonlight werewolves
WerewolfMay dachte, dass sie ihr altes Leben endlich hinter sich lassen konnte, doch in New Jersey begann alles wieder von vorne. Eifersüchtige Rudelmitglieder, Geheimnisse und noch alles was dazugehört, holen sie wieder ein. #190 in Werwolf 25.8.16
