Kapitel 18: Einen Dollar

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Kleo

Gerade wollte ich mich auf die Suche machen, als ich aus Versehen Cassandra anrempelte.

,,Tut mir leid", murmelte ich und wollte weiter. Cassandra sagte noch Blöde Kuh, aber ich liess mich nicht auf sie ein.

,,Wie war es eigentlich mit Dylan?", fragte die Freundin von Cassandra und ich hatte mich unbewusst, auf das Gespräch der beiden konzentriert.

,,Wir sind nun offiziell zusammen. Wir hatten eine heisse Nacht-" Plötzlich lief ich ihn Dylan hinein und er hielt mich fest, bevor ich hinfiel.

,,Wow, ganz ruhig", sagte er lachend und ich stellte mich wieder hin. ,,Danke", murmelte ich und sah meine Schulter an. ,,Du kannst mich nun loslassen", entgegnete ich und er tat es auch schnell. ,,Du bist gar nicht bei der Sache. Ruh dich aus, May und ich finden den Beta schon. Ausserdem hast du ihn auch in der Stadt gesucht. Es ist in Ordnung."

Ich schüttelte den Kopf und wollte keine Pause.

,,Mir macht das nichts aus, ich hätte nur gerne deine Ehrlichkeit", nuschelte ich und mir war klar, dass das Dylan laut und deutlich gehört hatte.

Gerade wollte ich an ihm vorbei, als er mich noch festhielt. ,,Warte", sagte er und gerade kam Cassandra auf ihn zu und umarmte ihn.

,,Dylan!", rief sie lächelnd und küsste ihn auf die Wange. ,,Gestern Abend war es echt toll. Das müssten wir wiederholen", flüsterte sie zu Dylan.

Eigentlich hätte ich es nicht gehört.

Eigentlich hätte ich es nicht gewusst.

Doch ich war leider ein Werwolf und bekam alles mit. ,,Ich muss los", sagte ich und riss mich leicht aus Dylans Griff los.

Dylan hatte gar keine Chance etwas zu sagen, denn Cassandra stellte sich vor mich hin und küsste Dylan.

Ich suchte noch den Beta, aber wurde nicht fündig. Nach einer Weile sah ich auch May, aber sie unterhielt sich mit Thomas, statt den Beta zu suchen.

Ich seufzte. Nun blieb wieder alles an mir hängen.

,,Kleo! Wenn du schon da bist, könntest du Liz sagen, dass ich meine zwanzig Dollar brauche?", sagte jemand und ich drehte mich um.

Es war Daniela und ich nahm aus meiner Tasche mein Portemonnaie. ,,Hier", sagte ich genervt und sie nahm meine zwanzig Dollar dankend an.

,,Wo ist sie?", fragte sie nach und ich seufzte. ,,Ich weiss es nicht und jetzt verzieh dich", zischte ich und Daniela war ein wenig überrascht, dass ich so reagierte.

Das waren meine letzten zwanzig Dollar für diesen Monat gewesen. Nun war ich wieder auf null.

***

In der Mittagspause wollte ich in die Cafeteria, als ich Dylan, Cassandra, Timothy und Will begegnete.

,,Hey Kleo, wenn Liz nicht da ist, kannst du mit uns mitkommen. Es gibt nichts Gutes in der Cafeteria, also gehen wir Pizza essen", entgegnete Timothy und kratzte sich am Hinterkopf.

Mein Geruchssinn meldete sich und aus Timothy kam ein leicht nervöser Geruch.

,,Nein danke", antwortete ich und Dylan zuckte mit den Schultern. ,,Dann vielleicht das nächste Mal. Wir sehen uns später", sagte er und ich nickte. ,,Nein, du hast mir versprochen, dass du mehr mit mir Zeit verbringst, als dass du mit ihr rumhängst. Ich bin deine Freundin!", entgegnete Cassandra beleidigt, aber mehr hörte ich nicht und wollte auch nichts mehr hören.

In der Cafeteria setzte sich mich hin und ich sah mich um. May war nirgendwo zu sehen und ich fragte mich, was sie wohl machte, denn es wäre die beste Zeit gewesen, um ihr das Zeugs zu erklären.

Dann setzte sich plötzlich Timothy neben mich hin und ich sah ihn verwirrt an. ,,Wolltest du nicht-", er unterbrach mich und beantwortete meine Frage. ,,Will nahm nun auch seine Freundin mit und ich wollte kein Klotz am Bein sein."

Ich nickte leicht und ass etwas von den Spaghetti. ,,Stör ich dich?", fragte er und ich schüttelte den Kopf. ,,Ich bin heute einfach nicht so gesprächig. Liz-" Ich stoppte und seufzte. ,,Ja, ich weiss, sie ist verschwunden. Ihre Eltern sind ja mit meinen befreundet. Man bekommt es so schnell mit. Die Polizisten vermuten eine Entführung, da nichts darauf hinwies, dass sie verschwinden wollte. Eigentlich sollte ich es dir nicht sagen, da du schon genug besorgt bist."

Wenn er wüsste, dass ich schon weiter war und das Alpharudel wusste, wo Liz war.

Nach dem Mittag stand ich vor dem Süssigkeitenautomaten und wollte mir einen Riegel holen.

Ich suchte meine Tasche nach einem Dollar ab, aber konnte keinen finden. Dann hielt mir jemand einen entgegen und ich sah ihn an.

Dylan grinste mich an und schob den Dollar in den Automat. Der Riegel fiel hinunter und Dylan holte ihn auch gleich hinaus.

,,Ich brauche dein Geld nicht", knurrte ich leicht wütend und Dylan presste die Lippen aufeinander.

,,Wieso hast du heute so viel Parfum aufgetragen? Mag Cassandra dich nur wegen dem? Oder machst du ihr auch schöne Geschenke?", fragte ich und Dylan seufzte.

,,Nehme den Riegel an und nein, ich mache ihr keine Geschenke. Sie mag mich und das konntest du auch riechen." Ich seufzte. ,,Wieso hast du keinen Dollar bei dir? Den Riegel nimmst du jeden Tag", entgegnete er und ging neben mir. ,,Ich dachte auch, dass du ehrlich zu mir bist. Herzlichen Glückwunsch zu deiner Beziehung", sagte ich ironisch und Dylan verdrehte die Augen. ,,Danke, aber ich wollte es dir anders sagen, als dass du Cassandra belauschst. Egal. Wieso hast du jetzt keinen Dollar bei dir?"

Er hatte seine Hände in der Hosentasche und ich sah ihn an.

,,Bin etwas knapp bei Kasse", sagte ich und Dylan war gerade bereit für diese Aussage.

,,Brauchst du-", ich unterbrach ihn und schüttelte den Kopf. ,,Nein, brauche ich nicht. Dein Geld kannst du für dich behalten. Kannst du dich daran erinnern, was ich gesagt habe, als wir uns schon besser kannten?", fragte ich und Dylan nickte. ,,Nie werde ich Geld von dir annehmen, hattest du gesagt." Ich nickte leicht.

Dylan hatte genug Geld. Mehr als genug.

Sein riesiges Haus hatte dies auch bestätigt.

,,May, und du wirst dann wohl auch kommen, treffen uns bei mir und besprechen das weitere vorgehen. Stephen sagte, wir sollten uns zuerst alleine darum kümmern und dann Hilfe von ihm holen. Er hat anscheinend viel zu erledigen. Ausserdem bin ich der Meinung, dass wir May einmal über die Verwandlung ansprechen. Ich glaube, die hat sie noch nicht so im Griff, denn sie sah heute echt verschlafen aus. Sie ist schon so lange ein Werwolf und kann sich wohl immer noch nicht bei Vollmond beherrschen, dann müssen wir ihr wohl zeigen, dass das auch anders geht. Ist bei dir wieder alles in Ordnung?", fragte er und ich nickte leicht.

,,Keine Sorge. Ich habe es im Griff."

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