Kapitel 20: (Ent)Täuschungen

155 12 1
                                        

Kleo

Ich sah zu Thomas, als May plötzlich eine andere Meinung hatte.   

,,T-thomas mag Werwölfe auch, genau wie du. Er ist nicht der, für wen ich ihn gehalten hatte."

Verwirrt sah ich May an und sie nickte leicht. Ich versuchte meinen Geruchssinn auf Thomas zu fokussieren, aber irgendwie roch er nach gar nichts.

Kein einziger Duft verriet ihn...

Hatte sich May also doch getäuscht? 

War ja klar, wenn sie nicht einmal mich erkannt hatte.

Ich seufzte genervt und zuckte die Schultern. ,,Dann muss ich los, denn Werwölfe sind nicht mein Ding. Das habe ich dir vorhin gesagt."

Wütend ging ich wieder ins Schulzimmer.

Das war alles nur Zeitverschwendung.

Nach dem anstrengenden Tag machte ich mich auf dem Weg zu Dylan. Leider musste ich meinen Bruder mitnehmen, da sonst niemand auf ihn aufpassen konnte.

Ich klingelte an der Tür und Dylans Mutter öffnete die Tür.

Zum Glück hatte Dylan auch eine jüngere Schwester. Nur war sie drei Jahre älter als Noah. Trotzdem hatten sich die beiden immer gut verstanden.

,,Guten Abend Kleo. Dylan ist mit einer Freundin nach oben gegangen. Wahrscheinlich möchtest du zu ihm, wenn du hier bist." Sie lächelte mich an und ich nickte leicht.

,,Wo ist Julia? Ich musste leider Noah mitnehmen, weil ich auf ihn aufpassen muss", entgegnete ich und die Mutter von Dylan nickte. ,,Das macht doch nichts. Komm Noah, ich bringe dich zu Julia. Sie ist draussen im Garten."

Sie nahm Noahs Hand und brachte ihn zu Julia. Ich machte mich auf dem Weg zu Dylan.

Ich öffnete seine Tür und May sah mich verwirrt an. ,,Klopfen?", fragte sie und ich seufzte. ,,Nicht einmal im Traum."

Ich liess mich auf Dylans Bett fallen und er selbst sass er auf dem Schreibtisch. Neben Dylans Bett war ein Nachttisch. Ich nahm den Baseball, der auf dem Tisch war, in die Hand und warf ihn in die Luft und fing ihn wieder.

Das wiederholte ich immer wieder.

,,Während du dich mit Thomas begnügt hast und du irgendwie nichts gemacht hast, habe ich weiterhin den Beta gesucht. Keine einzige Spur von ihm. Es wäre so, als könnte er seinen Geruch ausschalten. Kaum denke ich, dass ich etwas gerochen habe, verschwand der Duft wieder."

May machte einen nervösen Eindruck und Dylan schien dasselbe zu denken. Er sah May auch an und ich hörte auf, den Ball in die Luft zu werfen.

,,Was war die Aktion mit Thomas? Er ist nur ein Freak, von wegen er ist ein Beta."

May zuckte leicht mit den Schultern. ,,Ich hatte mich getäuscht. Tut mir leid."

,,May, weisst du was?", fragte ich nach und sie schüttelte den Kopf. Ich war immer noch skeptisch. ,,Nein, weiss ich nicht. Ich will nur wissen, was ihr sonst noch wisst. Deswegen bin ich so nervös. Ihr wisst mehr, als ich und das finde ich ein wenig unfair."

Ob sie wirklich wegen dem nervös war, wusste ich nicht, aber trotzdem hatte sie recht.

,,Na gut. So viel ist das gar nicht. Liz ist meine Freundin und sie wurde von einem Alpharudel entführt. Florian ist unser ehemaliges Rudelmitglied." Dylan hustete leicht. ,,Unser Rudelmitglied. Es steht noch nicht fest, was mit ihn passiert ist." Ich nickte leicht. ,,Unser Rudelmitglied ist auch verschwunden. Nun denken wir oder zumindest ich, dass Florian ebenfalls von ihnen entführt wurde. Wir müssen wissen, wie wir die beiden finden."

Ich fing wieder an den Ball wieder in die Luft zu werfen und zu fangen. Dylan stand auf und lief um das Zimmer. Er sah aus dem Fenster.

,,Ist Noah auch da?", fragte er und ich nickte leicht. ,,Ich muss auch bald wieder los." Er sah immer noch aus den Fenster und dann war er wohl mit den Gedanken ganz woanders.

,,Ich würde vorschlagen, dass wir zusammenbleiben und nicht sehr weit von einander entfernt sind. Wir sollten in der Gegend bleiben und den Wald alleine meiden. Sobald jemand etwas weiss, meldet diese Person sich. Wenn jemand den Beta findet, dann sagt er es zuerst Stephen und dann uns. Stephen hat es definitiv eilig." 

Ich sah auf die Uhr. ,,Ich muss auch wieder los. Hat jemand etwas einzuwenden?" Niemand sagte etwas und dann nickte ich. ,,Dann gehe ich-" Dylan sah mich an. ,,Bleib doch noch ein wenig. Julia spielt gerne mit Noah und May hat es vielleicht auch nicht gerade eilig."

Eigentlich war ich immer noch verärgert wegen Dylan, weil er mir nicht gesagt hatte, dass er und Cassandra zusammen waren.

,,Nein, ich will gehen", entgegnete ich und Dylan hatte nichts mehr dazu zu sagen. ,,Wie du willst. Hast du Geld für den-" Ich unterbrach ihn. ,,Ich gehe zu Fuss nach Hause", erwiderte ich und Dylan seufzte. ,,Lass mich dich nach Hause fahren. Noah mag es-", wieder unterbrach ich ihn. ,,Nein, ich bin ja nicht mit dem Auto gekommen."

Dylan seufzte und begleitete mich nach unten.

Wir standen alle im Garten und Noah spielte mit Julia mit dem Fussball.

,,Noah! Komm wir gehen", rief ich und Noah drehte sich um. ,,Ach nein, können wir nicht noch ein wenig bleiben? Dylan! Kannst du nicht mit mir spielen?", fragte er und ich schüttelte den Kopf. ,,Nein, kann er nicht. Es wird bald dunkel und wir müssen zu Fuss nach Hause."

Noah ging zu Dylan und nahm seine Hand. ,,Wir können doch ein wenig länger bleiben und uns dann nach Hause fahren. Komm schon Kleo", versuchte Noah mich zu überreden und ich seufzte. ,,Nein, das kann Dylan nicht." Noah schmollte und Dylan sah mich auffordernd an.

,,Na gut. Aber nicht zu lange", gab ich auf und Dylan grinste. Er nahm den Ball aus Julias Hand und fing an mit Noah zu spielen. 

May kam auch hinunter und setzte sich neben mich. ,,Dylans Haus ist echt wahnsinnig. Echt gross und schön." Ich nickte nur und da hatte sie recht.

,,Wer war eigentlich sonst noch im Rudel und wie sind die verschwunden, wenn ich das jetzt fragen darf." Ich sah Dylan und Noah zu und gab May die Antwort.

,,Florian, Dylan, Olivia, Jay und ich waren in einem Rudel. Olivia ist umgezogen und somit ist sie auch logischerweise aus dem Rudel. Ich hatte sie nicht lange gekannt. Vielleicht fünf Monate. Jay ist vor drei Monaten gestorben. Er wurde von einem Jäger umgebracht. Wir haben noch keine Gründe dafür. Florian ist verschwunden. Somit sind Dylan und ich alleine zurückgeblieben."

Ich sah ins Leere und wollte eigentlich nicht bedrückt wirken, aber es nahm mich schon etwas mit, dass drei von unserem Rudel weg waren.

,,Wie verbringst du eigentlich den Vollmond?", fragte ich. Einerseits um das Thema zu wechseln, andererseits um es herauszufinden, ob sie es im Griff hatte.

Moonlight werewolvesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt