Kleo
„Du kennst sie doch gar nicht Noah. Wieso sagst du so etwas?", fragte ich und Noah sah den Boden an.
Dylan reichte mir ein Pflaster und ich tat es auf die Wunde. ,,Tut mir leid", nuschelte er und ich seufzte.
,,Was ist denn daran so schlimm? Vielleicht hat Noah eine gute Menschenkenntnis und ausserdem ist sie wirklich in Ordnung."
Ich verdrehte die Augen. ,,Ich will nicht, dass er jedem gleich in die Arme fällt. Es sind nicht alle Menschen in Ordnung. Man darf doch auch mal skeptisch gegenüber jemanden sein. Oder nicht?"
Dylan zuckte die Schultern. ,,Aber nicht gegenüber der ganzen Welt. Komm Noah, wir fahren."
Gerade wollten wir aus der Tür, als ich Cassandras Wagen parken sah. ,,Was macht denn dir hier?", nuschelte Dylan und ich lachte leicht. ,,Sie ist deine Freundin. Was macht sie wohl hier?"
Dylan kratzte sich am Hinterkopf. ,,Eben meine Freundin und nicht mein Hund. Man muss mir doch nicht auf Schritt und Tritt folgen."
Cassandra stieg aus und lächelte Dylan an. Mich würdigte sie keines Blickes, was mir, ehrlich gesagt, auch recht war.
,,Dylan!", rief sie schon und ich nahm Noahs Hand. ,,Komm Noah, wir gehen." Er schüttelte den Kopf. ,,Nein, Dylan fährt uns."
Er sah Dylan an, der nickte. ,,Ja, das mache ich auch." Cassandra umarmte Dylan und er stiess sie ein wenig zur Seite. ,,Hey Cassandra. Was für eine Überraschung! Leider muss ich los", entgegnete er und ich schüttelte den Kopf. ,,Dylan, es ist schon in Ordnung. Du musst uns nicht nach Hause fahren."
,,Doch. Cassandra, warte du doch auf der Terrasse und ich komme gleich wieder. Ich fahre nur noch Kleo und ihren Bruder nach Hause."
Cassandra machte einen genervten Gesichtsausdruck.
,,Sie sagt doch, dass sie auch zu Fuss nach Hause kann." Dylan war immer noch so eingestellt, dass er mich nach Hause fahren wollte.
,,Noah steig ein und du Cassandra wartest oder du kannst auch nach Hause."
Mit verschränkten Armen ging Cassandra zur Terrasse und Noah stieg glücklich ein. Genervt stieg ich auch ein und Dylan fuhr los.
,,Habt ihr Streit?", fragte Noah aus dem nichts und Dylan schüttelte den Kopf. ,,Wir beide haben nur bei einer Sache verschiedene Meinungen."
Noah nickte leicht. ,,Ich will nur nicht, dass ihr eure Freundschaft-" Dylan unterbrach Noah. ,,Kleo und ich werden für immer Freunde sein. Darauf geben wir dir den kleinen Fingerschwur."
Er hielt mir seinen Finger hin und ich machte den kleinen Fingerschwur, obwohl ich eben nicht für immer nur mit ihm befreundet sein wollte.
,,Zufrieden?", zischte ich und Noah nickte. Die ganze Fahrt war eher ruhig, ausser wenn Noah etwas fragte und dann antwortete auch Dylan und nicht ich.
Als wir ankamen stiegen wir aus und Noah umarmte Dylan. ,,Tschüss Noah", verabschiedete sich Dylan und wuschelte Noah durch seine Haare.
Noah ging in Treppenhaus und ich blieb nich draussen mit Dylan stehen. Er hatte seine Hände in der Hosentaschen und sah Noah hinterher.
,,Du weisst schon, er sieht dich wie einen Bruder an", entgegnete ich und er nickte leicht, aber nahm den Blick nicht von Noah ab, bis er verschwand. ,,Du mich ja auch", grinste er.
,,Ich glaube, jemand von uns sollte May ein bisschen ausspionieren. Sie hatte sich einfach aus dem Staub gemacht. Vielleicht weiss sie etwas, das wir nicht wissen."
Dylan legte seinen Arm um meine Schulter und ich wurde wieder leicht nervös. Seine Berührung liess mich leicht zucken und ich sah ihn an.
,,Du misstraust ihr, aber sie ist in unserem Rudel. Sie wird schon alleine klarkommen. Soll ich Will anrufen und wir gehen etwas trinken?" Ich sah ihn verdutzt an. ,,Damit Will seine Freundin mitnimmt und du Cassandra? Nein, danke", entgegnete ich und Dylan seufzte. ,,Dann ruf May an, ob sie auch kommt. Um zwölf bei der Waldhütte."
Ich verdrehte die Augen. ,,Weisst du, wieso sollte ich kommen? Wir können uns sowieso nicht betrinken, also macht das nicht so einen Spass, wenn Will betrunken sind und eure Freundinnen."
Dylan grinste. ,,Ich habe so ein Kraut gefunden, dass uns auch besoffen macht. Für den Menschen ist es harmlos, aber uns macht es so, als wären wir betrunken. Ich habe sogar Stephen gefragt und er meinte, es hätte die gleiche Wirkung auf uns wie Alkohol."
Ich nahm seinen Arm von meiner Schulter. ,,Ich verzichte", entgegnete ich und er provozierte einfach weiter. ,,Wieso? Angst davor betrunken zu sein und etwas Falsches zu sagen?"
Ich schubste ihn leicht. Er lachte und nickte.
,,Ich schreibe May. Komm einfach."
Ich ging in die Wohnung und Hanna war immer noch hier. ,,Wann kommst du mit Dylan eigentlich zusammen?", fragte sie und ich seufzte leicht. ,,Wir sind nur Freunde", antwortete ich und dann kam Mom.
,,Du hast einen Freund?", fragte sie und ich schüttelte den Kopf. ,,Nein, habe ich nicht!" Noah kam nun auch dazu. ,,Dylan und Kleo haben sich geschworen, dass sie immer Freunde bleiben werden."
Ich ging genervt ins Zimmer und schloss meine Tür ab.
,,Kleo!", rief Hanna und klopfte an der Tür. ,,Du kannst mich mal!", schrie ich und liess sie auch nicht rein.
Um zwölf Uhr ging ich zur Waldhütte. Alle waren am Schlafen und niemand würde denken, dass ich vom dritten Stock hinunterkletterte.
,,Da bist du ja", sagte Dylan. Cassandra war nicht da. ,,Wo ist deine Freundin?", fragte ich und Dylan zuckte die Schultern und nahm einen Schluck aus seiner Flasche.
,,Sie fand die Aktion kindisch und wollte nicht kommen." Timothy war auch da und lächelte mich an. Dann kam doch die Hexe und rempelte mich leicht an.
,,Dylan! Du gehst doch hierhin! Ich habe doch gesagt, dass ich nicht komme, dann dachte ich, dass du auch nicht gehst. Ich hatte Angst den ganzen Wald zu durchsuchen nach dieser Hütte."
Dylan zuckte leicht die Schultern und ihm war es wohl ein wenig gleichgültig. Er hatte sicher schon ein wenig zu viel getrunken. Cassandra nahm eine Flasche und Dylan reichte mir eine.
,,Die ist für dich." Ich setzte mich gegenüber den fünf und fing auch an zu trinken. Dylan hatte recht. Mit der Zeit wurde man lockerer und war nicht mehr so darauf fixiert etwas Falsches zu sagen.
,,May!", rief Will und May kam hinein. Sie wirkte wie die Schülerin, die Schüchtern war und so etwas noch nie gemacht hatte.
Vielleicht hatte sie das auch nicht.
May setzte sich neben mich und Dylan reichte ihr eine Flasche, doch sie lehnte dankend ab. Stattdessen nahm ich sie dann entgegen und stelle sie vor mir hin. ,,Für später", murmelte ich.
,,Macht ihr das immer?", fragte sie und ich nickte leicht. ,,Jeden Freitag", nuschelte ich und Timothy stand auf. ,,Ich muss auf die Toilette." Er ging nach draussen und Will sah mich grinsend an. ,,Hast du es denn nicht gemerkt, wie verschossen er in dich ist?"
Meine Wangen glühten und ich versuchte aber, cool zu bleiben. ,,Na und? Leider erwidere ich seine Gefühle nicht", entgegnete ich und dann nahm ich die Flasche, die ich vor mir gestallt hatte.
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Moonlight werewolves
WerewolfMay dachte, dass sie ihr altes Leben endlich hinter sich lassen konnte, doch in New Jersey begann alles wieder von vorne. Eifersüchtige Rudelmitglieder, Geheimnisse und noch alles was dazugehört, holen sie wieder ein. #190 in Werwolf 25.8.16
