Kleo
Ich trank vielleicht ein wenig zu viel, denn momentan war mir alles egal.
,,Kleo, du solltest diese Flasche doch lieber auslassen." Ich griff nach der Flasche und sah May böse an. ,,Lass mich", murmelte ich und stand auf. Leicht torkelte ich nach draussen.
,,Wohin gehst du?", fragte Timothy und ich hob einfach die Hand. Es sollte ihm egal sein, denn ich liebte ihn nicht.
,,Warte!", rief May und folgte mir. Ich setzte mich am Boden und lehnte mich an einem Baum.
,,Wieso macht ihr das?", fragte sie nach und setzte sich gegenüber von mir. ,,Frag doch Dylan. Er wollte dich dabei haben."
Es war mir klar, dass sie wusste, dass ich sie nicht bei mir haben wollte.
,,Tut mir leid. Das war mir klar." Ich trank einen Schluck und May sprach weiter. ,,Ich will etwas wissen." Ich nickte leicht und wollte ihr damit zeigen, dass sie sprechen konnte.
,,Was wollt ihr eigentlich mit dem Beta machen, wenn ihr den habt?", fragte sie und ich zuckte leicht die Schultern. ,,Es ist ja kein richtiger Beta... Er kann seinen Geruch unterdrücken. Das können nur Alphas."
Sie biss sich auf die Unterlippe, aber im Moment war es mir egal, was sie dachte. ,,Du willst mir also sagen, dass ihr ihn dann zuerst begutachten möchtet?", fragte sie nach und ich stand auf.
Es war mir zu nervig.
,,Ja, das will ich." Ich fiel fast um und May hielt mich fest. Ruckartig schlug ich sie leicht weg. ,,Lass mich", murmelte ich und ich taumelte zur Hütte.
Dylan knutschte gerade mit Cassandra rum und ich wurde sauer. ,,Ich geh", murmelte ich und Will sah mich erstaunt an. ,,Was? Jetzt? Bleib doch noch!", entgegnete er und ich schüttelte den Kopf. ,,Nein, tschau", verabschiedete ich mich und May hielt meinen Arm.
,,Ich helfe dir nach Hause", entgegnete sie und ich schüttelte leicht den Kopf. ,,Lass mich", murmelte ich und sie packte fester zu. ,,Du bist betrunken. Ich lasse dich sicher nicht alleine nach Hause torkeln!"
***
Am nächsten Morgen wachte ich in meinem Bett auf. Die Kräuter würde wohl keinen Kater hervorbringen, was ich toll fand, denn irgendwie hatte ich eine Gedächtnislücke.
May lag auf dem Sofa und ich rüttelte leicht an ihr, dass sie endlich wach werden sollte.
Eigentlich war das ziemlich unfair von mir, da sie sicher weiterschlafen wollte. Aber ich wusste ja nicht, was gestern passiert war und damit konnte ich es kaum abwarten von ihr zu hören.
,,Nur noch fünf Minuten", murmelte sie und ich nahm ihr die Decke weg. Sie öffnete ihre Augen und brauchte wohl eine Weile, bis sie realisierte, dass sie nicht zu Hause war.
Sie blinzelte zwei drei Mal und dann setzte sie sich auf und rieb sich die Augen. ,,Das ist der Dank dafür, dass ich dich und Dylan daran gehindert habe Cassandra und Timothy gleich umzubringen?", fragte sie und ich sah sie verwirrt an.
,,Ehm, umbringen? Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich gehen wollte und du meinen Arm gepackt hast. Dann hast du mich wohl nach Hause gebracht." May lachte leicht.
,,Das wäre doch toll gewesen. Dylan ist dann noch rausgekommen und wollte dich nach Hause bringen. Ich hatte ihm versichert, dass ich dich sicher nach Hause bringen werde, aber er meinte, er müsse selbst davon überzeugt sein. Dann kam Cassandra nach draussen und wollte Dylan wieder hereinziehen, aber Dylan hatte sie abgeblockt und dann wurde sie so sauer, dass sie auf dich losgegangen ist. Gerade wolltest du ihr eine Scheuern mit deinen Wolfskrallen, als ich dich weggezogen hatte und in den Wagen geschubst hatte. Leider bist du dabei umgefallen und hattest einen riesen Kratzer an der Schulter. Wahrscheinlich ist der immer noch nicht verheilt, denn es war ein echt spitziger Ast."
Ich bewegte meine Schulter und ein leichter Schmerz durchzuckte mich. Leicht hob ich meinen Ärmel, da war eine kleine Wunde. Nicht mehr lange und der würde vollständig verschwunden sein, aber wieso dauerte dies die ganze Nacht?
,,Nach dem ganzen Cassandra Drama hatte Timothy mich gefragt, ob ich ihn auch nicht nach Hause fahren könne. Dylan schubste ihn dann leicht und behauptete, dass er nur mit dir sein wollte und bevor er überhaupt die Chance dazu hatte, ihm etwas anzutun, nickte ich schnell und dann steig er auch ein. Dann fuhr ich ihn schnell nach Hause und wir mussten durch dein Fenster rein."
Ich seufzte genervt und zuckte die Schultern.
Etwas beschäftigte mich noch.
,,War Thomas da? Irgendwann? Irgendwie kommt er mir in den Sinn, aber ich kann mich nicht erinnern, was es war. War da irgendetwas mit Thomas?"
May schüttelte den Kopf. ,,Nein, aber gestern da hatte ich gedacht, dass er der Beta war."
Ich nickte nur und ich war mir sicher, dass es etwas anderes war. Nun ja, dann musste man Thomas wohl selbst einen Besuch abschaffen.
May ging nachher und ich machte mich auf die Suche nach Thomas. Ich zog mir meine Sportsachen an und meine Kopfhörer. Ich schaltete die Musik an und tat so als würde ich joggen, aber eigentlich suchte ich Thomas.
Lange brauchte ich nicht zu suchen, denn er war joggen.
Das hätte ich nie von ihm gedacht.
Jetzt musste ich ihn nur noch überholen und das tat ich auch mit Leichtigkeit. ,,Thomas!", rief ich kurz und er drehte sich um.
Er sah mich leicht verwirrt an und ich grinste. ,,Hey, wie gehts?", fragte ich und er sah mich skeptisch an und hielt an. ,,Ich bin leicht verwirrt. Und dir?" Ich lachte leicht und versuchte einen entspannten Eindruck zu machen.
,,Gut. Du fragst dich-" Er unterbrach mich. ,,Ja, das tue ich." Ich atmete tief ein. ,,Was verheimlicht mir May, was sie dir gesagt hat?"
Thomas war wohl völlig neben der Spur und plötzlich schlug mir jemand leicht auf den Kopf. Ich drehte mich um, als ich Dylan sah, der an mir vorbeirannte.
,,Langsame Schnecke!", rief er und ich sah ihn genervt an. ,,Thomas! Kleo! Wer zuerst am Waldrand ist!", rief er und ich murmelte: ,,Na warte."
Ich rannte Dylan hinterher und im letzten Moment konnte ich ihn überholen, aber Dylan packte meinen Arm leicht und liess ihn wieder los.
Ich fiel um und ich war total sauer.
,,Spinnst du?!", fragte ich und Dylan grinste und sah zu Thomas. ,,Nein, aber gestern hatte mich May etwas wegen Thomas gefragt. Was wäre, wenn er der Beta ist. Das hatte mich stutzig gemacht. May wird auch gleich hier sein."
Thomas machte einen verwirrten Eindruck. Dann tauchte Stephen auf.
,,Gestern hattest du dich mit Thomas gestritten. Es war kein Ast, sondern er hat dich verletzt. Du hast die Wunde immer noch. Ausserdem kann der Beta seinen Geruch als Wolf unterdrücken, das eigentlich nur Alphas können. Das ist nicht ein typischer Werwolf. May hat gesagt Thomas ist es nicht, aber wer kann schon beim Rennen mit einem Werwolf mithalten?"
Ich grinste.
,,Ein Werwolf."
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Moonlight werewolves
Hombres LoboMay dachte, dass sie ihr altes Leben endlich hinter sich lassen konnte, doch in New Jersey begann alles wieder von vorne. Eifersüchtige Rudelmitglieder, Geheimnisse und noch alles was dazugehört, holen sie wieder ein. #190 in Werwolf 25.8.16
