Kapitel 8: Fresssack

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Es wurde immer später und später. Von Mar und Marlo war nichts zu sehen. Mel fütterte in der Zeit den Kleinen und gab ihm seine Trinkflasche, wechselte seine Windeln und setzte ihn danach zurück ins Bett, wo er sich sofort nah an mich setzte und wieder erzählte.

„Wir haben Marlos Sachen ins Gästezimmer soweit wie es ging geräumt.", informierte mich auf einmal Mel und ich schluckte leicht. Ich wusste, dass Marlo erst einmal nicht zurück in sein Zimmer konnte und mir war auch bewusst, dass er wohl ins Gästezimmer kam, aber es zu hören war irgendwie so hart und endgültig.

„Das habe ich mir schon gedacht.", sagte ich und sie stöhnte leicht auf und legte sich in Marlos Bett.

„Ich glaube davon wird mein Sohn nicht sehr begeistert sein, wenn er es erfährt, aber was sollen wir machen? Er kommt die Treppen nicht hoch, ich kann ihn nicht tragen und wer weiß, wie lange das alles dauern wird.", rechtfertigte sich Mel mir gegenüber, was sie absolut nicht brauchte, da ich es ja verstand.

„Anders geht es eben nicht, er wird es schon verstehen.", sagte ich leise und streichelte über Anos Kopf, der sich zu mir gelegt hatte und ein wenig mit seinen Augen kämpfte.

„Ich hoffe es.", kam es nur von Mel. Ich sagte nichts mehr dazu, sondern konzentrierte mich auf Ano, der immer länger die Augen schloss bis er sie nicht mehr öffnete und eingeschlafen war. Ich nahm meine Bettdecke und deckte uns beide vorsichtig zu.

Ich war auch eingeschlafen, als ich meine Augen öffnete, sah ich einen schlafenden Marlo neben mir liegen. Von Ano, Mar und Mel war weit und breit nichts mehr zu sehen. Mein Arm griff zu meinem Handy, wo ich erst einmal schaute, wie viel Uhr wir hatten. Kurz nach 16 Uhr. Seufzend legte ich das Handy wieder zurück und schaute dem schlafenden Marlo zu.

Was die Tests wohl ergeben hatten? Ob er schon Bescheid bekommen hatte?

Vorsichtig stand ich stöhnend auf und ging langsam wie eine Schnecke ins Badezimmer, wo ich mich erst einmal im Spiegel anschaute. Gut sah anders aus. Meine rechte Schläfe war ziemlich dunkel und mit den Farben blau, grün und lila verschönert. Wie meine rechte Körperseite aussah wollte ich erst gar nicht wissen. Seufzend ging ich aufs Klo, was nicht wirklich ohne Schmerzen ging.

Als ich aus dem Badezimmer raus kam, stand die junge Schwester wieder im Zimmer und sabberte fast, als sie den schlafenden Marlo zuschaute. Was sollte das denn? Mich nervte es langsam. Sie war hübsch, keine Frage, aber verdammt nochmal, Marlo hatte anderes zu tun, als zu flirten oder was auch immer sich die Schwester vorstellte.

„Kann ich dir irgendwie helfen?", fragte ich sie und blieb auf der Stelle stehen.

„Nein!", pampte sie mich an, nahm eine Medikamentendose und stellte sie bei Marlo auf den Nachttisch.

„Na dann wäre ja alles geklärt und du kannst das Zimmer wieder verlassen.", sagte nun ich und erkannte mich kaum wieder, da ich nie wirklich so unfreundlich und genervt zu anderen war, außer zu Luan, den ich aber schon kannte und der es mir nicht böse nahm. Aber wenn man mich so anpampte, nur weil ich vernünftig gefragt hatte musste man doch auch irgendwie damit rechnen.

„Und wenn nicht?", fragte sie auf einmal. Okay, sie wollte testen wie weit sie gehen konnte?

„Dann werde ich persönlich dafür sorgen, dass du – solange wir in diesem Zimmer liegen – nicht mehr in die Nähe des Zimmers kommst.", sagte ich und hörte sie auflachen. Ob sie meinte ich würde Scherze machen? Damit lag sie ziemlich falsch.

„Als ob.", lachte sie und ging ziemlich nah an mir vorbei.

„Möchtest du es drauf anlegen?", fragte ich und grinste auf einmal.

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