Bulimic Hell

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starke TW für bulimie, hasserfüllte kritik am eigenen körper, kein selbstwertgefühl, negative gedanken. falls noch auf etwas hingewiesen werden soll, sagt bitte bescheid!

! ich selber habe keine essstörung und das meiste basiert auf beiträgen, die ich von menschen mit bulimie gelesen habe !

* * *

Seufzend legte Sirius die Hand an den Duschhahn, drehte das Wasser langsam runter, drückte die Glastür auf und trat aus der Dusche auf den kalten, schwarzen Marmorboden im Badezimmer. Ohne hinzusehen griff er nach dem weißen Handtuch, welches er vorher für sich bereitgelegt hatte und stellte sich vor den menschengroßen Spiegel. Er wischte mit dem Handgelenk über die Stelle, wo sein Gesicht war, um den vor Dampf undurchsichtigen Spiegel freizugeben und blickte sich selbst in die traurigen, verheulten Augen. Die Lider waren ein wenig angeschwollen, das Weiße leicht rot und durchzogen von dünnen, zackigen Strichen, die Wimpern klebten zusammen und durch die zarte Haut unter den Augen erkannte man einige blaue Venen.

Sirius hob das Handtuch, knüllte es zusammen und strich sich vorsichtig über die Brust und Arme, um die langsam runterlaufenden Wassertropfen zu stoppen. Er trocknete seine Beine ab, unteren Rücken und rubbelte dann mit dem Handtuch durch die Haare, sodass sie durcheinander und chaotisch aussahen. Sirius hielt sich das Tuch sanft gegen das Gesicht, tupfte seine Wangen ab und nahm es dann wieder runter, ließ es achtlos auf den Boden neben seinen Füßen fallen. Er sah wieder in den Spiegel, betrachtete sich selber konzentriert, ließ seinen Blick achtsam über seine Schultern wandern, betrachtete jeden sichtbaren Knochen, jeden Zentimeter Haut, jede kleine Wölbung.

Früher hatte Sirius gedacht, er wäre schön, liebenswert und sein Körper wäre perfekt, doch seine selbstverliebten und vergötternden Ansichten erloschen wie Flammen, zu denen man Wasser gegeben hatte, seitdem er in den Ferien wieder bei sich zu Hause war. Er hatte gedacht, seine blasse, makellose Haut, die dichten, dunklen Haare, seine leicht rosa Lippen, die perfekt geraden, weißen Zähne und seine hübsche Nase wären alles, was man sich je wünschen konnte, doch jetzt zweifelte er daran.

Sirius trat etwas näher, betrachtete sein Gesicht genauer. Seine Haut war gar nicht so makellos, wie er dachte, dort waren kleine rote Pünktchen, unreine Stellen an der Nase, ein Pickel unterm Kinn, helle Härchen an den Wangen, gereizte Haut an der Stirn. Seine Nase hatte einen kleinen, kaum erkennbaren Buckel in der Mitte und plötzlich mochte Sirius sein Seitenprofil nicht mehr. Er bemerkte das Grübchen am Kinn, welchem er sonst keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte und fand es auf einmal hässlich. Seine Augenbrauen, die er vorher als perfekt und unveränderlich angesehen hatte, waren nicht so ordentlich, die Härchen standen an manchen Stellen in die falsche Richtung ab und Sirius rieb genervt darüber, als wolle er sie so loswerden. Seine untere Lippe war in der Mitte geteilt, gerötet und mit getrocknetem Blut, wo sie letztens aufgeplatzt war, als Sirius vor Schmerzen geschrien und sich auf dem Boden gewindet hatte. Wie konnte Remus so etwas küssen wollen?

Unsicher griff Sirius nach hinten, nahm seine Haare in die Hände und hielt sie hoch, um seinen Nacken und Schultern besser zu sehen. An seiner Brust sah man die Venen deutlich, weil die Haut dort dünn und hell war und Sirius runzelte angewidert die Stirn. Sowas war doch ekelig, das wollte doch keiner sehen. Sein Hals kam ihm zu lang vor, zu breit und zu deutlich, als wäre er unpassend für seinen Körper und Sirius ließ seine Haare wieder fallen, strich sie nach vorne, um ihn zu bedecken und nicht mehr sehen zu müssen. Sirius sah auf seinen linken Arm, hob ihn kurz und spannte den Bizeps an. Es war nicht viel, ein bisschen nur und Sirius schüttelte sich bei dem Gedanken, dass er zu schwach war, zu sanft, zu unmännlich, zu schmal, zu dünn, zu... dick. Seine Eltern sagten dick. Ständig machten sie Andeutungen, wiesen darauf hin, dass er weniger essen und abnehmen sollte und seine Mutter machte mehr Löcher in seine Gürtel, damit er sie bis zu dem letzten Loch zuziehen musste.

drarry & wolfstar & jily oneshotsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt