Now And Always

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James Potter saß im Gryffindor Gemeinschaftsraum auf dem weichen Sofa, vor ihm knisterte das Feuer im Kamin und strahlte eine angenehme Wärme aus. Es war kurz vor Weihnachten und in einer Woche würden die meisten Schüler Hogwarts verlassen und zu sich nach Hause zurückkehren. Draußen schneite es schon seit mehreren Tagen und die Rumtreiber verbrachten die meiste Zeit damit, Schneeballschlachten zu veranstalten oder generell etwas im Schnee zu machen. Okay, eigentlich waren es nur Sirius und James, welche sich hinter Bäumen oder Sträuchern versteckten und dann Remus oder Peter angriffen.

James blätterte in einem Muggel-Magazin und bediente sich immer wieder an der Packung Pralinen, welche ihm eine geheime Verehrerin geschickt hatte. Er hatte viele von ihnen, Verehrerinnen, aber solange Lily Evans existierte, konnten sie ihn nicht weniger interessieren.

Plötzlich hörte James, wie sich das Porträt, also der Eingang zum Gryffindor Turm, zur Seite bewegte und kurz darauf stolperte Sirius Black in den Raum.
„Was machst du denn noch so spät draußen? Es ist schon lange Ausgangssperre", kommentierte verwundert James, schließlich war es schon kurz vor Mitternacht und außer ihm war kein Schüler mehr im Gemeinschaftsraum, da alle schlafen gegangen waren.

„Ich war... spazieren", verkündete Sirius und machte dabei eine bestätigende Handbewegung. Er ging einige Schritte vor, kippte zur Seite und lief im Zickzack zu einem Sessel, gegen welchen er volle Kanne krachte. James blickte ihn gleichzeitig belustigt, aber auch ungläubig an.

„Pads, bist du betrunken?", fragte er misstrauisch, aber trotzdem grinsend. Sirius stützte sich mit einem Arm an der Sessellehne ab und stellte sich gerade hin.
„Nein", sagte er etwas zu überzeugt, aber als James ihn aufforderte, näher zu kommen, lief Sirius gegen den Couchtisch und fiel auf den Boden. James verdrehte die Augen, legte das Magazin weg und half seinem Kumpel auf die Beine. Dann führte er ihn zur Couch, setzte Sirius hin und nahm neben ihm Platz.

„Erzähl, wo hast du Alk her?"

„Hat mir so nen Slytherin verkauft", murmelte Sirius, in die Flammen starrend. „Tut mir leid, dass ich dir nichts mitgebracht hab."

Auf einmal ergriff Sirius eine unerwartete Panik und er drehte sich hektisch zu James, was den Anderen erschreckte.
„Du sagst das aber nicht Moony, richtig? Er hat gesagt, er mag keinen Alkohol und ich will nicht, dass er mich jetzt verabscheut." James konnte nicht anders, als zu lachen und drückte Sirius an den Schultern zurück gegen die Kissen.

„Moony würde dich nie verabscheuen, Pads", grinste er, aber Sirius nickte nur wenig überzeugt und wandte wieder den Blick ab. Eine unglaubliche Trauer strahlte von ihm aus, seine Augen waren leer, fast emotionslos, seine Haltung war eingesackt und sein Gesicht wirkte kalt und gefühllos. James kannte die Anzeichen, wenn Etwas mit Sirius nicht stimmte. Der Junge wurde dann in sich gekehrt, redete weniger bis garnicht und schien in seinen Gedanken versunken zu sein. Sirius' Bewältigungsmechanismus bestand darin, so zu tun, als wäre nichts und seine negativen Gefühle, die Traurigkeit und den Herzschmerz mit Alkohol oder anderen Dingen, die taub machten, zu verdrängen.

Nicht nur einmal hatte James Sirius die Zigarette aus der Hand nehmen müssen oder hatte ihn davon abgehalten, mehrere Gläser Feuerwhiskey nacheinander zu trinken. Sirius versuchte es unbemerkt zu machen, niemand an seinen Problemen teilhaben zu lassen, doch James kannte seinen besten Freund zu gut, sodass er merken konnte, wenn Etwas nicht in Ordnung war und Sirius „spazieren" gegangen war. Und auch, wenn James von all dem wusste, hielt er es geheim, erzählte niemandem, was er mitangesehen hatte und selbst Remus hatte Sirius noch nie in diesem Zustand erlebt.

„Was ist passiert, Sirius?", fragte James besorgt und rutschte näher, wollte zeigen, dass er zuhörte, dass ihn Sirius' Probleme interessierten, dass er für ihn da war.

drarry & wolfstar & jily oneshotsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt