What if Regulus lived

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! alternative universe !

* * *

Umgeben von Wasser, ohne Luft, ohne Hoffnung, ging Regulus nur ein Gedanke durch den Kopf: er war noch nicht bereit. Ja, er hatte sein Leben aufs Spiel gesetzt. Ja, er hatte sich dazu entschieden, dass er sterben würde. Ja, er wusste, welche Konsequenzen sein Handeln hatte. Aber jetzt, unter Wasser gedrückt, dem Tod so nah, wollte Regulus nicht mehr. Er wollte noch nicht sterben, er war doch noch so jung, er hatte alles noch vor sich.

Er dachte an Sirius, stellte sich genau vor, wie dieser ihm die Hand reichte, nach ihm rief, ihn bat, zu bleiben. Regulus stellte sich vor, wie er die Hand ergriff, fokussierte sich nur auf Sirius' Stimme in seinem Kopf, kämpfte sich frei, schwamm an die Oberfläche, hustete das Wasser aus seiner Lunge. Die Inferi griffen ihn erneut an, zogen an seinem Klamotten, doch Regulus wollte nicht, er konnte nicht.

Seine Kräfte gingen zu Ende, seine Arme schmerzten, am Bein hatte er eine klaffende Wunde, er bekam kaum Luft, aber Regulus gab nicht auf. Er versuchte sich vorzustellen, dass er nicht allein war, dass er nur ein wenig durchhalten musste und er dann gerettet wäre. Nur war er selbst gleichzeitig derjenige in Not und der Retter. Er griff blind um sich, tastete sich nach seinem Zauberstab, schoss Flüche auf die unheimlichen Gestalten, dachte dabei garnicht nach, sondern ließ seinen Körper und dessen Instinkte übernehmen.

Bevor er auch realisierte, was er tat, apparierte er zum Grimmauldplatz und landete auf dem Gehweg vor der Tür. Sein Herz pochte, seine Klamotten hingen schwer und nass an ihm herunter, er konnte kaum aufstehen, doch irgendwie kam er ins Haus, wich den besorgten, aufdringlichen Fragen seiner Mutter aus und ging sofort auf sein Zimmer, um sich umzuziehen. Regulus kümmerte sich um seine Wunden, ging im Kopf alle Ereignisse durch und lachte ungläubig. Ihm war klar, dass er nicht hätte überleben sollen, aber es genügte ihm nicht, das Leben so zu hinterlassen, wie es jetzt war. Wenn es eine Sache gab, die Regulus noch unbedingt schaffen wollte, dann war es, seine Freundschaft mit Sirius wieder aufzubauen. Das war alles, was er sich wünschte. Und, natürlich, dass der schreckliche Krieg endlich endete.

Die nächsten zwei Jahre waren für Regulus eine reinste Qual für sein Gewissen. Er bekam ständig Aufträge von Voldemort, musste Leuten weh tun, durfte nicht zeigen, dass er eigentlich auf der anderen Seite war. Aber, wie konnte er bloß den Anderen helfen? Er war gefangen unter den wachsamen Augen seiner Mutter, hatte kaum Freiheit und wurde beobachtet, damit klargestellt wurde, dass er nichts Verbotenes tat. Er fühlte sich unwohl und unsicher, weshalb er oft ins alte Zimmer seines Bruders ging, um durch dessen Sachen zu stöbern, nach alten Kinderfotos zu suchen oder um sich einfach ein paar Klamotten zu klauen, welche noch ganz leicht nach Sirius rochen.

Es war wohlmöglich nicht richtig von Regulus, noch so an der Vergangenheit zu hängen, ständig an Sirius zu denken und sich zu fragen, was dieser gerade tat, doch es gab Regulus Kraft, jeden Tag das Bett wenigstens zu verlassen, in der Hoffnung, dass er Etwas tun könnte, was zu Sirius' glücklichem Leben beitragen könnte. Denn wenn er selber sein Glück nie erreichen würde, würde er wenigstens dafür sorgen, dass Sirius es bekam.

An einem Nachmittag schlich Regulus leise durch den Flur, um das Todesser Treffen im Essaal nicht zu stören, denn dieses Mal war er nicht zu ihnen an den Tisch eingeladen worden. Er versuchte zu ignorieren, was hinter der Tür vor sich ging und bemühte sich, schnell in seinem Zimmer zu verschwinden, ehe er plötzlich eine ihm bekannte Stimme hörte.

„Mein Lord, bitte, lassen Sie mich gehen!", die Person schrie vor Schmerzen auf, als Voldemort sie erneut quälte. „Bitte! Ich tue alles, wirklich alles, nur lassen Sie mich in Ruhe!"

Regulus hielt in der Bewegung inne und sein Herz setzte aus. Konnte es wirklich sein? Nein, bestimmt nicht, dachte er und nickte bestätigend, ich muss mich täuschen. Er war nur müde, es war schließlich eine lange Nacht für ihn gewesen, da er von Albträumen geplagt wurde. Sein Gehirn spielte ihm einen Streich, wieso sollte er auch hier sein. Niemals würde er sich Voldemort anschließen-

drarry & wolfstar & jily oneshotsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt