Ein gekidnappter Sirius ist wie Karma höchstpersönlich

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Alles war dunkel. Die Geräusche gedämpft, doch er hörte Schritte. Seine Handgelenke schmerzten. Sie waren fest zusammengebunden, hinter der Lehne des Stuhls, auf dem er saß. Ein weiteres Seil drückte eng gegen seine Oberschenkel, denn es band ihn an den Sitz dran. 

Sirius war zu einer Bar gegangen. Er hatte seine Jacke an der Garderobe abgegeben. Er hatte sich einen Drink geholt. Er hatte mit dem Barkeeper geflirtet. Er ihm seine Telefonnummer auf den Arm geschriebenen. Er hatte den Drink runtergekippt. Er war auf die Tanzfläche gegangen.

Jetzt war er hier.

„Meint ihr, er ist wach?", fragte eine männliche Stimme leise. Sirius' Herz begann zu rasen. Um ihn herum war Rascheln zu hören, als seine Kidnapper sich bewegten. Er konnte ihre Präsenz so nah fühlen, dass es ihm Gänsehaut verlieh.

„Lass nachsehen", der Sack, der über seinen Kopf gestülpt war, wurde langsam hochgezogen. Sirius schlug die Augen zu und tat, als würde er noch immer ohnmächtig sein.

„Damn, Remus, was hast du ihm gegeben?", fragte einer der Männer mit einem leisen, begeisterten Pfiff. „Ich dachte, der soll nur für ne Stunde weg sein."

Sirius spürte, wie jemand näher kam. So nah, dass er sein Parfüm riechen konnte. Dann fühlte er eine Hand, die seine Haare packte und seinen Kopf in den Nacken legte. Es zog unangenehm an seiner Kopfhaut, aber Sirius versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Seine Lider zuckten, als er dem Drang widerstand, die Augen zu öffnen.

Und dann flog sein Kopf leicht zur Seite, als ihm über die Wange geschlagen wurde. Seine Lippen fielen in einem Keuchen auf und Sirius versuchte mit den Zähnen nach der Hand des Mannes zu beißen. Nur knapp verpasste er dessen Finger. Der Griff in seinen Haaren wurde schmerzhaft, als sein Kopf nach hinten gezogen wurde, damit er hochsah.

„Dachtest du, du könntest dich tot stellen, hm?", der Mann vor ihm war groß, seine Stimme tief und wütend. Er hatte viele Narben im Gesicht und lockige braune Haare, die zu sanft für sein restliches Aussehen waren. Er trug noch immer das schwarze Hemd, was er als „Barkeeper" anhatte. Und an seinem linken Arm stand Sirius' Nummer mit verwaschenem Edding.

Einen Moment starrte Sirius ihn entrüstet an, während seine Gedanken die Puzzleteile miteinander verknüpften, dann kniff er die Augen zusammen und begann mit den Beinen zu treten. Er erwischte den Mann knallhart am Schienbein und nutzte den kurzen Augenblick, als dieser fluchend wegtrat, um seinen Kopf aus dem Griff zu befreien. Er kam nicht weit, denn zwei weitere Männer traten schnell vor und banden seine Beine an die Stuhlbeine.

„Miststück", zischte der Mann mit den Narben. Er nahm die Hand aus Sirius' Haaren und befahl den anderen Männern ebenfalls zurückzutreten.

Schwer atmend sah Sirius sich um. Sie waren in einem Wohnzimmer, draußen war es finster und nur wenige Lampen gaben einen sanften, gelben Schein. Es roch nach brennendem Holz, das knisternd im Kamin weiter weg verbrannte, doch trotzdem war Sirius kalt. Drei Männer standen vor ihm. Der eine, ganz rechts, war klein und dicker als die anderen. Er schaute Sirius unsicher an, seine blauen Augen geweitet, seine sandblonden Haare strubbelig.

Der zweite Mann war groß, nicht ganz wie der vernarbte, doch dafür muskulös. Sein T-Shirt hing eng an seinem Körper und er hatte eine schwarze Weste darüber, während er mit vor der Brust verschränkten Armen beobachtete, was Sirius tat. Er hatte als Türsteher am Eingang zur Bar gespielt. Furcht breitete sich in Sirius' Bauch aus, als ihm bewusst wurde, wie geplant das alles gewesen war.

Der dritte und letzte Mann starrte ihn wütend an. Er hatte die Hände in den Hosentaschen vergraben, doch da achtete Sirius nicht drauf. Er achtete auf die schwarze Pistole, die an dessen Gürtel befestigt war.

drarry & wolfstar & jily oneshotsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt