Das Verhör des Bösen

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"Denken sie daran, sie dürfen keinen Kontakt zum Verdächtigen haben.
Ich weiß wie schwer das für sie ist, aber der Staatsanwalt zerreißt uns in der Luft wenn sie das jetzt versauen. Okay?"

Fragte Kommissar Naseband eindringlich, während er durch die Stadt zurück zum Präsidium fuhr.
Der Berufsverkehr hatte eingesetzt und sie kamen nur langsam voran.
Tom brummte zustimmend.
Mit den Gedanken war er nach wie vor bei Amelie und Sam.
Was sollte er nur tun, wenn er die beiden nicht zurück bekam?
Wie sollte er das alles schaffen?
Schnell versuchte er diese negativen Gedanken aus seinem Kopf zu vertreiben.
Er durfte jetzt nicht aufgeben.
Amelie und Sam brauchten ihn.

Als sie nach einer halben Stunde endlich beim Präsidium ankamen, stieg Tom aus und folgte Naseband.
Im Büro des K11 warteten Alexander Rietz und Gerrit Grass bereits auf sie. Michael Naseband grüßte seine Kollegen und auch Tom brummte ein "Morgen" bevor er sich auf die Couch fallen ließ die im Büro der Kommissare stand.
Michael Naseband unterrichtete seine Kollegen über die Vorfälle im Krankenhaus.
Die waren beide entsetzt, sowohl über den Mord am Kollegen der Wache Süd wie auch über die erneute Entführung von Sam.

"Verdammt, das wird ja immer schlimmer."

Meinte Alexandra Rietz und fuhr sich durch ihre kurzen Haare.
Naseband brummte zustimmend und schlürfte seinen Kaffee.

"Naja eine Hoffnung haben wir ja noch. Immerhin haben wir Jakowaski verhaftet.
Ich würde sagen Alex und ich verhören ihn gleich mal."

Alexandra Rietz nickte und stand von ihrem Schreibtisch auf.
Auch Gerrit Grass folgte den beiden und deutete Tom an ihm zu folgen.

"Zuschauen dürfen wir ja."

Meinte der junge Kommissar und führte Tom in einen Raum.
Der hatte eine große Glasscheibe durch die man Gregor Jakowaski sehen konnte. Jakowaski saß in einem kleinen Raum auf der anderen Seite der Scheibe an einem Tisch.
Neben dem Tisch und vier Stühle hatte der Raum keine andere Möblierung.
Auf dem Tisch stand ein Mikrophone und an der Wand gegenüber von Jakowaski war eine Kamera installiert.
Der Verdächtige selbst war mit Handschellen an Händen und Füßen am Tisch befestigt.
Böse stierte er auf die Glasscheibe, die für ihn eine undurchsichtige Spiegelfläche darstellte.
Schweigend beobachteten Gerrit und Tom den Mann und warteten.
Nach einigen Minuten betraten Kommissar Naseband und seine Kollegin Alexandra Rietz den Vernehmungsraum.
Naseband startete das Mikro und begrüßte den Verdächtigen dann.

"Guten Tag Herr Jakowaski. Mein Name ist Kommissar Naseband das ist meine Kollegin Kommissarin Rietz.
Ihr Rechte wurden ihnen bei der Verhaftung verlesen?"

Hasserfüllt sah Jakowaski ihn an und sagte nichts.
Naseband wartete kurz auf eine Antwort, als keine Reaktion des Verdächtigen kam schlug er die Akte auf die vor ihm auf dem Tisch lag.

„Nun hier steht ihnen wurden ihre Rechte vorgelesen. Gut dann können wir ja anfangen.
Auf einen Anwalt verzichten sie ebenfalls?"

Jakowaski lachte laut auf und nickte dann.

"Ich habe doch gar nicht getan, wofür sollte ich einen Rechtsverdreher Geld in den Arsch schieben."

Fragte er mit herablassendem Ton.
Kommissar Naseband sah ihn kurz schweigend an und fuhr dann mit unbewegter Miene mit seiner Befragung fort.

"Kennen sie einen Herrn Vladislav Drukov?"

Fragte er den Verdächtigen.
Gregor Jakowaski tat einen Moment so als würde er scharf nachdenken bevor er zu einer Antwort ansetzte.

"Der Name kommt mir bekannt vor ... Es könnte sein das ihm ein Restaurant gehört, in dem ich ab und an gerne essen gehe."

Meinte er abweisend und sah den Kommissar von oben herab an.

„Komisch das sie sich kaum an ihn erinnern können.
Schließlich haben wir bei der Durchsuchung seines Restaurants Beweise gefunden, die sie Eindeutig mit diesen Mann in Verbindung bringen.
Haben sie und ihr Bruder nicht erst vor drei Wochen eine Lieferung Schusswaffen bei Herrn Drukov abgeholt?"

Jakowaskis Miene verfinsterte sich für einige Sekunden, doch dann erschien ein blasiertes Lächeln auf seinen Lippen.

„Herr Kommissar, woher haben sie denn diese Märchen?
Ich bitte sie, ich und mein Bruder sind unbescholtene Bürger dieser Stadt.
Anstatt mich hier zu bedrängen sollten sie lieber den heimtückischen Mord an meinem Bruder aufklären.
Stattdessen stecken sie ihre unfähige Schnüffelnase in meine Angelegenheiten."

Den letzten Satz hatte Jakowaski mit wutverzerrter Miene herausgeschrien.
Dabei hatte er sich immer näher zu den beiden Kommissaren herüber gebeugt.
Nun war es Kommissar Naseband, der mit einem leichten Lächeln auf den Lippen vor dem Verdächtigen saß und ihn von oben herab betrachtete.

"Es gibt Zeugen, die beobachtetet haben wie sie vorgestern Nacht in ein Haus eingebrochen sind.
Seither wird die Bewohnerin dieses Hauses vermisst.
Wo waren sie in der Nacht von Montag auf Dienstag um 23 Uhr?"

Fragte Kommissarin Rietz mit unbewegter Miene.
Wütend sah Jakowaski sie an und grinste dann bösartig.

„Ich weiß gar nicht was sie meinen, Schätzchen.
Aber es wäre natürlich sehr schade um das hübsche Ding, wenn ihr etwas passieren würde. Nicht wahr?"

Er lachte kalt und Tom lief ein Schauer über den Rücken.
Er hatte in seinem Berufsleben oft genug sehen müssen, welche Abscheulichkeiten Menschen sich gegenseitig antuen konnten.
Die Vorstellung was gerade in diesem Moment alles mit Amelie geschehen konnte, war ein Grauen für ihn.

„Immerhin haben wir ihn hier. Er kann ihr also schonmal nichts antun.
Wir finden die beiden, keine Sorge."

Meinte Gerrit Grass leise. Tom nickte und konzentrierte sich wieder auf das Verhör.
Jakowaski war ganz und gar nicht kooperativ.
Die Beweise würden ausreichen um ihn wegen der Entführung und der schweren Körperverletzung an Sam vor einigen Wochen festzunehmen.
Er würde sofort in U-Haft gehen.
Doch natürlich hatten alle gehofft ihm ein paar Informationen zu entlocken, die bei der Suche nach Amelie und Sam helfen würde.
Enttäuscht gingen Tom und Gerrit am Ende des Verhörs zurück in das Büro der Kommissare.
Das Verhör hatte über zwei Stunden gedauert und entsprechend erschöpft kamen die Kommissar Naseband und Rietz zurück in das Büro.

„Das hat uns ja nicht weitergebracht."

Stellte Kommissarin Rietz fest und nahm sich eine Tasse Kaffee.

„Unverschämter kleiner ***"

Murmelte Kommissar Naseband genervt und setzt sich auf seinen Stuhl.
Tom seufzte und legte seinen Kopf in seine Hände.
Die Chancen das sie Amelie und Sam unverletzt wiederfanden schwanden von Stunde zur Stunde.

„Ich frage mal im Labor nach.
Vielleicht haben die Techniker ja etwas im Krankenhaus gefunden."

Meinte Gerrit Grass und stand von seinem Schreibtisch auf.
Während die beiden Kommissare an ihren Computer herumtippten, um ihre Berichte zu dem eben beendeten Verhör zu schreiben, hing Tom seinen Gedanken nach.
Draußen war es bereits dunkel geworden und trotzdem hatten sie noch keine Spur zu den beiden Vermissten.
Amelie würde ihm sicher nie verzeihen das er nicht auf Sam aufgepasst hatte.
Nur weil er sich in die Ermittlungen eingeschaltet hatte, war Sam nun verschwunden.
Er hätte bei den Mädchen im Krankenhaus sein müssen, dann hätte er verhindern können das Sam entführt worden war.
Verzweifelt wälzte Tom die Gedanken in seinem Kopf und wartete das Kommissar Grass mit Neuigkeiten aus dem Labor zurückkam.

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