>>>Leon<<<
Ich konnte den Tagen, an denen nichts geplant war, nichts abgewinnen. Diese ständige Langeweile und trotzdem musste man immer diese Monitore anschauen, denn es könnte ja doch etwas passieren und wer wäre dann der gearschte? Richtig, ich.
Seit ich Phillips Nummer habe, gab es zumindest noch eine Alternative zu TikTok, Instagram und sporadisch auf den Monitor schauen. Eine, die mir definitiv lieber war als alles davon zusammen. Es war einfach perfekt. Die Gesprächsthemen gingen nie aus, wodurch es auch nie seltsame Pausen gab in denen niemand etwas sagte.
Trotzdem war Russland ein Nachdenken wert. Es wäre eine große Chance dort im Haupthaus zu arbeiten und wer weiß wenn ich mich gut mache, könnte der Posten des derzeitigen Sicherheitschefs an mich übergehen. Aber auch wenn wir uns noch nicht lange kannten, wollte ich die Beziehung nicht beenden, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Demnach würde es also bei der zuletzt besprochenen Möglichkeit bleiben.
Überfordert von der Situation ließ ich meinen Kopf in den Nacken fallen. Wie immer, wenn ich mich in diesem Raum vor etwas drückte, begann ich die Punkte an der Decke zu zählen, bis mich ein Klingeln direkt auf den Monitor für die Eingangstür schauen ließ. Phillip?
Völlig neben der Spur machte ich mich auf den Weg zu ihm. Was macht er hier? Weiß er, dass ich hier arbeite? Was sage ich ihm?
"Bitte erschreck dich nicht", schrieb ich ihm noch kurz bevor ich die Tür öffnete, als ob so eine zusammenhanglose Nachricht in dieser Situation für Schadensbegrenzung sorgen könnte.
"Leon?" Wir beide schauten uns an und ich weiß nicht, wer von uns beiden gerade wohl mehr verwirrt war.
"Also hier arbeitest du also", gab er nach der ersten unangenehmen Pause, die je zwischen uns geherrscht hatte, von sich.
"Ja, hier arbeite ich."
Nach einer weiteren, deutlich kürzeren Pause, fügte ich hinzu: "Darf ich fragen, was du hier machst?"
Ich wusste überhaupt nicht, warum ich ihn das fragte, denn ich hatte ihn im Auto schon gehört, als Layla nach der Party mit ihm telefoniert hatte. Und auch wenn ich mir bis jetzt immer wieder ganz gut einreden konnte, dass viele Menschen ähnliche Stimmen haben, war das jetzt wohl nicht mehr möglich.
"Äh ja, klar. Meine Freundin Layla sollte hier sein. Und ich sollte herkommen, um jemanden kennen zu lernen." Es war wirklich schlimm ihn so zu sehen, er wusste überhaupt nicht, wie er sich verhalten sollte.
"Wir sprechen danach, okay? Du hast bestimmt viele Fragen", versuchte ich ihn zu beruhigen, was auch zu funktionieren schien. Da ich Layla schon hörte, machte ich mir nicht die Mühe, Alexander zu informieren.
Phillip schien sie auch zu hören, denn sein Blick ging bereits in die Richtung, aus der die Stimmen kamen. Und er schien tatsächlich noch nervöser als eben.
"Hey alles o-"
"Heyy. Wir haben uns viiieeel zu lange nicht gesehen", unterbrach Layla mich von weitem, während sie schnellen Schrittes auf uns zukam und ihn in eine innige Umarmung schloss.
"Hey", antwortete er ihr und vergrub sich in ihren Haaren. Verdammt. Was würde ich jetzt für so eine Umarmung von ihm geben.
Mit dem Ankommen von Alex ging ich zurück in mein Büro, dass nicht viel mehr als eine Abstellkammer war. Die nächste Stunde verbrachte ich allerdings nicht mit Insta, TikTok oder irgendwas anderem, sondern damit, die drei auf den Monitoren zu verfolgen.
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Chained to the Past
RandomWas passiert, wenn man beim swipen nicht mehr drauf achtet, wer auf den Profilen zu sehen ist? Layla hatte schon längst aufgegeben, das wieder zu finden, was sie vor 2 Jahren hatte. Eine Befriedigung all ihrer Bedürfnisse. Es war nicht so, dass ihr...
