Kapitel 8

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Meinen Morgen verbrachte ich damit, auf TikTok zu sein. Es war mal wieder so ein Morgen an dem ich mir wünschte, Kaffee zu mögen, in der Hoffnung, dass dieser mir das Gefühl verleihen könnte, wach zu sein.

Aber so war es leider nicht und der kalte Kakao in meiner Lieblingstasse hatte diese Wirkung leider nicht, aber dafür schmeckte er. Nachdem ich wie immer mal wieder viel zu lange am Handy war, machte ich mich fertig. Anscheinend habe ich mich für heute verabredet. Das war zumindest das, was mir mein Handy mir direkt nach dem Aufstehen anzeigte.

*13:30 Date (schreiben, dass auf dem Weg) *

Ich kannte mich einfach schon zu gut. Bei dieser Erinnerung kam mir auch wieder ins Gedächtnis, dass der Typ sehr pessimistisch schien, was mein Erscheinen anging. Ich sollte ihm schreiben, wenn ich losgehe und ein Foto mit Zeitstempel machen.

Aber irgendwie verstehe ich es. Wenn man einen längeren Weg hat und es schon einmal passiert ist, dass man versetzt wurde, geht man auf Nummer sicher. Und mir tut es schließlich nicht weh, ein Foto aufzunehmen. Es musste ja nicht einmal von mir sein.

Ich kannte das Restaurant gut. Wenn ich mich tatsächlich mal mit Männern nicht in ihrer Wohnung traf, ging es oft in dieses Restaurant. Es war etwas schicker, aber trotzdem auch Familienfreundlich.

Ich war etwas nervös und das war keine gute Nervosität. Ich fühlte mich schlecht, weil ich so gut wie nichts mehr über diesen Mann weiß, angefangen bei seinem Namen, falls er mir diesen überhaupt genannt hat. Ich hatte gehofft, dass ich ihn mir auf der App noch einmal angucken könnte, aber darauf war kein einziges Bild mit Gesicht auf seinem Profil.

Unfassbar, dass ich ihn überhaupt angenommen war, aber wenn sein Gesicht dem Rest seines Körpers entspricht, gibt es keinen Grund sich zu beklagen. Falls das Bild überhaupt echt ist... Wenn ich ehrlich bin, wundert es mich, dass ich noch nichts Schlimmes erlebt habe, denn vorsichtig war ich definitiv nicht mehr bzw. war ich eigentlich noch nie.

Als ich der letzten Abbiegung auf dem Weg folgte, sah ich schon den Eingangsbereich. Und auch wenn es kein langer Weg gewesen ist, war ich beeindruckt von meinen neuen Schuhen. Es war zwar kein unmenschlich hoher Absatz aber doch schon viel für mich, aber meine Füße ließen mich das auf dem Weg hierher nicht spüren. Eine gute Investition.

Ich bewegte mich auf die Eingangstür zu und nach einem kurzen zögern öffnete ich sie. Ich blickte mich suchend um, sah aber nur Eltern mit Kindern, Paare und Freundesgruppen. War er etwa nicht allein hier? Suchend blickte ich jede Person einzeln an, aber ohne Erfolg.

„Entschuldigen Sie? Sind sie verabredet?", kam es auf einmal verunsichert von hinten. Ich drehte mich in die Richtung, aus der die Stimme km und blickte einen... Kellner an?! Naja, das hatte ich jetzt nicht erwartet, aber vllt hat er jetzt Schluss und wollte es eben direkt anhängen.

„Ihr Date erwartet sie im 1. Stock", folgte dann, was meine Verwirrung nur wachsen ließ. Der erste Stock wurde den Gästen in der Regel erst ab 17 Uhr zugänglich gemacht außer es ist übermäßig viel los.

„Vielen Dank für die Info", bedankte ich mich und ich schätze wir waren beide im gleichen Maße verwirrt über diese Situation. Ich ging also Richtung Treppe und bei jeder Stufe, die ich nahm, versuchte ich einen Blick nach oben zu erhaschen, um zu sehen, wer mich erwartet aber auch als ich oben angekommen war, konnte ich niemanden sehen.

Ein Räuspern hinter mir, ließ mich in die Richtung blicken, aus der es kam und nachdem ich sah, vom wem es kam drehte ich mich um.

"Hallo Schönheit. Du hast also wirklich nicht erkannt, dass ich es bin. Ich bin enttäuscht", hörte ich ihn sagen, ohne etwas erwidern zu können, weil ich das was gerade passierte, überhaupt noch nicht verarbeiten konnte. „Oder bist du hier, weil dein Unterbewusstsein, weiß was du brauchst... wen du brauchst?" Mit dem gefolgten Grinsen und seinem intensiven Blick war es geschehen; ich wusste, dass ich mich richtig in die Scheiße geritten hatte.

Ich brauchte noch etwa 2 Sekunden, bis ich mich wieder bewegen konnte. Ich dachte gar nicht darüber nach, sondern drehte mich um, ging zurück zur Tür und ging hinaus in die Welt, die sich gerade binnen weniger Sekunden komplett verändert hatte. 

Chained to the PastGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt