Kapitel 37

896 19 0
                                        

>>>Layla<<<

Ich konnte nicht wirklich verarbeiten, was er da gesagt hatte. Natürlich wusste ich, auf was ich mich eingelassen hatte, als ich mich auf ihn einließ, aber ein Umzug? Ich war noch nicht mit der Schule fertig und hatte noch nie ohne meine Eltern gelebt. Auch wenn sie oft nicht da waren, war es doch auch ihr Haus und ich konnte immer auf sie zurückkommen und wenn sie da waren, lief doch vieles anders.

Meine Eltern. Wie sollte ich ihnen das bitte erklären? Das geht nicht und schon gar nicht innerhalb von Tagen. Heute...
Niemals würden sie es mir verzeihen, wenn ich ihnen so eine Nachricht verheimlichen würde.

"Alexander... das geht einfach nicht. " Gerade als er mich unterbrechen wollte, holte ich noch einmal deutlich Luft, wodurch er verstummte und mir in die Augen sah.
"Ich bin noch Schülerin. Meine Eltern wissen nichts von dir. Wie soll ich ihnen erklären, dass ich mit einem Mann, den sie nicht kennen, nach Russland ziehe?"

"Kleines hör mir zu, das bekommen wir alles hin", sagte er überzeugend während er mein Gesicht in seine Hände nahm. Das bekommen wir alles hin? Wie zum Teufel will er soetwas hinbekommen. Meine Eltern hypnotisieren? Kurz musste ich über den Gedanken schmunzeln, dass er einen Hypnotiseur in der Familie haben könnte, der für ihn meine Eltern besänftigt.

Ein Klopfen an der Tür ließ mich mich umdrehen.
"Darf ich, Sir?" Noch immer schien Victoria völlig eingeschüchtert zu sein und ich hatte wirklich Angst davor zu erfahren, was mit Victoria passiert war und was mit mir passieren könnte, wenn ich ihn irgendwann einmal richtig verärgern sollte.

"Victoria, bitte...", forderte er sie auf etwas zu sagen.
"Gut. Ihr wichtigstes Anliegen zuerst: Layla kann ihr Abitur in Russland machen. Mit Hilfe von ein paar Freunden und unter der Bedingung, dass sie ein Jahr die Schule nicht-"
"Das kommt überhaupt nicht in Frage!", unterbrach ich sie schreiend und erschrocken vor meiner eigenen Lautstärke. "Entschuldigung, aber das geht wirklich nicht. Ich kann nicht noch ein Jahr verschwenden."

Flehend sah ich zu Alexander, der dann zustimmend zu Victoria nickte.
"Gut also dann haben wir noch die Möglichkeit, es zu fälschen, was zugegeben auch deutlich einfacher ist, aber naja eben auch sehr viel illegaler", fuhr Victoria fort.

Alexander lachte auf. "Als ob das je ein Problem gewesen wäre."
"Gibt es vielleicht auch irgendeine Möglichkeit, bei der ich durch meine Leistung an mein Abitur bekomme?" Wenn ich mein Abitur bekomme, dann weil ich es verdient habe und nicht weil irgendwer genug Geld in den Arsch geschoben bekommt oder was auch immer.

Alexander schaute mich so durchdringend an, dass ich kurz Angst hatte, dass er Gedanken lesen könnte oder ich etwas davon laut ausgesprochen hatte.
"Darum geht es dir?" War das jetzt so seltsam?
"Ja."
Ich musterte ihn und fragte mich, was er nun vorhatte

Er und Victoria schauten sich ein paar Sekunden an, als ob sie sich schweigend unterhalten würden, bis Victoria seufzte.
"Dann erhältst du weiter unterrcht, schreibst die Abiturprüfungen unter den Bedingungen wie alle anderen auch und wenn du bestehst bekommst du ein gefälschtes Zeugnis. Einverstanden?"

Skeptisch schaute ich den Mann neben mir an, dem ich mittlerweile vieles zutraute, vor allem aber, dass er Lehrer bestechen würde, damit ich bessere Noten bekomme.
"Ich werde nichts tun, außer dich so lange zu quälen, dass du dir auch eins ausstellen lassen wirst, wenn du die Prüfungen nicht bestehst", gab er belustigt von sich.

"Dann machen wir es so", stimmte ich der Idee zu, auch wenn sie gegen alle meine Prinzipien verstoß. Es war immerhin die Möglichkeit, durch die ich mein Abitur am ehrlichsten bekommen würde.

Chained to the PastGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt